Diplomarbeit, 2009
112 Seiten, Note: 1,0
1. Kinder und Jugendliche
1.1 Die Situation von Kindern und Jugendlichen heute
1.1.1 Individualisierung und Pluralisierung der Lebensentwürfe
1.1.2 Verinselte Kindheit
1.1.3 Entscheidungskompetenz
1.2 Die kognitive Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
1.2.1 Entwicklung kognitiver Leistungen
1.2.2 Kognitive Defizite im Kindes- und Jugendalter
1.2.3 Die Rolle der Schule für die Entwicklung kognitiver Kompetenzen
1.3 Zusammenfassung
2. Zivilgesellschaft und Engagement
2.1 Was ist eine "Zivilgesellschaft"?
2.1.1 Das Konzept der Zivilgesellschaft
2.1.1.1 Gesellschaft und Individuum in der Zivilgesellschaft
2.1.1.2 Politik in der Zivilgesellschaft
2.1.1.3 Bildungswesen und Schule in der Zivilgesellschaft
2.1.2 Zivilcourage
2.1.3 Zwischenfazit
2.2 Bürgerschaftliches/ Zivilgesellschaftliches Engagement
2.2.1 Motive für zivilgesellschaftliches Engagement
2.2.2 Wirkung von zivilgesellschaftlichem Engagement
3. Partizipation und Politik
3.1 Was ist "Partizipation"?
3.2 Partizipation von Kindern und Jugendlichen
3.3 Partizipation in der Gemeinde
3.3.1 Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Kommunen
3.3.2 Pädagogische Begleitung der Beteiligungsangebote
3.3.3 Zusammenfassung
3.4 Politische Partizipation
3.4.1 Politische Partizipation Jugendlicher
3.4.2 Zusammenfassung
4. Demokratie und Schule
4.1 Was ist "Demokratie"?
4.2 Der demokratische Bürger
4.2.1 Personale Verhaltensnormen
4.2.1.1 Interesse
4.2.1.2 Skepsis
4.2.1.3 Anteilnahme
4.2.2 Soziale Verhaltensnormen
4.3 Schule in der Demokratie
4.3.1 Autonomie von Schule in der Wissensgesellschaft
4.3.2 Schule in der Modernisierungskrise
4.3.2.1 Die Rolle des Lehrers
4.3.2.2 Zusammenfassung
4.3.3 Das deutsche Konzept »Öffnung der Schule«
4.3.4 Politische Bildung in der Schule
5. Civic Education
5.1 Was ist "Civic Education"?
5.2 Konzepte und Methoden von Civic Education
5.2.1 Konzepte der Civic Education in den USA und Kanada
5.2.1.1 Kontraktualistischer Ansatz
5.2.1.2 Tugendethischer Ansatz
5.2.2 Methoden der Civic Education in den USA und Kanada
5.2.3 Konzepte der Civic Education in England
5.2.4 Methoden der Civic Education in England
5.3 Die Bedeutung von Civic Education
5.3.1 Die aktuelle Situation in Deutschland
5.3.2 Die Bedeutung einer Civic Education für Deutschland
5.4 Praxisansätze einer Civic Education in Deutschland
5.5 Elemente einer Civic Education
5.5.1 Kooperatives Lernen
5.5.2 Demokratisches Sprechen
5.5.3 Jugendführungstrainings (Youth Leadership Trainings)
5.5.4 Verantwortung lernen (Service Learning)
6. Service Learning
6.1 Was ist "Service Learning"?
6.1.1 Ablauf der Service Learning Projekte
6.1.1.1 Recherche-Phase
6.1.1.2 Ideen-Phase
6.1.1.3 Planungs-Phase
6.1.1.4 Reflexions-Phase(n)
6.1.1.5 Feedback
6.1.2 Der Aspekt der Teamarbeit in Service Learning Projekten
6.2 Ziele von Service Learning
6.3 Wirkungen von Service Learning
6.3.1 Wirkung von Service Learning auf die Schüler
6.3.2 Wirkung von Service Learning auf benachteiligte Kinder und Jugendliche
6.3.3 Wirkung von Service Learning auf Schule und Schulklima
6.3.4 Wirkung von Service Learning auf die Gesellschaft
6.3.5 Zusammenfassung
Die Diplomarbeit untersucht das breite Feld des schulischen Engagements und geht der zentralen Forschungsfrage nach, welchen Beitrag die Schule leisten kann, um aus Schülerinnen und Schülern zivilgesellschaftlich verantwortungsvolle sowie politisch partizipierende Bürgerinnen und Bürger zu machen.
Einleitung
"Tu` was für andere und lern` was dabei!" Unter diesem Motto könnte ein Projekt in einer beliebigen deutschen Schule stattfinden: Schülerinnen und Schüler kochen im Zeitraum eines Schuljahres einmal in der Woche für Obdachlose ein Essen. Die bedürftigen Menschen der Stadt bzw. Region bekommen im Rahmen des schulischen Engagements eine warme Mahlzeit. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei wie man eine gesunde Speise zubereitet und serviert. Gleichzeitig erfahren sie aber auch mehr über Obdachlosigkeit und Armut in Deutschland. Mögliche Erfolge, die aus den gesammelten Erfahrungen der einzelnen Projektteilnehmer/-innen erzielt werden können, sind darüber hinaus der Abbau von Schranken, Vorurteilen und Vorbehalten.
Da so ein Projekt nicht ohne die Unterstützung und Hilfe (karitativer) Einrichtungen des regionalen Umfeldes zu finanzieren ist, lernen die Schülerinnen und Schüler durch den Kontakt und Austausch mit den kommunalen Institutionen wie beispielsweise der Caritas, der Diakonie, dem Sozialamt und lokalen Lebensmittelgeschäften die Einrichtungen selbst und deren Funktionen kennen.
Diese Projektvorstellung ist um vielfältige Ideen ergänzbar und kann beispielsweise auch in Zusammenarbeit mit einem Seniorenwohnheim oder einem Behindertenheim stattfinden, in dem die Schülerinnen und Schüler einmal in der Woche für Senioren bzw. für Menschen mit Behinderung kochen. Dabei können sie mehr über Seniorenwohnformen, Behindertenwerkstätten, senioren- oder behindertengerechte Ernährung erfahren.
Werden diese vielfältigen und praktischen Erfahrungen mit schulischer Wissensvermittlung (gesunde Ernährung in Biologie, Mengenberechnungen und Kostenkalkulationen in Mathematik, das Verfassen von Spendenbriefen im Deutschunterricht, die Aneignung von Hintergrundwissen über Armut, den Sozialstaat, die demokratische Staatsform, Solidarität und Barmherzigkeit im Sozialkunde-, Ethik- bzw. Religionsunterricht) verbunden spricht man von einem "Service Learning Projekt". Das Prinzip von Service Learning lautet: "Lernen durch Engagement".
1. Kinder und Jugendliche: Dieses Kapitel skizziert die Lebenssituation heutiger Kinder und Jugendlicher und beleuchtet die für die Partizipation relevante kognitive Entwicklung.
2. Zivilgesellschaft und Engagement: Hier wird das Konzept der Zivilgesellschaft definiert und die Bedeutung sowie die Motive für bürgerschaftliches Engagement erläutert.
3. Partizipation und Politik: Das Kapitel befasst sich mit den Grundlagen der Partizipation, insbesondere der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Gemeinden und dem politischen Partizipationsverhalten.
4. Demokratie und Schule: Hier wird das Demokratieverständnis diskutiert und untersucht, wie Schule als Ort der Demokratieerziehung modernisiert werden kann.
5. Civic Education: Dieses Kapitel stellt das Konzept der Civic Education sowie internationale Ansätze und Methoden vor und bewertet deren Bedeutung für Deutschland.
6. Service Learning: Das abschließende Hauptkapitel beschreibt das Lehr-Lernkonzept Service Learning, seinen Ablauf sowie dessen Wirkung auf Schüler, Schule und Gesellschaft.
Civic Education, Service Learning, Zivilgesellschaft, Partizipation, Politische Bildung, Demokratieerziehung, Bürgerschaftliches Engagement, Demokratie lernen, Schulsozialarbeit, Schulkultur, Mitbestimmung, Schüler, Jugendliche, Soziales Lernen, Persönlichkeitsentwicklung
Die Arbeit untersucht das Feld des schulischen Engagements und die Möglichkeiten, wie Schule dazu beitragen kann, Jugendliche zu verantwortungsbewussten und politisch aktiven Bürgern zu erziehen.
Die zentralen Themen sind Zivilgesellschaft, politische Partizipation, Demokratiepädagogik, das Konzept der Civic Education und die praktische Umsetzung durch Service Learning.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Schule reformiert werden muss, um Schüler zu zivilgesellschaftlich verantwortlichem Handeln zu befähigen.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die pädagogische Konzepte (wie Civic Education und Service Learning) mit aktuellen Befunden zur Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen sowie Ergebnissen von Modellprogrammen (wie BLK-Programm) verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Lebenswelt Jugendlicher, das Konzept der Zivilgesellschaft, Partizipationsmöglichkeiten, den Demokratie-Modernisierungsbedarf der Schule, sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Civic Education und Service Learning.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Civic Education, Service Learning, Zivilgesellschaft, Partizipation, politische Bildung und demokratische Schulkultur charakterisieren.
Service Learning wird als pädagogisch wertvolle Methode identifiziert, da es schulisches Lernen direkt mit dem Dienst am Gemeinwohl verknüpft und so eine Brücke zwischen Theorie und lebensweltlicher Praxis schlägt.
Die Arbeit beschreibt damit das Phänomen, dass Kinder zwar eigene Räume haben, diese aber oft von Erwachsenen gestaltet und räumlich isoliert sind, was die soziale Interaktion zwischen den Generationen erschwert.
Lehrkräfte fungieren nicht mehr nur als Wissensvermittler, sondern als Begleiter, die Mut zu kontroversen Diskussionen aufbringen, Macht abgeben können und Lernprozesse projektorientiert moderieren müssen.
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