Bachelorarbeit, 2024
84 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Historische Entwicklung von Narzissmus
2.2 Allgemeine Definition von Narzissmus
2.3 Formen von Narzissmus
2.3.1 Grandioser Narzissmus
2.3.2 Vulnerabler Narzissmus
2.4 Faking
2.4.1 Definition Faking, soziale Erwünschtheit und Impression Management
2.4.2 Faking und Narzissmus
2.5 Bisherige Messmethoden
2.5.1 Explizit: Narcissistic Personality Inventory
2.5.2 Implizit: Conditional Reasoning Test
2.5.2.1 Cognitive Bias
2.5.2.2 Rechtfertigungsmechanismen für die Itemgenerierung
3 Frage-/Zielstellung
4 Methode
4.1 Vorgehen zur Konstruktion des Testverfahrens
4.2 Itemgenerierung
4.3 Prüfung der Inhaltsvalidität
4.3.1 Konstruktion eines kognitiven Interviews
4.3.2 Durchführung des kognitiven Interviews
5 Ergebnisse
6 Diskussion und Fazit
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die Entwicklung eines neuen Testverfahrens („Conditional Reasoning Test Narzissmus“ oder CRT-N), um narzisstische Persönlichkeitsmerkmale implizit zu erfassen und dabei die Anfälligkeit für gezielte Täuschungen („Faking“) in Bewerbungssituationen zu minimieren.
2.5.2.2 Rechtfertigungsmechanismen für die Itemgenerierung
James & LeBreton (2012) betonen, dass die Persönlichkeit eines Menschen auf seinen impliziten Glaubensvorstellungen beruht, die sich zu Motiven festigen und somit die Persönlichkeit des Einzelnen prägen. Werden Menschen mit anspruchsvollen Aufgaben, wie einem Vorstellungsgespräch, konfrontiert, sind sie bestrebt, ihre Handlungen mit ihren Motiven in Einklang zu bringen. Sollten ihre Handlungen jedoch im Widerspruch zu ihren inneren Motiven stehen, greifen sie auf verschiedene Verteidigungsmechanismen zurück, um das Entstehen negativer Emotionen zu verhindern, ihre Selbstbilder aufrechtzuerhalten und Kritik sowie Selbstzweifel zu bewältigen. Diese Verteidigungsmechanismen umfassen laut James und LeBreton (2012) die Rationalisierung der Handlungsmotive, das Leugnen von Informationen, die Projektion von Absichten auf andere Personen sowie die Unterdrückung negativer Gedanken. Zur Rechtfertigung dieser Verteidigungshandlung bedient sich die Person sogenannter Rechtfertigungsmechanismen, die ihre Handlungen als logisch und richtig erscheinen lassen.
Die Rechtfertigungsmechanismen sind insofern von großer Bedeutung für die Messung impliziter Persönlichkeiten in einem Conditional Reasoning Test, dass sie Rückschlüsse auf die inneren Motive und Glaubensvorstellungen einer Person erlauben (Benz, 2018).
James (1998) und LeBreton (2012) definieren Rechtfertigungsmechanismen wie folgt:
“the unconscious [italics added] proclivities that shape the reasoning [italics added]…people use to build logical foundations for their rationalizations. Justification mechanisms may be thought of as implicit predispositions [italics added] that direct seeming logical ways of framing and reasoning that are in fact biased and serve rationalizations by making the rationalizations seem reasonable and sensible.” (pp. 28-29)
Rechtfertigungsmechanismen konzentrieren sich nicht primär auf konkrete Verhaltensweisen oder Emotionen. Sie repräsentieren die unbewussten Vorurteile, die verwendet werden, um das Verfolgen dieser Verhaltensweisen oder emotionalen Erfahrungen zu rationalisieren und zu rechtfertigen (LeBreton et al., 2019).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik des Faking bei expliziten Persönlichkeitstest in Bewerbungssituationen und führt die Relevanz eines impliziten Testverfahrens für das Konstrukt Narzissmus ein.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert Narzissmus in seinen historischen und differenzierten Formen, erläutert die Phänomene Faking und soziale Erwünschtheit und beschreibt etablierte sowie implizite Messmethoden wie den Conditional Reasoning Test.
3 Frage-/Zielstellung: Hier wird das Ziel der Entwicklung eines CRT-N abgeleitet, die Forschungsfrage zur Validitätsevidenz formuliert und die Hypothese aufgestellt, dass der CRT-N über eine hohe Inhaltsvalidität verfügt.
4 Methode: Das Kapitel beschreibt das Vorgehen zur Konstruktion des Tests, die systematische Itemgenerierung basierend auf Rechtfertigungsmechanismen sowie die Prüfung der Inhaltsvalidität durch kognitive Interviews.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse der kognitiven Interviews mit drei Probanden werden ausgewertet, wobei der Fokus auf der inhaltlichen Validität und dem Antwortverhalten liegt.
6 Diskussion und Fazit: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse kritisch, verwirft die aufgestellte Hypothese, thematisiert Schwachstellen des Verfahrens und gibt einen Ausblick auf notwendige Verbesserungen für zukünftige Studien.
Conditional Reasoning Test, Faking, Narzissmus, Inhaltsvalidität, Persönlichkeitsdiagnostik, soziale Erwünschtheit, kognitives Interview, Rechtfertigungsmechanismen, Impression Management, implizite Persönlichkeit, psychometrische Tests, Testentwicklung, Validierung, Personalauswahl, Dunkle Triade
Der Fokus liegt auf der Entwicklung eines impliziten Testverfahrens zur Messung von narzisstischen Persönlichkeitsmerkmalen, um die Verzerrung durch bewusste Täuschung in Auswahlprozessen zu verringern.
Die zentralen Themen sind die Psychologie des Narzissmus, das Phänomen des Faking in der Personalauswahl, die Psychometrie sowie die methodische Entwicklung impliziter Messverfahren wie des Conditional Reasoning Tests.
Das primäre Ziel ist es, einen CRT-N zu konzipieren und zu prüfen, inwieweit eine qualitative Validitätsevidenz für dieses neue Testinstrument ausreichend ist.
Die Autorin nutzt zur Überprüfung der Inhaltsvalidität kognitive Interviews unter Anwendung von Techniken wie dem lauten Denken (Think-Aloud) und gezieltem Probing mit einer kleinen Stichprobe (n=3).
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Fundierung zum Narzissmus und Faking die Ableitung der Forschungsfrage, die methodische Konstruktion der Testitems und die empirische Anwendung der kognitiven Interviews detailliert dargestellt.
Wesentliche Begriffe sind Conditional Reasoning Test, Faking, Narzissmus, Inhaltsvalidität und Persönlichkeitsdiagnostik.
Die Autorin wählte ein implizites Verfahren, da explizite Selbstbeurteilungsfragebögen in Bewerbungssituationen hoch anfällig für soziale Erwünschtheit und Faking sind.
Die Hypothese, dass der CRT-N über eine hohe Inhaltsvalidität verfügt, wird verworfen, da weniger als die Hälfte der Items (neun von achtzehn) als zweifelsfrei inhaltsvalide identifiziert werden konnten.
Aufgrund der Testpersonen-Kritik an der Länge und Komplexität wurde der Fragebogen für den überarbeiteten Entwurf (siehe Anhang G) auf zwölf Items reduziert und spezifische, problematische Szenarien entfernt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

