Masterarbeit, 2009
129 Seiten, Note: 10 Punkte
1. Einleitung
1.1. Motivation zur Arbeit und Problemdiagnose
1.2. Zielsetzung
1.3. Fragestellung
1.4. Methodik der Arbeit
1.4.1.Literaturrecherche
1.4.2.Experteninterview
1.4.3.Expertendiskussion
2. Zuständigkeiten bei Großveranstaltungen
2.1. Rolle des Veranstalters und der privaten Sicherheitsdienste
2.2. Rolle der Feuerwehr / Katastrophenschutzbehörde (KatS)
2.3. Rolle des Sanitätswachdienstes
2.4. Rolle der Ortspolizeibehörde
2.5. Rolle der Polizei
3. Grundlagen der Psychologie innerhalb von Menschenmassen
3.1. „Massenpsychologie“ gestern und heute
3.2. Der Begriff „Masse“
3.3. Die Begriffe „Crowd Management“ und „Crowd Control“
4. Panik
4.1. Begriffserklärung
4.2. Panikmythen
4.3. Massenphänomene / kollektives Verhalten – Stand der Forschung
4.3.1.Das sozialpsychologische Phänomen
4.3.2.Das physikalische Phänomen
4.3.3.Paniktypen
4.3.4.Fußgängerströme
5. Polizeiliche Anlässe für Crowd Management
5.1. Fußballspiele
5.2. Public Viewing
5.3. Open-Air-Konzerte
6. Massenbeeinflussung / Crowd Management
6.1. Das FIST-Modell
6.2. Die AIDA-Formel
7. Computergestützte Simulation
8. Einbindung des Crowd Managements im polizeilichen PEP
8.1. Crowd Management vor dem Einsatz – in der Planungsphase
8.2. Crowd Management während des Einsatzes
8.2.1.Panikprävention
8.2.1.1. Panikprävention ohne konkrete Schadens-/Gefahrenlage
8.2.1.2. Panikprävention bei Eintritt eines Schadens- oder Gefahrenereignisses
8.2.2.Polizeiliche Panikintervention bei Ausbruch einer Panik
9. Fazit und Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Crowd Management als Instrument der polizeilichen Einsatzplanung und -bewältigung bei Großveranstaltungen. Ziel ist es, Möglichkeiten der Prävention und Intervention bei Massenpaniken wissenschaftlich fundiert und praxisbezogen zu beleuchten, um Gefahren für Besucher zu minimieren.
1.1. Motivation zur Arbeit und Problemdiagnose
Massenveranstaltungen wie nationale und internationale Fußballspiele, Public Viewing-Veranstaltungen, aber auch Open-Air-Konzerte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Stadien werden größer, und mit der steigenden Mobilität der Menschen steigt auch die Anzahl der Zuschauer stark an. Die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, aber auch die UEFA-Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz haben gezeigt, mit wie viel Emotionen eine Sportart verbunden und aufgeladen werden kann und welche Massen sie bewegt. Gerade dort wurde deutlich, wie ein neues Phänomen, das „Public Viewing“, Einzug hielt. Dieses „gemeinsame Sehen“, die Liveübertragung von Sportveranstaltungen auf Großbildleinwänden auf öffentlichen Plätzen zur gemeinsamen Betrachtung in der Gemeinschaft mit anderen Fans entspricht einem großen Bedürfnis der Bevölkerung. Für die kommende FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2010 ist in der Bundesrepublik Deutschland auch von einer sehr großen Zahl an Public-Viewing-Besuchern auszugehen, da die Fußball-Weltmeisterschaft in Afrika stattfinden wird und nur relativ wenige Fußballfans den Weg nach Afrika finden werden. Eine dementsprechend hohe Anzahl der Bevölkerung wird deshalb die Public-Viewing-Veranstaltungen besuchen, um so ein „Stadionfeeling“, also ein kollektives Mitverfolgen im Kreise von Freunden, aber auch unbekannter Gleichgesinnter, zu erleben.
Aber auch Open-Air-Konzerte stellen Sicherheitskonzepte auf eine harte Probe. Eine teilweise sehr große Anzahl von Menschen versammelt sich meist auf Plätzen oder in Stadien, um Konzerte bekannter Musikgruppen gemeinsam zu verfolgen.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz von Großveranstaltungen ein und formuliert die Forschungsfrage zur Eignung des Crowd Managements als polizeiliches Hilfsmittel.
2. Zuständigkeiten bei Großveranstaltungen: Das Kapitel erläutert die Rollen von Veranstaltern, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei im Kontext der gesetzlichen Sicherheitsvorschriften.
3. Grundlagen der Psychologie innerhalb von Menschenmassen: Es erfolgt eine Auseinandersetzung mit massenpsychologischen Theorien und der Definition des Begriffs „Masse“.
4. Panik: Dieser Abschnitt definiert den Panikbegriff, räumt mit Mythen auf und beschreibt physikalische sowie sozialpsychologische Phänomene in Fluchtsituationen.
5. Polizeiliche Anlässe für Crowd Management: Hier werden die spezifischen Herausforderungen bei Fußballspielen, Public Viewing und Open-Air-Konzerten analysiert.
6. Massenbeeinflussung / Crowd Management: Die FIST-Formel und AIDA-Formel werden als theoretische Ansätze zur Beeinflussung von Menschenmengen eingeführt.
7. Computergestützte Simulation: Das Kapitel diskutiert den Einsatz mikroskopischer Simulationsmodelle zur Planung und Optimierung von Sicherheitsmaßnahmen.
8. Einbindung des Crowd Managements im polizeilichen PEP: Der Hauptteil beschreibt die praktische Implementierung des Crowd Managements in den polizeilichen Planungs- und Entscheidungsprozess (PEP).
9. Fazit und Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei der Fokus auf der präventiven Wirkung professionellen Crowd Managements liegt.
Crowd Management, Crowd Control, Massenpanik, Großveranstaltungen, Polizeimanagement, Sicherheitskonzept, Panikprävention, FIST-Modell, Menschenmassen, Simulation, Einsatzplanung, Risikosituationen, öffentliche Sicherheit, Gefahrenabwehr.
Die Arbeit untersucht, wie das Crowd Management als methodisches Hilfsmittel in der polizeilichen Einsatzplanung und -bewältigung dazu beitragen kann, Massenpaniken bei Großveranstaltungen zu verhindern oder deren Folgen zu minimieren.
Die Untersuchung konzentriert sich primär auf Fußballspiele, Public Viewing-Veranstaltungen und Open-Air-Konzerte.
Die Arbeit verfolgt das Ziel, zu klären, ob Crowd Management für die polizeiliche Einsatzplanung geeignet ist und welche Möglichkeiten der Prävention und Intervention gegen Massenpaniken der Polizei zur Verfügung stehen.
Es wurde eine Kombination aus intensiver Literaturrecherche sowie qualitativen Experteninterviews mit leitenden Polizeibeamten und einer Expertendiskussion mit Vertretern aus Wissenschaft und Psychologie durchgeführt.
Der Hauptteil befasst sich mit der psychologischen Dynamik von Menschenmassen, theoretischen Modellen zur Massenbeeinflussung (FIST- und AIDA-Modell), dem Einsatz computergestützter Simulationen sowie den konkreten polizeilichen Maßnahmen vor und während des Einsatzes.
Zentrale Begriffe sind Crowd Management, Panikprävention, Gefahrenabwehr, Massenphänomene und der polizeiliche Planungs- und Entscheidungsprozess (PEP).
Die Formel dient als Algorithmus zur Gefahrenanalyse, mit dem das Risiko einer Veranstaltung ermittelt und der Bedarf an Einsatzkräften für den Sanitätswachdienst objektiv berechnet werden kann.
Video-Walls werden als wichtiges Kommunikationsmittel zur Sensibilisierung der Besucher im Vorfeld einer Veranstaltung bewertet, um im Ernstfall bereits bekannte Verhaltensmuster abrufen zu können, wobei der direkte Einsatz zur Paniksteuerung während einer akuten Panik kritisch gesehen wird.
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