Bachelorarbeit, 2009
65 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 DEUTSCHE AUSWANDERUNG AN DEN RÍO DE LA PLATA – EIN ÜBERBLICK
2.1 Entwicklung der deutschen Immigration (1853-1933)
2.2 Die Deutsche Einwanderung während des Deutschen Reiches
3 DIE ÄRA PERÓN
3.1 Abriss seiner politischen Karriere
3.2 Die Doktrin des Justizialismus
4 PERÓNS EINWANDERUNGSPOLITIK IN DER NACHKRIEGSZEIT: DEUTSCHER WISSENSCHAFTLEREXODUS
4.1 Die Anwerbung deutscher Akademiker
4.2 Das Kontrollgesetz Nr. 25 und die Industrialisierung dank deutscher Fachkräfte
5 DER MYTHOS DER ODESSA
5.1 Legale Ausreise: Military Exit Permit
5.2 Illegale Ausreise: Fluchtrouten
5.2.1 Der nordische Weg
5.2.2 Der italienische Weg
5.2.3 Atlantiküberquerung
5.3 Unfreiwillige Helfer der Dokumentenfälschung
5.4 Die Rolle des Vatikans
5.5 Peróns ‚ODESSA’
5.5.2 Institutionen
5.5.3 Nazis in Argentinien – zwischen Legende und Realität
6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis zwischen der argentinischen Einwanderungspolitik unter Juan Domingo Perón und der Entstehung des Mythos um die NS-Fluchtorganisation „ODESSA“. Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt der Verschwörungstheorie zu analysieren, indem die tatsächliche Fluchthilfe, die Rolle einzelner Institutionen und die Motivation hinter der Anwerbung deutscher Spezialisten kritisch hinterfragt werden.
5.1 Legale Ausreise: Military Exit Permit
Die Besatzungsmächte unterbanden nach ihrem Sieg laut Gesetz Nr. 161 jegliche Grenzüberschreitung ohne schriftliche Genehmigung seitens der Militärregierung um die Flucht etwaiger Nazis zu verhindern. Jedoch selbst die Beantragung dieses Military Exit Permit stellte eine zumeist unüberwindbare Hürde für Ausreisewillige dar, da ihm ein immenser bürokratischer Aufwand vorausging.
Zum Erhalt waren nur Anti-Nazis, von Nazis Verfolgten, ältere Menschen sowie Frauen und Kinder zwecks Familienzusammenführung berechtigt, d.h. Bürger, welche die Alliierten nicht für den Wiederaufbau der Nation als wichtig erachteten. Weitere Bedingungen waren:
1. Leumundszeugnis der Ortspolizeibehörde
2. Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes
3. Einreiseerlaubnis des Zielstaates
4. Rufpassage
5. Spruchkammerbescheid über erfolgte Entnazifizierung
6. Zwölf Passfotos
7. Gesundheitszeugnis
8. Impfzeugnis
1 EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage nach 1945 und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der vermeintlichen Existenz der Geheimorganisation ODESSA.
2 DEUTSCHE AUSWANDERUNG AN DEN RÍO DE LA PLATA – EIN ÜBERBLICK: Skizzierung der historischen Einwanderungswellen aus Deutschland nach Argentinien von 1853 bis in die Zeit des Nationalsozialismus.
3 DIE ÄRA PERÓN: Politischer Abriss der Ära Peróns, seiner Karriere und der ideologischen Grundlagen des Justizialismus.
4 PERÓNS EINWANDERUNGSPOLITIK IN DER NACHKRIEGSZEIT: DEUTSCHER WISSENSCHAFTLEREXODUS: Untersuchung der gezielten Anwerbung deutscher Wissenschaftler und Rüstungsfachleute im Kontext der alliierten Kontrollgesetzgebung.
5 DER MYTHOS DER ODESSA: Detaillierte Analyse der Fluchtrouten, der Rolle von Institutionen wie dem Vatikan und dem Roten Kreuz sowie eine kritische Prüfung der Legende einer zentral gesteuerten Nazi-Fluchtorganisation.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Zusammenführung der Ergebnisse, welche die Existenz der ODESSA widerlegen und den Mythos als Resultat individueller Fluchthilfe und argentinischer Interessen deuten.
Argentinien, Perón, ODESSA, Nationalsozialismus, Fluchthilfe, Einwanderung, Wissenschaftlerexodus, Vatikan, Rotes Kreuz, Justizialismus, NS-Kriegsverbrecher, Identitätsfälschung, Diplomatie, Migrationsgeschichte, Flüchtlingsrouten.
Die Arbeit analysiert die Verbindung zwischen der Einwanderungspolitik des argentinischen Präsidenten Juan Domingo Perón nach dem Zweiten Weltkrieg und der populären Verschwörungstheorie um eine Nazi-Geheimorganisation namens ODESSA.
Schwerpunkte sind die deutsche Einwanderungsgeschichte, die Rolle Peróns beim Import von technischem Know-how aus Deutschland sowie die Rolle verschiedener Hilfsorganisationen bei der Flucht von Nationalsozialisten.
Ziel ist es, den historischen Wahrheitsgehalt des Mythos ODESSA zu prüfen und aufzuzeigen, ob es sich um eine straff organisierte Geheimorganisation oder um ein Geflecht aus individuellen Fluchthelfern handelte.
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Quellenanalyse, die auf historischen Dokumenten, Statistiken und Sekundärliteratur basiert, um die Ereignisse der Nachkriegszeit einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Ära Peróns, den Wissenschaftlerexodus, die Analyse der Fluchtrouten, die Rolle der katholischen Kirche sowie eine Datenübersicht zu identifizierten Flüchtlingen.
Zentrale Begriffe sind Argentinien, Perón, ODESSA, Fluchthilfe, Nationalsozialismus und internationale Migrationsnetzwerke.
Die Autorin sieht den Vatikan eher als eine Organisation, die aus humanitären Motiven und im Kontext des Antikommunismus handelte, wobei dies jedoch kein moralisches Urteil über die faktische Fluchthilfe für NS-Größen ausschließt.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Annahme einer Nazi-Hochburg ein Mythos ist; betrachtet man das Verhältnis von Kriegsverbrechern zu anderen Einwanderern, ist der Anteil der Nazis verschwindend gering.
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