Examensarbeit, 2010
74 Seiten, Note: 1,00
1. EINLEITUNG
1.1 SOZIALE UNGLEICHHEIT
1.2 CHANCENGLEICHHEIT UND BILDUNGSCHANCE
1.3 TEILHABE
1.4 ZUSAMMENFASSUNG
2. INDIVIDUALISIERUNG UND SCHULE
2.1 SOZIALE KREISE
2.2 INDIVIDUALISIERUNGSTHESE NACH ULRICH BECK
2.3 INDIVIDUALISIERUNG UND INTEGRATION
2.4 GEWALT ALS AUSDRUCK VON CHANCENLOSIGKEIT
3. KAPITAL UND HABITUS ALS FAKTOREN SOZIALER UNGLEICHHEIT
3.1 ÖKONOMISCHES KAPITAL
3.2 KULTURELLES KAPITAL
3.2.1 Das inkorporierte kulturelle Kapital
3.2.2 Das objektivierte kulturelle Kapital
3.2.3 Das institutionalisierte kulturelle Kapital
3.3 SOZIALKAPITAL
3.4 ZUR TRANSFORMIERBARKEIT DES KAPITALS
3.5 DER HABITUS
4. KONZEPT ZU MEHR TEILHABE UND CHANCENGLEICHHEIT
4.1 SCHULE VERNETZEN
4.2 MENTORING
4.3 SCHULE UND BETRIEB
4.4 SCHULE UND JUGENDARBEIT – ZUR VERNETZUNG VON SCHULE UND VERBÄNDEN
5. FAZIT
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungschancen im deutschen Schulsystem und entwickelt ein Reformkonzept, um durch die stärkere Vernetzung von Schule mit externen Akteuren und Mentoringprogrammen die gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit für Kinder aus sozial benachteiligten Familien zu fördern.
1.1 Soziale Ungleichheit
Spreche ich im Folgenden von sozialer Ungleichheit, so ist „(…) die Hierarchie sozialer Positionen (Statusordnung) und die mit dem jeweiligen Status verbundene Besser- oder Schlechterstellung von Menschen in einer Gesellschaft (...)“ gemeint. Dabei bleibt zu bemerken, dass Ungleichheit grundsätzlich, wie Rousseau es formuliert, zweierlei Ursprung haben kann. Zum einen ist dies eine naturgegebene Ungleichheit, wie beispielsweise die Geschlechterunterschiede, eine Behinderung oder Krankheit. Zum anderen entsteht Ungleichheit durch gesellschaftliche Bedingungen. Rousseau bezeichnet dies als „(...) sittliche oder politische Ungleichheit (…)“, die „(…) durch die Einwilligung aller Menschen eingeführt oder wenigstens gebilligt worden ist.“ Dies geschieht auf dem Hintergrund einer ungleichen „(...) Verteilung knapper, gesellschaftlich bekehrter Güter wie Wohlstand und Ansehen (...)“ argumentiert Bock-Rosenthal. Zu ergänzen sind dabei politische und soziale Rechte sowie Zugang zu Bildung und Kultur. Die Verteilung besagter Güter basiert auf kollektiven Bewertungen und Rechtfertigungsprozessen, die allerdings einem Wandel unterliegen können.
„Das Ausmaß, in dem soziale Ungleichheit als legitim und damit gerechtfertigt gilt, verändert sich im sozialen Wandel und variiert mit der Kultur eines Landes.“, folgert Lengfeld. Das heißt, soziale Ungleichheiten unterliegen ständigen Veränderungen und sind immer im zeitlichen und örtlichen Kontext zu verstehen. Insofern unterscheiden sich natürliche und gesellschaftlich produzierte Ungleichheiten.
1. EINLEITUNG: Darstellung der Problematik von Bildungschancen in Deutschland und Einführung in die zentrale Forschungsfrage zur Verbesserung der Chancengleichheit.
2. INDIVIDUALISIERUNG UND SCHULE: Analyse der gesellschaftlichen Transformation nach Simmel und Beck und die daraus resultierende Belastung für die Institution Schule.
3. KAPITAL UND HABITUS ALS FAKTOREN SOZIALER UNGLEICHHEIT: Theoretische Fundierung der Bildungsungleichheit anhand Bourdieus Konzepten von ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital sowie dem Habitus.
4. KONZEPT ZU MEHR TEILHABE UND CHANCENGLEICHHEIT: Vorstellung eines Reformansatzes, der durch Mentoring und Vernetzung mit externen Partnern die Teilhabechancen von Schülern erweitern soll.
5. FAZIT: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit politischer und struktureller Reformen.
Soziale Ungleichheit, Chancengleichheit, Bildungssystem, Teilhabe, Individualisierung, soziales Kapital, kulturelles Kapital, Habitus, Schulentwicklung, Mentoring, Ganztagsschule, Bildungsbenachteiligung, gesellschaftliche Integration, berufliche Orientierung, Schulreform.
Die Arbeit analysiert, warum soziale Herkunft in Deutschland maßgeblich über Bildungschancen entscheidet, und entwirft ein Konzept, um durch eine Öffnung der Schule gesellschaftliche Teilhabe zu verbessern.
Im Zentrum stehen die soziale Ungleichheit im Bildungssystem, der Prozess der gesellschaftlichen Individualisierung sowie die theoretischen Ansätze zur Verteilung von Kapitalsorten (ökonomisch, kulturell, sozial).
Das Ziel ist es, durch die Einbindung externer Unterstützungssysteme in den schulischen Alltag mehr Chancengerechtigkeit für Kinder aus sozial schwachen Familien zu ermöglichen.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Theorieanalyse soziologischer Ansätze (insbesondere Bourdieu und Beck), um die systembedingten Probleme des aktuellen Bildungswesens zu erklären und darauf aufbauend ein Reformkonzept herzuleiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Individualisierungsprozessen, die soziologische Kapitalanalyse und den Entwurf eines Konzepts zur Schulvernetzung, Mentoring-Programmen und Kooperationen mit Betrieben.
Soziale Ungleichheit, Chancengleichheit, Kapitaltheorie nach Bourdieu, Individualisierung und schulische Vernetzung sind die tragenden Begriffe.
Der Habitus erklärt, wie soziale Herkunft unbewusste Wahrnehmungs- und Handlungsmuster prägt, die den Bildungserfolg beeinflussen, und verdeutlicht damit die systemischen Hürden für benachteiligte Kinder.
Die Vernetzung dient dazu, Schülern bereits frühzeitig praxisnahe Orientierung für ihre Lebensplanung zu bieten und die biographische Bedeutsamkeit schulischer Bildung durch direkte Erfahrung erlebbar zu machen.
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