Masterarbeit, 2024
101 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1 Vorgehen, Forschungsstand, Materialauswahl und Methode
1.2 Ziel, Motivation, Erkenntnisinteresse, weiteres Vorgehen
2. Hauptteil
2.1 Überblick zu Sprechakten und perverser Kommunikation
2.2 Vertiefung zu Sprechakten und ein Überblick zu Austin
2.3 Überblick zur Sprechakttheorie von Grice
2.4 Überblick zu perverser Kommunikation aus dem Buch von Hirigoyen
3. Der Begriff der Perversion und des Ausblendens
3.1 Was ist pervers?
3.2 Erste Idee einer Definition von perverser Kommunikation
3.3 Ergänzung zur Motivation und Relevanz & die Verknüpfung zum Ausblenden
4. Übersicht der perversen Kommunikation nach Hirigoyen
4.1 Auswirkungen auf Hörende und Ideen zu Definitionen
4.1.1 Verweigerung von Kommunikation
4.1.2 Entstellung der Sprache
4.1.3 Lügen
4.1.4 Sarkasmus, Spott, Verachtung
4.1.5 Paradoxe Botschaften
4.1.6 Herabsetzung
4.1.7 Zwietracht
4.1.8 Macht
4.1.9 Gaslighting
4.1.10 DARVO
4.2 Erkennen von perverser Kommunikation
5. Analyseteil anhand der Sprechakttheorie von Grice
5.1 Die Kategorien und Maximen und Gefühle
5.2 Intro zur Analyse
5.2.1 Analyse in der Kategorie der Quantität
5.2.2 Analyse in der Kategorie der Qualität
5.2.3 Analyse in der Kategorie der Relation
5.2.4 Analyse in der Kategorie der Modalität
6. Schlussteil
6.1 Erkenntnisse aus der Analyse und der Bearbeitung der Literatur
6.2 Fazit der Erkenntnisse und ein Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Phänomen „perverse Kommunikation“ durch eine philosophische Analyse – primär unter Anwendung der Sprechakttheorie von H.P. Grice – zu definieren und erkenntlich zu machen. Dabei wird gezielt untersucht, wie subtile sprachliche Manipulation und die bewusste Missachtung konversationeller Regeln zur Destabilisierung und psychischen Belastung von Kommunikationspartnern führen können, wobei ein besonderer Fokus auf dem Zusammenhang zwischen dieser Art der Kommunikation und suizidalen Verhaltensweisen liegt.
1. Einleitung
Während Sie diese Arbeit lesen, stellen Sie sich bitte hin und wieder eine Operation vor, denn ich operiere mit Worten, indem ich argumentiere. Ich werde Sie zwischendurch daran erinnern und Sie während der gesamten Operation begleiten. Nun leite ich mein Vorhaben ein, das als philosophische Operation gelesen werden kann.
„[...]Man kann nicht nicht kommunizieren.”, schreibt Watzlawick.1 Und wenn ein Mensch nicht zu kommunizieren scheint, dann schweigt dieser Mensch, kommuniziert also doch. Denn das Schweigen kann etwas bedeuten und bewirken.
Eine unterlassene Kommunikation kann sogar als Bestrafung gedeutet werden.2 Und das, obwohl Kommunikation existiert, um für Verständigung zu sorgen und nicht für Bestrafung durch Nicht-Kommunikation, oder?
Wenn nicht, kann das bedeuten, dass zumindest eine Person Gefühle des Unwohlseins entwickelt. Denn wer möchte schon bestraft werden, mit Kommunikation, die unterlassen wird. Aber dennoch gibt es Reaktionen des Schweigens und des Ignorierens. Und das ist doch das Gegenteil von Sprechen. Also ist es auch verkehrte Kommunikation. Kann man das dann pervers nennen? Kommunikation kann nämlich widerlich sein. Kommunikation dient dem Menschen jedoch auf vielfältige Art und Weise.3 Dazu gehört der Austausch von Informationen und auch für Beziehungen ist Kommunikation ein Mittel zum Zweck. Kommunikation löst Gefühle aus, und Ekel kann Menschen vor Erkrankungen schützen. Schreibe ich über Widerliches, kann Ekel folgen. Also schützt Kommunikation, aber Menschen können sich auch gekränkt fühlen durch Worte. Wie kränkend Kommunikation sein kann und ob das dann perverse Kommunikation ist, untersuche ich in dieser Arbeit. Doch vielleicht macht auch Perversion die Kommunikation gesünder.4 Perverse Kommunikation als eine Art Virus, der krank macht, kann ich mir erdenken, denn Kommunikation kann nicht nur unterlassen, sondern zudem verzerrt und verdreht werden. Einige übergeben sich wegen Krankheit, anderen dreht sich der Magen um. Ich denke daher, dass sich auch Gehirne umgedreht anfühlen können. Also vermute ich, dass Menschen sich mit ihrem Gehirn übergeben können. Und dann ist einem nicht übel, sondern anders. Das stelle ich mir so vor und bitte die Lesenden darum, sich Sprache und Kommunikation in dieser Masterarbeit auch so vorzustellen.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der perversen Kommunikation ein, etabliert die methodische Metapher der „Operation mit Worten“ und stellt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen subtiler sprachlicher Manipulation.
2. Hauptteil: Dieses Kapitel strukturiert die theoretische Basis, indem es Sprechakttheorien von Austin und Grice sowie die Literatur von Hirigoyen einführt, um das analytische Werkzeug für die Untersuchung bereitzustellen.
3. Der Begriff der Perversion und des Ausblendens: Hier wird der Begriff der Perversion im Kontext der Kommunikation erörtert und die Tendenz des „Wegsehens“ bei psychischer Gewalt thematisiert, um ein Bewusstsein für diese Mechanismen zu schaffen.
4. Übersicht der perversen Kommunikation nach Hirigoyen: Dieses Kapitel kategorisiert verschiedene Erscheinungsformen perverser Kommunikation wie Gaslighting und DARVO und analysiert deren destabilisierende Auswirkungen.
5. Analyseteil anhand der Sprechakttheorie von Grice: Im Zentrum steht die Anwendung der Grice’schen Maximen (Quantität, Qualität, Relation, Modalität) zur Identifikation von Mustern der Machtausübung und subtilen Manipulation durch Sprechakte.
6. Schlussteil: Das Kapitel reflektiert die erzielten Analysen, diskutiert die Forschungslücken hinsichtlich suizidaler Auswirkungen und fasst das Potenzial der Sprechakttheorie zur Identifikation dysfunktionaler Kommunikationsmuster zusammen.
Perverse Kommunikation, Sprechakte, Grice, Gaslighting, DARVO, Sprachliche Manipulation, Macht und Kontrolle, Psychische Gewalt, Suizidalität, Willentliche Blindheit, Kommunikation, Philosophie, Emotionen, Identität, Entitäten
Die Arbeit untersucht, was als „perverse Kommunikation“ bezeichnet werden kann, wie sie durch Manipulationen und Machtausübung gekennzeichnet ist und welchen negativen Einfluss sie auf das psychische Wohlbefinden bis hin zur Suizidalität haben kann.
Als methodisches Werkzeug wird primär die Sprechakttheorie von Paul Grice verwendet, ergänzt durch die Arbeiten von John Langshaw Austin und die psychologischen Analysen zur „Masken der Niedertracht“ von Marie-France Hirigoyen.
Ziel ist es, perverse Kommunikation mithilfe philosophischer Analysetools (Kategorien und Maximen von Grice) erkenntlich zu machen, da diese Form der Kommunikation aufgrund ihrer Subtilität und der Tendenz zum gesellschaftlichen „Wegsehen“ bisher unterrepräsentiert ist.
Besonders intensiv werden „Gaslighting“ (gezielte Realitätsverzerrung) und „DARVO“ (Deny, Attack and Reverse Victim and Offender) als Taktiken analysiert, die Macht und Kontrolle über Hörende ausüben.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine Definiereung der Perversion als „Entität“, eine detaillierte Übersicht verschiedener Erscheinungsformen der perversen Kommunikation und schließlich einen praktischen Analyseteil basierend auf den vier Kategorien von Grice.
Die Autorin bezeichnet die Auswirkungen bzw. die komplexen kommunikativen Strukturen als „perverse Entitäten“, um zu verdeutlichen, dass das Phänomen über einen einzelnen Sprechakt hinausgeht und eine eigenständige, wenn auch subtile und oft unsichtbare existenzielle Qualität besitzt.
Die Autorin verknüpft perverse Kommunikation mit „Bullshit“, da beides Phänomene sind, die oft verharmlost werden, obwohl sie destruktive Ziele verfolgen und eine Forschungslücke in der Philosophie darstellen.
Das „Ausblenden“ bzw. die „willentliche Blindheit“ wird als wichtiger Schutzmechanismus der Beteiligten identifiziert, der zugleich erklärt, warum gesellschaftlich so oft vor den gravierenden Folgen der perversen Kommunikation (einschließlich suizidaler Krisen) weggesehen wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

