Diplomarbeit, 2002
79 Seiten, Note: 2,1
I. Einführung
II. Begriffe
II.1. Internet
II.2. Kultur
III. Entstehungsgeschichte des Internet
Kulturschock
IV. Möglichkeiten im Internet
IV.1. Akteure und Funktionsweise
Kommunikationsmodelle & Interkulturelle Kommunikation
IV.2. Internet-Dienste
Dimensionen interkultureller Unterschiede in der Kommunikation
V. Kulturelle, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Bedeutung des Internet
VI. Netzdemographie
VI.1. Hosts
VI.2. User
Kulturelle Horizonte
VI.3. Domains
Daten- und Dialogorientierte Kulturen
VI.4. Sprachen
Lingua franca
Diachrone Variation & Migrationsbewegungen
VI.5. Geschlecht
VI.6. Alter
VI.7. Bildung
Kultur und Bildung im zeitlichen Wandel
VI.8. Einkommen
VI.9. Nutzungsmuster
Monochrones und Polychrones Verhalten & Low und High Context
VII. Zusammenfassung
VII.1. Zukunftsszenarien
Best-Case-Scenario
Worst-Case-Scenario
Real-Case-Scenario
VII.2. Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht das Internet als technokulturelles Phänomen und analysiert, wie sich das Netz in verschiedenen kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kontexten entwickelt und auswirkt, wobei ein besonderer Fokus auf der Untersuchung der Interaktionen zwischen Technik und Kultur liegt.
Lingua franca
Zweifelsohne war und ist Englisch die vorherrschende Sprache im Internet, quasi die „lingua franca“ moderner elektronischer Kommunikation. Das sollte bedeuten, dass sich alle Personen, die sich der „lingua franca“-Kommunikation bedienen, auf einer einheitlichen sprachlichen, aber auch kulturellen Ebene befinden. Da weltweit jedoch unterschiedliche Versionen englischer Sprache existieren, die selbst aus verschiedenen Kulturkreisen entstammen und daher eine Abhängigkeit gegenüber diesen aufgebaut haben, ist jene Kommunikation in Realität mit weitaus größeren Problemen behaftet als erwartet. So sind bereits die US-amerikanischen und britischen Varianten des Englischen respektive deren kulturelle Merkmale weit voneinander entfernt. Treffen dann sogar Varianten, die aus dem ehemaligen britischen Kolonialreich hervorgegangen sind, aufeinander, wird diese kulturelle Kluft um so größer und dadurch der Kommunikationshintergrund um so kritischer. Eine zusätzliche Multiplikation dieser Einflussfaktoren ist festzustellen, wenn die Herkunft der Kommunikationsteilnehmer in Ländern zu finden ist, deren Nationalsprache auf keiner der englischen Varianten beruht, wie zum Beispiel Deutschland oder Frankreich. In einem derartigen Fall ist es um so schwieriger, eindeutig zu definieren, welche kulturellen Charakteristika welcher aktiv oder passiv am Kommunikationsprozess beteiligten Kultur dominieren. Daher ist die „kulturelle Position“ des Englischen, obgleich zahlenmäßig noch am stärksten im Internet vertreten, effektiv bereits heute gegenüber nicht-englischen Muttersprachlern geschwächt.
Im Zuge dieser Entwicklung lässt sich weiterhin beobachten, dass andere Sprachen den noch vorhandenen Vorsprung der englischen Sprache mit rasender Geschwindigkeit aufzuholen versuchen. Waren 1996 noch 80 % der Internet-User englischsprachig, so sind es 2002 bereits weniger als ein Drittel, und bis 2005 wird es Prognosen zufolge nicht einmal mehr ein Viertel sein (Vgl. Tab. VI.4.1). Grund hierfür sind die schon heute relativ hohen Anschlussquoten in den Industrieländern und die vergleichsweise dazu geringen in den bevölkerungsreichen Schwellenländern Asiens und Südamerikas. Aber auch im technologisierten Europa sind innerhalb der nächsten 3 Jahre noch immer enorme Steigerungen der User-Zahlen zu erwarten.
I. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die globale Bedeutung des Internets als Kommunikationsinstrument und definiert das Ziel der Arbeit, den Zusammenhang zwischen Kultur und Internet zu untersuchen.
II. Begriffe: Dieses Kapitel erarbeitet die grundlegenden Definitionen für die Begriffe Internet und Kultur im Kontext der vorliegenden Untersuchung.
III. Entstehungsgeschichte des Internet: Die historische Entwicklung des ARPANET zum heutigen Internet wird nachgezeichnet, ergänzt um eine theoretische Betrachtung zum Phänomen des Kulturschocks.
IV. Möglichkeiten im Internet: Es werden die Akteure, Funktionsweisen und spezifische Internet-Dienste analysiert sowie deren Bedeutung für die interkulturelle Kommunikation diskutiert.
V. Kulturelle, gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Bedeutung des Internet: Dieses Kapitel bewertet den tiefgreifenden Wandel von Industriegesellschaften zu Informationsgesellschaften und die damit verbundenen Herausforderungen.
VI. Netzdemographie: Eine detaillierte Analyse statistischer Daten zu Hosts, Usern, Sprachen, Alter, Bildung und Einkommen in Deutschland, Frankreich und den USA.
VII. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Betrachtung möglicher Zukunftsszenarien (Best-, Worst- und Real-Case) sowie einer Schlussfolgerung zur zukünftigen kulturellen Transformation durch das Internet.
Internet, Kultur, Interkulturelle Kommunikation, Netzdemographie, Globalisierung, Informationsgesellschaft, Lingua franca, ARPANET, Digitale Kluft, Internet-Dienste, World Wide Web, Zukunftsszenarien, E-Commerce, Technologie, Soziologie des Internet.
Die Arbeit analysiert das Internet unter dem Aspekt der "Technokultur" und untersucht, wie wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Faktoren in verschiedenen Kulturräumen die Verbreitung und Nutzung des Internets beeinflussen.
Zentral sind die historische Entstehung des Internets, die demographische Analyse der Internet-Nutzer in Deutschland, Frankreich und den USA sowie die Auswirkungen von Kultur auf die Art der Internetnutzung.
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen technischer Entwicklung und kulturellen Eigenheiten zu beleuchten und aufzuzeigen, wie sich durch das Internet eine neue, grenzübergreifende Netzkultur herausbildet.
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung umfangreicher statistischer Daten und Erhebungen, um Hypothesen zur Interkulturalität im Netz zu verifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine technikhistorische Einordnung, eine umfassende netzdemographische Analyse (nach Geschlecht, Alter, Bildung, Einkommen) und eine Untersuchung von Nutzungsmustern basierend auf kulturellen Zeitkonzepten.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Internet-Kultur, Interkulturelle Kommunikation, Global Village, Netzdemographie und die Untersuchung von länderspezifischen Nutzungsmustern charakterisiert.
Datenorientierte Kulturen (wie USA oder Deutschland) suchen nach expliziten Fakten und nutzen das Internet primär als Informationswerkzeug, während dialogorientierte Kulturen (wie Frankreich) stärker den zwischenmenschlichen Aspekt und den sozialen Kontext priorisieren.
Diese Unterscheidung hilft zu erklären, warum verschiedene Kulturen das Internet unterschiedlich nutzen: Low-Context-Kulturen benötigen explizite Informationen (hohe Nutzung von Dateitransfers), während High-Context-Kulturen Kommunikation eher implizit und beziehungsorientiert (Chat, E-Mail) gestalten.
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