Fachbuch, 2010
30 Seiten
1. Zur Situation im Seniorenalter
2. Lebenslanges Lernen
3. Berücksichtigung reformpädagogischer Prinzipien bei der Seniorenarbeit
3.1 Bedürfnisorientierung
3.2 Lernen durch Handeln und durch Erfahrung
3.3 Gruppenarbeit
3.4 Orientierung an Werten und Regeln
3.5 Erlebnis und Abenteuer
3.6 Naturverbundenheit und gesundes Leben
4. Aspekte zur Entwicklung einer gerontagogischen Konzeption
4.1 Methodische Gesichtspunkte
4.1.1 Bildung kleiner Seniorengruppen (Freundeskreise)
4.1.2 Bedürfnisorientierte Aktivitäten und Offenheit für neue Erfahrungen
4.1.3 Leben demokratischer Werte
4.2 Ziele einer Seniorenarbeit
4.3 Attraktive Programme (Inhalte)
5. Organisatorische Gesichtspunkte
Ziel der Arbeit ist die Aufzeigung wesentlicher Gesichtspunkte für die Entwicklung einer bedarfsgerechten gerontagogischen Konzeption, die als Handlungsmodell für die kommunale Seniorenarbeit dienen kann, um älteren Menschen eine sinnstiftende Gestaltung ihres Lebensabschnitts zu ermöglichen.
3.2 Lernen durch Handeln und durch Erfahrung
Für den amerikanischen Philosophen und Pädagogen John Dewey (1859-1952) bedeutet Erfahrung nicht nur „passives Hinnehmen von Ereignissen“, bei denen die Unsicherheit und Grenzen menschlicher Existenz erfahren werden; Dewey betont die Möglichkeit aktiver Einflussnahme durch den Menschen: „Die aktive Seite der Erfahrung ist Ausprobieren, Versuch, man macht Erfahrungen“ (Dewey 1993, S. 186). J. Dewey stellt den experimentellen Charakter der Erfahrung heraus; Erfahrung bedeutet für ihn ein „Experiment mit der Welt zum Zwecke ihrer Erkennung“ (Dewey 1993, S. 187).
Der pfadfinderische Tätigkeitsgrundsatz und das Lernen durch Erfahrung erinnert an den pädagogischen Pragmatismus von John Dewey. Die typisch pfadfinderischen Aktivitäten wie die Erkundung der Umwelt, die Suche nach neuen Wegen sowie das selbst organisierte und selbst bestimmte Handeln in den Gruppen, in denen soziale Belange demokratisch geregelt werden, entspricht der Auffassung von John Dewey.
Ein „Lernen durch Handeln und durch Erfahrung“ sollte auch ein methodischer Grundsatz bei einer Seniorenarbeit in den Kommunen sein. Erst eine gedankliche Aufarbeitung (Reflexion) der gemeinsamen Gruppenerlebnisse beim Handeln ermöglicht einen echten Erfahrungsgewinn. In diesem Zusammenhang spricht John Dewey von „denkender Erfahrung“ (vgl. Dewey 1993, S. 195). Selbst organisierte und selbsttätig durchgeführte Unternehmungen in den Seniorenkreisen können aus einer Konsumhaltung herausführen und die Eigenaktivität fördern.
1. Zur Situation im Seniorenalter: Dieses Kapitel beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und die sich verändernden Bedürfnisse älterer Menschen, die zunehmend nach Sinnerfüllung und Selbstverwirklichung suchen.
2. Lebenslanges Lernen: Es wird die theoretische Grundlage des lebenslangen Lernens erörtert und der Begriff der Gerontagogik als Anleitung oder Hinführung älterer Menschen definiert.
3. Berücksichtigung reformpädagogischer Prinzipien bei der Seniorenarbeit: Hier werden bewährte pädagogische Konzepte, etwa von Montessori oder Baden-Powell, auf die Seniorenarbeit übertragen, um Ansätze für eine aktive Lebensgestaltung zu finden.
4. Aspekte zur Entwicklung einer gerontagogischen Konzeption: Dieses zentrale Kapitel führt Methoden, Ziele und Programminhalte für ein praktisches Handlungsmodell in der kommunalen Arbeit zusammen.
5. Organisatorische Gesichtspunkte: Das Kapitel behandelt die strukturellen Rahmenbedingungen, wie Trägerschaft und Supervision, die für eine dauerhafte und erfolgreiche Umsetzung des Modells notwendig sind.
Seniorenarbeit, Gerontagogik, Reformpädagogik, lebenslanges Lernen, Kleingruppenarbeit, demokratische Werte, Selbstorganisation, Lebensqualität, Bedürfnisorientierung, Gemeinwesenarbeit, Seniorenrat, Partizipation, Handlungsmodell, soziale Kompetenz, Altersbildung.
Die Arbeit entwickelt ein theoretisches und praktisches Konzept (Handlungsmodell) für eine pädagogisch fundierte Seniorenarbeit auf kommunaler Ebene.
Im Fokus stehen die Anpassung reformpädagogischer Prinzipien, die Förderung von Eigenaktivität, das soziale Lernen in Kleingruppen und die demokratische Teilhabe älterer Menschen.
Das Ziel ist die Bereitstellung eines Konzepts, das Kommunen dabei hilft, Senioren nicht nur zu betreuen, sondern sie zu einer aktiven und selbstbestimmten Lebensgestaltung zu befähigen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse pädagogischer Theorien (insbesondere Reformpädagogik und Pragmatismus) und deren Transfer auf die Gerontagogik.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Lernen im Alter), die Ableitung spezifischer Prinzipien (Bedürfnisorientierung, Gruppenarbeit) und die Darstellung konkreter Ziele und Methoden der Seniorenarbeit.
Die zentralen Begriffe sind Seniorenarbeit, Gerontagogik, Reformpädagogik, Selbstorganisation und demokratische Teilhabe.
Das Modell dient als Vorbild für die Kleingruppenstruktur, die demokratische Entscheidungsfindung und das "Lernen durch Handeln", um Senioren aus der passiven Konsumentenrolle zu führen.
Der Prozess basiert auf demokratischen Prinzipien, bei denen Vorschläge reflektiert und durch Mehrheitsentscheide oder Kompromissfindung innerhalb der Kleingruppen und des Seniorenrats beschlossen werden.
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