Bachelorarbeit, 2024
61 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung
1. Die Historische Entwicklung von trans* Rechten in Deutschland
2. Fragestellung und Theoretischer Rahmen
a. Forschungsfrage
b. Theoretischer Rahmen: Multiple Streams Framework
i. Problem Stream
ii. Policy Stream
iii. Politics Stream
3. Methode: Frame-Analysis
4. Instrumentalisierung durch Framing und die kontroverse Debatte über das Selbstbestimmungsgesetz
a. Instrumentalisierung durch Framing
b. Trans* Rechte und die dazugehörigen gesellschaftlichen Debatten um das Selbstbestimmungsgesetz
5. Analyse
a. Vorstellung der Primärquellen
b. Qualitative Framing Analyse: Vorgehen
6. Analyse der Debatte zum Entwurf des Selbstbestimmungsgesetzes
a. Gesetzliches Framing des Selbstbestimmungsgesetzes
b. Medizinisches Framing des Selbstbestimmungsgesetzes
c. Gesellschaftliches Framing des Selbstbestimmungsgesetzes
d. Sicherheits- und Ordnungspolitisches Framing des Selbstbestimmungsgesetzes
e. Framing des Selbstbestimmungsgesetzes im Bereich des Minderjährigenschutzes
f. Menschenrechtliches Framing des Selbstbestimmungsgesetzes
7. Diskussion
Diese Arbeit analysiert den Gesetzgebungsprozess und die gesellschaftliche Kontroverse rund um das geplante Selbstbestimmungsgesetz in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, die Framing-Mechanismen verschiedener politischer und gesellschaftlicher Akteure zu untersuchen und offenzulegen, wie das Thema für politische Zwecke instrumentalisiert wird, um die Forschungsfrage zu beantworten, wie sich Betroffene und Parteien zu diesem Gesetz positionieren und diese Haltungen begründen.
3. Methode: Frame-Analysis
Frame-Analysis, oder auch als Framing bekannt, ist ein Analysemodell, welches erstmals 1974 von Erving Goffman in seinem Werk „Frame Analysis: An Essay on the organization of experience“ vorgestellt wurde und einen Ansatz bietet, um sozialen Konstruktionen der Realität zu beschreiben und zu verstehen (Shaw/Encyclopaedia Britannica, 2013; Goffman, 1974; Entman, 1993; Oliver und Johnston, 2000).
Der Name der Frame-Analysis beschreibt ihre Funktionsweise eigentlich schon sehr gut. Man kann sich zum Beispiel einen Filter vorstellen, hinter dem das zu analysierende Problem zu erkennen ist. Der Filter, beeinflusst von äußeren Einflüssen, verändert sich bei jedem Individuum, welches das Problem betrachtet. Dadurch wirft jede Person eine andere Perspektive auf das Problem, entwickelt eine andere Auffassung und äußert dementsprechend auch Ansichten und Meinungen zum Problem, die sich von anderen unterscheiden.
Die verschiedenen Einflüsse können sozialer oder natürlicher Art sein. Natürliche Frames betrachten Ereignisse als rein physische Geschehnisse, zum Beispiel in der Physik, der Chemie oder Biologie. Diese Geschehnisse werden als vollkommen zufällig und unbeeinflusst betrachtet. Soziale Einflüsse werden dabei komplett ignoriert. Auf diesen natürlichen Frames basieren auch soziale Frames. Es ist zu beachten, dass soziale Frames sehr stark die Wahrnehmung, beziehungsweise das Verständnis von Daten und wie man mit diesen umgeht.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Relevanz der Debatte um das Selbstbestimmungsgesetz ein und verortet das Thema im Kontext verfassungsrechtlicher Entwicklungen und gesellschaftspolitischer Veränderungen.
1. Die Historische Entwicklung von trans* Rechten in Deutschland: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Weg von den ersten trans* Bewegungen in der Weimarer Republik über die repressiven Bedingungen während des Nationalsozialismus bis hin zur Etablierung des kritisierten Transsexuellengesetzes von 1980 nach.
2. Fragestellung und Theoretischer Rahmen: Hier wird die Forschungsfrage definiert und das theoretische Modell des „Multiple Streams Frameworks“ nach Kingdon eingeführt, um den politischen Entscheidungsprozess in Problem-, Policy- und Politics-Streams zu gliedern.
3. Methode: Frame-Analysis: In diesem Teil wird die Frame-Analyse nach Goffman und Entman als methodisches Instrument vorgestellt, um die psychologischen und diskursiven Mechanismen zu untersuchen, mit denen politische Akteure Themen rahmen und beeinflussen.
4. Instrumentalisierung durch Framing und die kontroverse Debatte über das Selbstbestimmungsgesetz: Hier wird theoretisch hergeleitet, wie Framing genutzt wird, um Diskurse zu steuern, und der theoretische Überbau mit der aktuellen Situation von trans* Personen in Deutschland verknüpft.
5. Analyse: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen bei der Auswahl der Primärquellen, inklusive der Analyse von Gesetzesentwürfen, Stellungnahmen von Experten und Interviews mit politischen Akteuren.
6. Analyse der Debatte zum Entwurf des Selbstbestimmungsgesetzes: Der Hauptteil der Arbeit analysiert detailliert die verschiedenen Framing-Kategorien – von rechtlichen und medizinischen bis hin zu sicherheitspolitischen und minderjährigenschutzbezogenen Narrativen – die in der Bundestagsdebatte verwendet werden.
7. Diskussion: Das abschließende Kapitel diskutiert die Ergebnisse vor dem Hintergrund der Erkenntnisse über gesellschaftliche Polarisierung und moralische Panik und zieht ein Fazit über die Auswirkungen des Framing-Prozesses auf den politischen Diskurs.
Selbstbestimmungsgesetz, Trans* Rechte, Framing, Multiple Streams Framework, Bundestag, Politische Kommunikation, Diskursanalyse, Transgeschlechtlichkeit, Identitätspolitik, Minderjährigenschutz, Gesetzgebungsprozess, gesellschaftliche Debatte, Menschenrechte, Instrumentalisierung, Geschlechtsidentität
Die Bachelorarbeit untersucht den Gesetzgebungsprozess des neuen Selbstbestimmungsgesetzes in Deutschland und analysiert dabei, wie verschiedene politische und gesellschaftliche Akteure die öffentliche Debatte durch spezifische Framing-Techniken beeinflussen.
Die Untersuchung deckt ein breites Spektrum ab, das unter anderem rechtliche Aspekte, medizinische Perspektiven, Sicherheits- und Ordnungspolitik, den Minderjährigenschutz sowie allgemeine menschenrechtliche Argumentationslinien umfasst.
Die Arbeit fokussiert auf die Frage: „Wie positionieren sich Betroffene und politische Parteien zum Selbstbestimmungsgesetz und wie begründen diese Positionen?“
Die Autorin nutzt eine methodische Kombination aus der qualitativen Frame-Analyse nach Erving Goffman und Robert Entman sowie dem politikwissenschaftlichen Multiple Streams Framework von John Kingdon.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse unterschiedlicher Primärquellen wie Gesetzesentwürfen, Experten-Stellungnahmen und Interviews, um die identifizierten Frames den jeweiligen Akteuren zuzuordnen und ihre Strategien offenzulegen.
Zentrale Begriffe sind neben dem Selbstbestimmungsgesetz vor allem Framing, trans* Rechte, Politische Kommunikation und die gesellschaftliche Polarisierung im Kontext von Identitätspolitik.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Regierungsparteien das Gesetz primär als notwendigen menschenrechtlichen Fortschritt rahmen, während insbesondere die Oppositionsparteien wie die AfD oder teilweise die CDU/CSU sicherheits- und minderjährigenschutzbezogene Bedenken als Argumentationsmuster für eine kritische Haltung nutzen.
Der Problem Stream dient dazu, die Ausgangslage zu definieren, insbesondere die Verfassungswidrigkeit des alten Transsexuellengesetzes und die daraus resultierende Notwendigkeit politischer Reformen, um die Problematik für die breitere Öffentlichkeit sichtbar zu machen.
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