Masterarbeit, 2021
181 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfragen
1.3 Aufgaben und Ziele der wissenschaftlichen Untersuchung
1.4 Vorgehensweise bei der Durchführung der Untersuchung
2 Finanzierungsverfahren und Finanzinstrumente der Alterssicherung in der Theorie
2.1 Umlageverfahren
2.2 Kapitaldeckungsverfahren
2.3 Finanzierungsgrundlage des Umlage- und Kapitaldeckungsverfahren
2.3.1 Generationmodell
2.3.2 Finanzierungsablauf Umlageverfahren
2.3.3 Finanzierungsablauf Kapitaldeckungsverfahren
2.4 Kapitalanlagen zur Altersvorsorge
3 Das deutsche Rentensystem und seine Herausforderungen
3.1 Historische Entwicklung des deutschen Rentensystems
3.2 Aufbau und Struktur
3.2.1 Das 3-Säulen-System der Alterssicherung in Deutschland
3.2.2 Erste Säule: Gesetzliche Altersvorsorge
3.2.3 Zweite Säule: Betriebliche Altersvorsorge
3.2.4 Dritte Säule: Private Altersvorsorge
3.3 Demografischer Wandel als Herausforderung
3.3.1 Geburtenverhalten
3.3.2 Lebenserwartung und Sterblichkeit
3.3.3 Migration
3.3.4 Ehe im demografischen Wandel
3.3.5 Entwicklung von Familien
4 Schwedens Rentensystem als Grundlage zur Konzipierung des Investitionsmodells
4.1 Schwedens Rentenreform 1998
4.1.1 Motive
4.1.2 Reformprozess
4.2 Aufbau und Struktur des schwedischen Rentensystems
4.2.1 Das reformierte Alterssicherungssystem in Schweden
4.2.2 Erste Säule: Gesetzliche Altersvorsorge (Allmän pension)
4.2.3 Zweite Säule: Betriebliche Altersvorsorge (Tjänstepension) in Schweden
4.2.4 Dritte Säule: Private Altersvorsorge (private pension)
4.3 Demografische Situation in Schweden
5 Konzipierung des kapitalmarktorientierten Alternativinvestitionsmodells für das deutsche gesetzliche Alterssicherungssystem
5.1 Benchmarking (Deutschland/Schweden)
5.2 Methodisches Vorgehen und Annahmen beim Reformkonzept
5.2.1 Angewandte Methodik bei der Modellkonzipierung
5.2.2 Demografische und makroökonomische Annahmen
5.3 Konzipierung des theoretischen Alternativinvestitionsmodells
6 Vorher-Nachher-Vergleich (gesetzlicher Status Quo und Reformkonzept)
7 Fazit
Die Arbeit untersucht die Tragfähigkeit des deutschen Rentensystems unter dem Druck des demografischen Wandels und konzipiert auf Basis eines Benchmarkings mit dem schwedischen Rentensystem ein theoretisches, kapitalmarktorientiertes Alternativinvestitionsmodell für die Altersvorsorge.
1.1 Problemstellung
Unter dem Reichskanzler Otto von Bismarck verabschiedete der Reichstag 1889 das Gesetz über die Invaliditäts- und Alterssicherung. Nach der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes für die Arbeiter im Jahr 1883 und dem Unfallversicherungsgesetz im Jahr 1884 war somit die Grundlage der gesetzlichen Rentenversicherung für alle Erwerbstätigen geschaffen. Es wurde allerdings primär im Falle einer Arbeitsinvalidität eine Rente ausgezahlt. Die Altersrente wurde als sogenannter „Sicherheitszuschuss zum Lebensunterhalt“ erst ab Vollendung des 65. Lebensjahres gezahlt, was allerdings weit über der durchschnittlichen Lebenserwartung (Männer: 45 Jahre; Frauen: 48 Jahre) lag. Die Invalidenversicherung war ein zum Teil kapitalgedecktes System und finanzierte sich insbesondere aus den Rentenbeitragssätzen, die bei lediglich 1,7 % lagen, sowie einem Zuschuss des Reiches aus Steuermitteln. Die gesetzliche Rente hatte auch in der Zeit Ende des zweiten Weltkriegs bis zur Rentenreform 1957 noch nicht das Ziel der Lebensstandardsicherung, sondern eine Art Unterstützungscharakter. Die monatliche Mindestrente von 50 DM stellte noch keinen adäquaten Lohnersatz dar und bot lediglich Unterstützung zum Lebensunterhalt. Die wesentliche Umstellung des deutschen Rentensystems wurde unter dem Bundeskanzler Konrad Adenauer im Jahr 1957 eingeleitet. Das bis dato zugrundeliegende, jedoch nie ausschließlich praktizierte Kapitaldeckungsverfahren wurde sukzessiv durch das umlagefinanzierte System ersetzt. Die Finanzierung des bis heute geltenden Umlageverfahrens erfolgt, indem die Aufwendungen der Rentenversicherung nicht aus Rücklagen der jeweiligen Rentner, sondern aus den laufenden Rentenbeitragseinnahmen und einem Zuschuss des Bundes aus Steuermitteln gedeckt werden. Von dort an kam die aktiv im Erwerbsleben stehende Generation für die Renten ihrer Elterngeneration auf. Aus diesem Grund kann die arbeitende Generation folglich nach dem Erreichen des Rentenalters ihre Ansprüche gegenüber den nachfolgenden Generationen geltend machen (BMAS, Geschichte der gesetzlichen Rentenversicherung, 2017).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entstehung und die aktuelle Problematik des deutschen Rentensystems unter dem Druck des demografischen Wandels und definiert die Forschungsfragen der Arbeit.
2 Finanzierungsverfahren und Finanzinstrumente der Alterssicherung in der Theorie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Finanzierungssysteme (Umlage- vs. Kapitaldeckungsverfahren) sowie die verschiedenen Kapitalanlagemöglichkeiten im Rahmen des magischen Dreiecks der Geldanlage.
3 Das deutsche Rentensystem und seine Herausforderungen: Es wird die historische Entwicklung, die aktuelle Struktur und die massiven Herausforderungen durch den demografischen Wandel (Geburtenrückgang, Lebenserwartung, Migration) im deutschen Rentensystem detailliert analysiert.
4 Schwedens Rentensystem als Grundlage zur Konzipierung des Investitionsmodells: Dieses Kapitel analysiert das schwedische Rentensystem als Vorbild für eine Reform, insbesondere die Rentenreform von 1998 und die Einführung einer kapitalgedeckten Komponente.
5 Konzipierung des kapitalmarktorientierten Alternativinvestitionsmodells für das deutsche gesetzliche Alterssicherungssystem: Kernstück der Arbeit, in dem durch Benchmarking mit Schweden ein neues, kapitalmarktorientiertes Reformmodell für Deutschland unter Annahmen für Szenarien bis 2050 konzipiert wird.
6 Vorher-Nachher-Vergleich (gesetzlicher Status Quo und Reformkonzept): Gegenüberstellung der Ergebnisse des Status Quo mit den prognostizierten Auswirkungen des entwickelten Reformkonzepts anhand von Schlüsselindikatoren wie Rentenniveau und Beitragssatz.
7 Fazit: Zusammenfassende kritische Würdigung der Ergebnisse sowie Empfehlungen für weiterführende Untersuchungen zur Nachhaltigkeit der Alterssicherung.
Demografischer Wandel, Deutsche Rentenversicherung, Kapitaldeckungsverfahren, Umlageverfahren, Alterssicherung, Schwedisches Rentensystem, Reformkonzept, Altersarmut, Generationenvertrag, Rentenniveau, Investitionsmodell, Kapitalmarkt, Vorsorge, Rentenreform, Lebensstandardsicherung.
Die Arbeit analysiert die Stabilität des deutschen gesetzlichen Rentensystems angesichts des demografischen Wandels und entwickelt ein kapitalmarktorientiertes Alternativmodell auf Basis schwedischer Erfahrungen.
Im Zentrum stehen die Finanzierungsmechanismen von Rentensystemen (Umlage vs. Kapitaldeckung), die demografische Entwicklung in Deutschland und Schweden sowie Möglichkeiten zur nachhaltigen Sicherung des Rentenniveaus.
Das Ziel ist die Konzipierung eines kapitalmarktorientierten Modells, welches die Abhängigkeit von der demografischen Entwicklung und dem Arbeitsmarkt reduziert und eine nachhaltige Verbesserung für die Bevölkerung bietet.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Sekundärforschung zur theoretischen Fundierung, Experteninterviews (qualitativ), eine quantitative Umfrage unter Bürgern sowie eine szenariobasierte Modellrechnung (Szenarioanalyse).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Analyse der demografischen Herausforderungen für Deutschland, ein Benchmarking mit dem schwedischen Rentensystem sowie die konkrete Konzipierung und Modellierung des Reformvorschlags.
Schweden dient als Best-Practice-Benchmarking-Partner, da dort bereits erfolgreich eine kapitalgedeckte Komponente in das staatliche Rentensystem integriert wurde, was als Orientierung für das deutsche Modell genutzt wird.
Um die finanzielle Stabilität zu gewährleisten und die Abhängigkeit von einer schrumpfenden Anzahl an Beitragszahlern im reinen Umlageverfahren durch die Renditechancen des Kapitalmarktes zu entlasten.
Die Arbeit konstatiert, dass das aktuelle Umlagesystem durch den demografischen Wandel (sinkende Beitragszahler, steigende Rentenbezugsdauer) unter massiven Druck gerät, was langfristig ohne Reformen zu sinkendem Rentenniveau oder steigenden Zuschüssen aus dem Bundeshaushalt führt.
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