Magisterarbeit, 2008
85 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Annäherungen an einen Begriff von Macht
2.1. Elemente von Macht
2.2. Manifestationen von Macht
2.2.1. Das Labyrinth
2.2.2. Das Lager
2.2.3. Die Mauer
2.3. Positionen der Ohnmacht
2.3.1. Der homo sacer
2.3.2. Der Sündenbock
3. Manifestationen von Macht bei Frisch und Dürrenmatt
3.1. Max Frisch: Die ‚Chinesische Mauer‘ als Instrument der Macht
3.1.1. Das Lager und die ‚Chinesische Mauer‘
3.1.1.1. Hwang Ti als Erbauer der ‚Chinesischen Mauer‘
3.1.1.2. Der Stumme als Stimme des Volkes
3.1.1.3. Der Stumme als Legitimation für den Prinzen
3.1.2. Die Ohnmacht des Lösungsversuchs
3.1.2.1. Der Heutige und der Ariadnefaden
3.1.2.2. Mee Lan und die Erkenntnis der Hilflosigkeit
3.2. Friedrich Dürrenmatt: ‚Achterloo‘ als labyrinthisches Lager
3.2.1. Die Form des Irrenhauses und die Insassen
3.2.2. Warum sind die Irren irre?
3.2.3. Kardinal Richelieu und die Ärzte: Machtpositionen
3.2.4. Die Handlung und das Labyrinth der Weltgeschichte
3.3. Das Lager und das Labyrinth
4. Positionen der Ohnmacht bei Frisch und Dürrenmatt
4.1. Max Frisch: ‚Andorra‘ und die Erschaffung eines Außenseiters
4.1.1.Die Bedrohung
4.1.2. Die Gesellschaft
4.1.3. Der Sündenbock
4.1.4. Die Judenschau
4.2. Friedrich Dürrenmatt: Der Blinde und die Macht des Ohnmächtigen
4.2.1. Die Katastrophe des Krieges und ihre Auswirkungen
4.2.2. Herrschaft als Ausweg – Negro da Ponte
4.2.3. Akzeptanz und Resignation – Palamedes und Octavia
4.2.4. Die Macht des Ohnmächtigen
4.3. Die Außenseiter und die Wahrheit
5. Schluss
Die Arbeit untersucht das Wechselverhältnis von Macht und Ohnmacht in den Dramen von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt. Ziel ist es, die soziologischen Machtstrukturen, insbesondere in Form von Labyrinthen, Lagern und Mauern, zu analysieren und zu hinterfragen, wie Individuen in diesen Systemen als Außenseiter, Sündenböcke oder homo sacer positioniert werden.
2.2.1. Das Labyrinth
Wenn man sich ein Labyrinth vorstellt, so erscheint ein Bild eines Gangsystems, in dem das Individuum ausgesetzt ist, und aus dem es einen Ausweg finden muss. In der einfachsten Erscheinungsform, die wohl jedem geläufig sein dürfte, ist es ein Rätsel in einer Zeitung, bei dem man von Punkt A einen Weg nach Punkt B suchen soll, für dessen Lösung man verschiedene, einfache Strategien entwickeln kann. Auf einer metaphorischen Ebene kann man aber auch das Leben des Menschen auf eine solche Ausgangssituation übertragen: Der Mensch wird geboren und muss – ohne die Möglichkeit, das Rätsel des Lebens von oben betrachten zu können oder von hinten aufrollen zu können – einen Weg durch den Irrgarten des Lebens finden, wobei jede einzelne Entscheidung den Ausgang ändert. Dieses Leben spielt sich in einer Gesellschaft ab, die den Weg, der eingeschlagen wird, mittels der Kommunikation beeinflusst.
Grundsätzlich werden in der Labyrinthidee die Zusammenhänge von Macht und Raum und die Rolle des handelnden Subjekts strukturiert: Der Einzelne kann – um die extremen Pole zu benennen – seine Labyrinthsituation in der Gesellschaft als autonom handelndes Subjekt erfahren und zu Distanz, Kontrolle und Übersicht gelangen. Oder er erlebt sie als machtloses Opfer, das die Gesellschaft als labyrinthisches Chaos, Machtlosigkeit und Eingeschlossenheit erfährt.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Macht und Ohnmacht bei Frisch und Dürrenmatt ein und definiert den methodischen Rahmen durch die Begriffe Labyrinth, Lager, homo sacer und Sündenbock.
2. Annäherungen an einen Begriff von Macht: Dieses Kapitel erarbeitet soziologische Grundlagen von Macht sowie deren territoriale Manifestationen und legt die Basis für die weitere dramaturgische Untersuchung.
3. Manifestationen von Macht bei Frisch und Dürrenmatt: Hier werden die Dramen "Die Chinesische Mauer" und "Achterloo" auf ihre territorialen Machtstrukturen und die Darstellung von Macht durch literarische Mittel untersucht.
4. Positionen der Ohnmacht bei Frisch und Dürrenmatt: Dieses Kapitel analysiert die Rollen von Außenseitern und Sündenböcken anhand von "Andorra" und "Der Blinde" sowie die spezifischen Machtverhältnisse in diesen Stücken.
5. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und betont die kritische Haltung beider Autoren gegenüber politischer Macht und der Verstrickung des Menschen in repressive Strukturen.
Macht, Ohnmacht, Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch, Labyrinth, Lager, homo sacer, Sündenbock, Soziologie, Drama, Gesellschaft, Autorität, Außenseiter, Herrschaft, Politische Krise
Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel und die gegenseitige Abhängigkeit von Macht und Ohnmacht in den Dramen von Max Frisch und Friedrich Dürrenmatt.
Zu den zentralen Themen gehören soziologische Machttheorien, das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft, sowie die Rolle von Krisensituationen bei der Entstehung von Machtstrukturen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Macht territoriale Räume (wie Labyrinthe oder Lager) schafft und wie diese Räume Individuen in Ohnmachtspositionen drängen können.
Die Autorin stützt sich auf soziologische Konzepte, insbesondere die Theorie des homo sacer von Giorgio Agamben und die Theorie des Sündenbocks von René Girard, um die dramatischen Figurenkonstellationen zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert detailliert, wie Macht in Dramen wie "Die Chinesische Mauer", "Achterloo", "Andorra" und "Der Blinde" als Instrument der Unterdrückung oder Ausgrenzung genutzt wird.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Machtposition, Ohnmachtsposition, territoriale Manifestation, Sündenbockmechanismus und die Rolle des Außenseiters definiert.
Während Frischs Machtstrukturen oft durch die Bedrohung von außen geprägt sind, konzentriert sich Dürrenmatt stärker auf die inneren Zerfallsprozesse und die Unzurechnungsfähigkeit innerhalb geschlossener Systeme.
Das Lager wird als Raum definiert, in dem das Recht außer Kraft gesetzt ist und in dem Individuen als nacktes Leben, losgelöst von gesellschaftlichen Qualitäten, verwaltet werden.
Beide Stücke dienen als Fallbeispiele für Farce und Rollenspiele, durch die die moderne Gesellschaft als labyrinthisches Netzwerk dargestellt wird.
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