Magisterarbeit, 2024
267 Seiten, Note: 1,1
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Einleitung: Problemstellung, Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen
1.1 Erkenntnisinteresse, Forschungsfragen und deren Methoden
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theorie: Begriffsspezifikationen, theoretischer Rahmen und Forschungsstand
2.1 Begriffsklärungen/-spezifikationen
2.1.1 Alltagsleben
2.1.2 Quartier: Raum des Alltags
2.1.3 Bedeutung
2.1.4 Stadtgrün
2.2 Alltagsleben: Alltagspraktiken in der Lebenswelt
2.2.1 Lebensweltbezug: Alltagswelt
2.2.2 Aneignungsform: Alltagswissen und -erfahrungen
2.2.3 Tätigkeitszusammenhang: Alltagspraktiken
2.3 Bedeutungsherstellung von Orten: Place, Sense of Place und Place-Making
2.4 Bedeutung im alltäglichen Handeln: Sense of Place im Kontext von Stadtgrün im Quartier und außerhalb
2.5 Zur Besonderheit der finanziellen und wohnraumbezogenen Aspekte der Lebenswelt von Studierenden
2.6 Stadtgrün: Urbanes Natursystem, grüne Infrastruktur und Forschungsstand
2.6.1 Stadtgrünsystem
2.6.2 Stadtgrün im Kontext nachhaltiger Stadtentwicklung
2.6.3 Ökosystemdienstleistungen: Effekte von Stadtgrün
2.6.3.1 Versorgungsleistungen
2.6.3.2 Regulierende Leistungen
2.6.3.3 Kulturelle Leistungen
2.6.3.4 Basisleistungen und Biodiversität
2.6.4 Gesellschaftliche Bedeutung und Präferenz zu Stadtgrünarten
2.6.5 Stadtgrün und sozioökonomischer Status
2.6.6 Studierende und Stadtgrün
2.6.7 Praktikenpluralität im Zusammenhang mit Stadtgrün
2.6.8 Stadtgrün als soziale Treffpunkte
2.6.9 Nutzungsabhängigkeiten von Stadtgrün
2.6.9.1 Stadtgrüngestaltung als Schlüsselelement
2.6.9.2 Zu unternehmender Aufwand
2.6.9.3 Atmosphäre und Sicherheit
2.6.9.4 Jahreszeit und Witterung
2.7 Zur Besonderheit des Quartiers Gärtnerstadt
3 Voruntersuchungen
3.1 Nadelmethode zur Identifizierung studentischer Quartiere in der Stadt Bamberg
3.1.1 Zielsetzung
3.1.2 Konzeptionelle Überlegungen zur Umsetzung der Nadelmethode
3.1.3 Durchführung
3.1.4 Auswertung und Ergebnisse
3.1.5 Diskussion und kritische Reflexion
3.2 Stadtgrünanalyse des Quartiers Gärtnerstadt
3.2.1 Zielsetzung
3.2.2 Konzeptionelle Überlegungen zur Analyse
3.2.3 Durchführung
3.2.4 Auswertung und Ergebnisse
3.2.5 Diskussion und kritische Reflexion
4 Hauptuntersuchung: Methodisches Vorgehen
4.1 Datenerhebung
4.1.1 Erstellung des Interviewleitfadens
4.1.2 Ablauf der Datenerhebung
4.1.3 Datenaufbereitung: Transkription und Anonymisierung
4.2 Datenauswertung
5 Ergebnisse
5.1 Rolle von Stadtgrün in den Facetten des Alltagslebens
5.2 Persönliche Praktiken
5.2.1 Sport und Bewegung
5.2.2 Soziales
5.2.3 Lebensmittelkonsum und -produktion
5.2.4 Fortbewegung und Verweilen
5.2.5 Kultur und Bildung
5.3 Gesellschaftliche Praktiken
5.3.1 Sport und Bewegung
5.3.2 Soziales
5.4 Gesellschaftliche Gruppen im Stadtgrün
5.5 Harmonie und Konflikte
5.6 Genutzte Stadtgrünarten der Studierenden
5.7 Entscheidungsachsen der Nutzung von Stadtgrün
5.7.1 Quartiersbezug und Wohnraumnähe
5.7.2 Attraktivität
5.7.3 Unzugänglichkeit und fehlende Einsehbarkeit
5.7.4 Aufwand
5.7.5 Stadtgrüngröße
5.7.6 Wetter und Jahreszeit
5.8 Stadtgrünorte der Studierenden in der Gärtnerstadt
5.9 Stadtgrünorte der Studierenden in Bamberg
5.10 Verteilung von und Ausstattung mit Stadtgrün in der Gärtnerstadt
5.11 Verteilung von und Ausstattung mit Stadtgrün in Bamberg
5.12 Wünsche und Anregungen zu Stadtgrün
5.13 Effekte von Stadtgrün
5.13.1 Basisleistungen und Biodiversität
5.13.2 Versorgungsleistungen
5.13.3 Regulierende Leistungen
5.13.4 Kulturelle Leistungen
5.13.4.1 Umgebungsgestaltung
5.13.4.2 Empfinden
5.13.4.3 Begegnung
5.13.4.4 Naturbewusstsein
5.13.4.5 Sport und Bewegung
6 Diskussion
6.1 Ergebniszusammenfassung
6.2 Ergebnisdiskussion
6.2.1 Ableitung von Bedeutung aus den persönlichen Praktiken im Stadtgrün, deren Orte und den Gründen dafür (UF1)
6.2.2 Ableitung von Bedeutung aus der sozialen Konstruiertheit von Welterfahrung (UF2)
6.2.3 Ableitung von Bedeutung aus den durch Stadtgrün wahrgenommenen Effekten (UF3)
6.2.4 Ableitung von Bedeutung aus Lob und Kritik, Wünschen und Anregungen zur Stadtgrünsituation in Bamberg und der Gärtnerstadt (UF4)
6.2.5 Zusammenführung der Ergebnisdiskussion: Die hohe Bedeutung von Stadtgrün für bestimmte Bereiche des Alltagslebens Studierender aus der Gärtnerstadt (ÜF)
7 Fazit: Antworten auf die Forschungsfragen, Limitationen und Reflexion sowie Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von öffentlichem Stadtgrün im Alltagsleben von Studierenden in Bamberg, mit speziellem Fokus auf das Quartier Gärtnerstadt. Ziel ist es zu analysieren, wie Studierende Stadtgrün nutzen, welche wahrgenommenen Effekte diese Räume im täglichen Leben entfalten und wie Faktoren wie Wohnraumnähe, Ausstattung und soziale Konstruktionen die Wahrnehmung beeinflussen.
1 Einleitung: Problemstellung, Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen
Städte sind Orte besonderer gesellschaftlicher Prozesse. Das Urbane beinhaltet ein vielfältiges Neben- und Miteinander verschiedener Aspekte, was in einer Art Wimmelbild resultiert, welches verdeutlicht, „wie kleinteilig, komplex und auch faszinierend die vielfältigen Prozesse städtischen Lebens sind“ (FRANZ/STRÜVER 2022: 3). Innerhalb von diesem prägen Raumproduktionen, Mobilität und Infrastruktur unter anderem den Gesamtzusammenhang von Städten.
Hinsichtlich letzterem existiert neben der grauen, wie Straßen und Gebäuden, auch die grüne Infrastruktur. Diese trägt maßgeblich zum urbanen Raum bei (BFN 2017: 3) und hat dadurch vielfältige Berührungspunkte zum städtischen Alltagsleben. Denn das aus potentiell vielfältigen Vegetationsarten bestehende Grün kann die Stadtbevölkerung in ihrer Wahrnehmung des Raums, ihres Alltags und der Ausgestaltung dessen beeinflussen.
Hier sehr reduziert formuliert, wird dennoch ersichtlich, dass Vegetation im Zusammenhang mit verschiedenen Bereichen des Lebens stehen kann. Beispielsweise spendet sie Schatten und reguliert damit die Umgebungstemperatur oder ermöglicht die Versorgung mit Lebensmitteln. Sowohl ökologische, soziale und ökonomische Aspekte werden davon beeinflusst und für Städte sowie ihre Bewohner:innen sind weitreichende Potentiale mit dem Grünen verbunden (HIRSCHFELD et al. 2019: 392-393). Neben Kühlungs- und Wärmedämmungseffekten wird einerseits Niederschlag zwischengespeichert und die Biodiversität erhöht. Stadtgrün dient andererseits als Erholungsraum und kann die Wohnqualität erhöhen (HENNINGER/WEBER 2019: 209-214). Zahlreiche Forschungen beschäftigen sich mit dem Zusammenhang zwischen Stadtgrün und dem Wohlbefinden der urbanen Bevölkerung und welche positiven Effekte daraus entstehen (KREFIS et al. 2018: 1; HIRSCHFELD et al. 2019: 392). Diese Aspekte illustrieren, dass Stadtgrün mit verschiedenen Bereichen des Alltagslebens in Kontakt steht, ob den Klimawandel, die Gesundheit oder die Freizeitgestaltung betreffend.
1 Einleitung: Problemstellung, Erkenntnisinteresse und Forschungsfragen: Einführung in die Relevanz von Stadtgrün für das Alltagsleben und Formulierung der leitenden Forschungsfragen.
2 Theorie: Begriffsspezifikationen, theoretischer Rahmen und Forschungsstand: Erläuterung der zentralen Begriffe wie Alltagsleben, Quartier und Stadtgrün sowie Darstellung des theoretischen Place-Konzepts.
3 Voruntersuchungen: Beschreibung der angewandten Methoden, namentlich der Nadelmethode zur Quartiersidentifizierung und der Stadtgrünanalyse zur Bestandsaufnahme.
4 Hauptuntersuchung: Methodisches Vorgehen: Detaillierte Erläuterung der Durchführung und Auswertung qualitativer leitfadengestützter Interviews.
5 Ergebnisse: Darstellung der empirischen Befunde zur Nutzung und wahrgenommenen Bedeutung von Stadtgrün aus Sicht der interviewten Studierenden.
6 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext des Forschungsstands und Beantwortung der Forschungsfragen.
7 Fazit: Antworten auf die Forschungsfragen, Limitationen und Reflexion sowie Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Fragen sowie Einordnung der Limitationen und zukünftiger Forschungsbedarfe.
Stadtgrün, Alltagsleben, Studierende, Gärtnerstadt, Bamberg, Ökosystemdienstleistungen, Alltagspraktiken, Sense of Place, Quartiersentwicklung, Lebenswelt, Grüninfrastruktur, Sozialgeographie, Wohlbefinden, urbane Natur, Stadtentwicklung
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von öffentlichem Stadtgrün für das Alltagsleben von Studierenden in Bamberg, speziell im Quartier Gärtnerstadt, unter Berücksichtigung ihrer alltäglichen Nutzungspraktiken.
Zentrale Felder sind die Bedeutung von Grünflächen für Bewegung, Soziales, Erholung sowie die Rolle von Stadtgrün als materielle Gelegenheitsstruktur in der Lebenswelt der Studierenden.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage: „Welche Bedeutung hat Stadtgrün im Alltagsleben Bamberger Studierender aus der Gärtnerstadt?“.
Die Arbeit nutzt einen Methodenmix: die Nadelmethode für die Quartiersidentifikation, eine quantitative Stadtgrünanalyse und qualitative, leitfadengestützte Interviews zur Datenerhebung.
Nach einer theoretischen Verortung und der Präsentation der Voruntersuchungen liegt der Schwerpunkt auf der Auswertung der Interviews zu persönlichen und gesellschaftlichen Praktiken im Stadtgrün.
Schlüsselbegriffe sind Stadtgrün, Alltagsleben, Studierende, Gärtnerstadt, Lebenswelt, Alltagspraktiken und ökologische Stadtentwicklung.
Durch die Nadelmethode identifizierte der Autor die Gärtnerstadt als einen besonders relevanten Wohnort für Studierende, um deren alltägliches Wohnumfeld als Teil ihrer Lebenswelt zu erfassen.
Die Nutzung ist stark individuell geprägt, zeigt jedoch Trends: Häufig werden wohnungsnahe Grünflächen für Sport und soziale Treffen genutzt, während entferntere, großflächige Räume eher für längere Erholungsphasen oder gezielte sportliche Aktivitäten angesteuert werden.
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