Magisterarbeit, 2007
91 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung – Pilgerwandertourismus in Deutschland
1.1 Zur gegenwärtigen Situation im bundesdeutschen Wandertourismus
1.2 Fragestellung und Aufbau der Arbeit
2 Wandern - Definition, Entstehung und spezielle Aspekte
2.1 Definition und begriffliche Abgrenzung
2.2 Zur Historie des Wanderns
2.3 Spezielle Aspekte des Wanderns
2.3.1 sportmedizinische Aspekte des Wanderns
2.3.2 soziologische Aspekte des Wanderns
2.3.2.1 Das „Naturerlebnis“ als Grundbedürfnis moderner Menschen
2.3.2.2 Wandern als Form des Genusses von Naturlandschaften aus der Perspektive der Landschaftspsychologie
2.3.3 Touristische Aspekte
2.3.3.1 Wandern als Form des nachhaltigen Tourismus
2.3.3.2 Wandern als Element des Wellness – Urlaubs
2.3.3.3 Wandern als Form des spirituellen Tourismus
2.3.4 Wandern: Trend oder Trendsport
3 Potential der Nachfrager
3.1 Der moderne Wandergast innerhalb des touristischen Nachfragersegments
3.2 Motive von Wanderern
3.3 Bedürfnisse von Wanderern
4 Angebotspotential und Infrastruktur
4.1 Inszenierung und Thematisierung: Beispiele für erfolgreiches Marketing im Wandertourismus
4.2 Qualität im Wandertourismus
4.2.1 Gütekriterien für Wanderwege
4.2.2 Wanderfreundliche Gastgeber
4.2.3 Wandermarketing mit Hilfe von Prospekten
4.3 „TourNatur“ – Die Wander- und Trekkingmesse
5 Analyse der qualitativen Experteninterviews
5.1 Konzeption der Route
5.2 Thematisierung
5.3 Beschilderung
5.4 Gastgeber
5.5 Spiritueller Tourismus versus konventioneller Wandertourismus
5.6 Zusammenarbeit der Akteure
5.7 Marketing
5.8 Stärken Schwächen Analyse
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Pilgerwandertourismus, insbesondere des baltisch-westfälischen Jakobswegs, zur touristischen Aufwertung und wirtschaftlichen Stärkung des strukturschwachen Hinterlands von Vorpommern unter Berücksichtigung moderner Wanderbedürfnisse.
2.3.1 sportmedizinische Aspekte des Wanderns
Bewegungsarmut heißt eines der großen physiologischen Phänomene unserer Zeit. Sie ist eine der Hauptursachen für die großen Zivilisationskrankheiten, wie z.B. Krebs. Trotz der steigenden Mobilität, sinkt das körperliche Bewegungspensum eines Großteils der Gesellschaft. Wo liegen die Ursachen hierfür?
Schuld ist zum einen der hohe Technisierungsgrad in Bezug auf die Fortbewegungsmittel, wie PKW, Bus, Bahn oder Flugzeug. Im extremen Gegensatz zu unseren frühen Vorfahren, die als Jäger und Sammler noch täglich bis zu 40 km zu Fuß zurückgelegt haben um die Existenz für sich und ihre Angehörigen zu sichern (vgl. VÖLKER 1998, S.1), dominiert heute die motorisierte Fortbewegung.
Verteilt man die 310 Fußkilometer, so kommt man auf gerade mal 849 m pro Tag. Anhand dieser Tatsache kommt Ausgleichssport in der Freizeit eine immer größere Bedeutung zu. Negative Modeerscheinungen wie Schlankheitswahn aber auch ein gestiegenes Gesundheitsbewusstsein, von welchem wiederum die Gesundheitsindustrie mit ihren zahlreichen Angeboten profitiert, führen zu einer allgemeinen Befürwortung von sportlichen Tätigkeiten. Aufgrund von immer stärker individuell divergierenden Bedürfnissen hat sich binnen der letzten Jahrzehnte daher auch eine große Zahl neuer Sportarten auf dem Markt etabliert. Dabei gibt es unter den Sportmedizinern dahingehend einen Konsens, dass nicht jeder Sport gleichzeitig gesund ist.
Hinsichtlich der fragwürdigen Folgen des Leistungssports wendet sich nicht nur die Sportmedizin mehr und mehr den sanfteren Ausdauersportarten zu. Mit einem gewandelten Sportverständnis betreibt ein großer Teil der Bevölkerung Sport, weniger der persönlichen Höchstleistungen wegen, als vor allem zu Gunsten der eigenen Fitness und Gesundheit.
1 Einleitung – Pilgerwandertourismus in Deutschland: Ein Überblick über die Renaissance des Wanderns und die wachsende Bedeutung des Pilgerwandertourismus als touristisches Segment.
2 Wandern - Definition, Entstehung und spezielle Aspekte: Definition des Wanderbegriffs, historische Herleitung und Untersuchung der gesundheitlichen, soziologischen und touristischen Dimensionen.
3 Potential der Nachfrager: Analyse des modernen Wandergastes, seiner spezifischen Motive und Bedürfnisse sowie der unterschiedlichen Wandertypen.
4 Angebotspotential und Infrastruktur: Darstellung erfolgreicher Vermarktungsbeispiele und Kriterien für Qualitätssicherung in der Wanderinfrastruktur und beim Gastgewerbe.
5 Analyse der qualitativen Experteninterviews: Auswertung von Experteninterviews zur spezifischen Situation des Jakobswegs in Vorpommern und Erarbeitung von Optimierungsvorschlägen.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und Strategieempfehlungen für die Region Vorpommern.
Wandertourismus, Jakobsweg, Vorpommern, Pilgerwandern, Nachhaltigkeit, Tourismusmarketing, Naturerlebnis, Infrastruktur, Produktentwicklung, Wandergast, Qualitätsmanagement, Gesundheitstourismus, spiritueller Tourismus, regionale Entwicklung.
Die Arbeit untersucht, wie das Wandern und speziell der Pilgerwandertourismus genutzt werden können, um das wirtschaftlich unterentwickelte Hinterland von Vorpommern touristisch aufzuwerten.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Historie des Wanderns, der Analyse von Wander-Nachfragern, der Qualitätssicherung von Wanderwegen sowie einer Expertenanalyse zur Vermarktung des Jakobsweges in Vorpommern.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten der Produktentwicklung im Wandertourismus zu identifizieren, um das Hinterland Vorpommerns durch authentische Angebote touristisch attraktiver zu machen.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit der Auswertung von Experteninterviews, die sie persönlich geführt hat, um praxisnahe Handlungsempfehlungen zu entwickeln.
Der Hauptteil befasst sich mit der Psychologie des Wanderns, den Anforderungen an eine hochwertige Wanderinfrastruktur und der konkreten Anwendung von Qualitätskriterien auf die Region Vorpommern.
Wandertourismus, Jakobsweg, Vorpommern, Nachhaltigkeit, Tourismusmarketing und Produktentwicklung sind die zentralen Begriffe.
Weil er die Chance bietet, durch die Nutzung vorhandener historischer Routen und Naturpotenziale ein touristisches Produkt zu schaffen, das sich deutlich von den überlaufenen Küstenregionen abhebt.
Die Experteninterviews liefern den notwendigen Praxisbezug, da sie lokale Schwierigkeiten (z.B. unzureichende Beschilderung, Interessenkonflikte) aufzeigen und wertvolle Impulse für die touristische Ausgestaltung geben.
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