Masterarbeit, 2009
87 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Zielsetzung und wesentliche Inhalte des Tarifvertrages zur Gestaltung des demographischen Wandels in der Eisen- und Stahlindustrie
3. Arbeitsrechtliche Durchsetzbarkeit im Hinblick auf den qualitativen und prozessualen Charakter des Tarifvertrages
3.1 Qualitativer und prozessualer Charakter des Tarifvertrages
3.2 Rolle der betrieblichen Interessenvertretung
3.3 Umsetzung in Betriebsvereinbarungen
4. Demographische Herausforderungen der Eisen- und Stahlindustrie
4.1 Gesamtgesellschaftliche Folgen des demographischen Wandels
4.2 Beschäftigungsstruktur in der Eisen- und Stahlindustrie
4.3 Arbeitsbedingungen und -belastungen in der Eisen- und Stahlindustrie
5. Entstehung des Tarifvertrages
5.1 Demographischer Wandel als Randthema
5.2 Die Kehrtwende - oder warum gerade 2006
6. Stand der Umsetzung des Tarifvertrages in den Betrieben
6.1 Altersstrukturanalyse
6.2 Abzuleitende Maßnahmen
6.3 Langfristkonten bzw. Demographiefonds
6.4 Zusammenfassung
7. Umsetzung am Beispiel konkreter betrieblicher Programme
7.1 Unternehmen A: Großunternehmen im Bereich Edelstahlerzeugung
7.1.1 Ausgangslage des Unternehmens
7.1.2 Betriebliches Projekt zur Gestaltung des demographischen Wandels
7.1.2.1 Aufbau und Struktur
7.1.2.2 Altersstrukturanalyse
7.1.2.3 Altersgemischte Teams
7.1.2.4 Wissenstransfer und Qualifizierung
7.1.2.5 Gesundheitsgerechter Arbeitseinsatz
7.1.2.6 Förderung der Gesundheit und gesundheitsgerechten Verhaltens
7.1.2.7 Arbeitszeitgestaltung
7.1.2.8 Langfristkonten bzw. Demographiefonds
7.1.2.9 Senkung des Durchschnittsalters der Belegschaft
7.1.2.10 Maßnahmen über den Tarifvertrag hinaus
7.2 Unternehmen B: Salzgitter AG
7.2.1 Ausgangslage
7.2.2 Betriebliches Projekt: „GO - Die Generationen-Offensive 2025“
7.2.2.1 Aufbau und Struktur
7.2.2.2 Altersstrukturanalyse
7.2.2.3 Wissenstransfer und Qualifizierung
7.2.2.4 Förderung der Gesundheit und gesundheitsgerechten Verhaltens
7.2.2.5 Demographiefonds
7.2.2.6 Weitere Maßnahmen
7.3 Zusammenfassung und Vergleich
8. Auswirkungen der Wirtschaftskrise
9. Wirkung und Übertragbarkeit aus personalwirtschaftlicher Sicht
9.1 Wirkung des Tarifvertrages
9.1.1 Problembewusstsein schaffen
9.1.2 Exploration der eigenen demographischen Situation ermöglichen
9.1.3 Rahmenbedingungen setzen - Handlungsempfehlungen geben
9.1.4 Demographieorientierte Kooperation der Betriebsparteien fördern
9.1.5 Zusammenfassung
9.2 Übertragbarkeit auf andere Branchen und Betriebe
10. Schlussbetrachtung
Die Masterarbeit untersucht die praktische Umsetzung des „Tarifvertrages zur Gestaltung des demographischen Wandels in der Eisen- und Stahlindustrie“ auf betrieblicher Ebene. Ziel ist es, die Wirkungsweise des Tarifvertrages zu analysieren, die Auswirkungen auf die Personalarbeit zu identifizieren sowie die Übertragbarkeit des Modells auf andere Branchen zu bewerten.
3.1 Qualitativer und prozessualer Charakter des Tarifvertrages
Der Tarifvertrag zur Gestaltung des demographischen Wandels ähnelt in seinem Charakter dem ca. ein halbes Jahr zuvor abgeschlossenen Tarifvertrag zur Qualifizierung der Metall- und Elektro-Industrie. Analog zum Qualifizierungstarifvertrag, fällt auch der Demographie-Tarifvertrag in den Bereich der qualitativen Tarifverträge beziehungsweise Tarifpolitik. In qualitativen Tarifverträgen werden nicht unmittelbar vergütungsrelevante Inhalte geregelt, sondern Arbeitsbedingungen anhand von Prozessnormen angesprochen. Dies führt oft zu einer mitgestaltenden betriebsnahen Tarifpolitik, die eine Verlagerung von Regelungskompetenzen auf Betriebsebene bewirkt. Vorteil einer betriebsnahen Tarifpolitik kann bei qualitativen Themen wie dem demographischen Wandel sein, dass die jeweiligen Unternehmen gezielt auf ihre betrieblichen Probleme eingehen können. Die Tendenz einer zunehmenden Verbetrieblichung der Tarifpolitik wird jedoch nicht unkritisch gesehen, da eine zunehmende Schwächung von Tarifstandards befürchtet wird. Die Durchsetzung im Tarifvertrag gesetzter Inhalte obliegt bei betriebsnahen Tarifverträgen den Betriebsparteien auf einzelner einzelbetrieblicher Ebene. Sie tragen die Verantwortung, die tariflichen Regelungen betriebsspezifisch - etwa in Form von Betriebsvereinbarungen - umzusetzen. Es wird befürchtet, dass besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Position der Betriebsräte geschwächt sein könnte und diese gegenüber dem Management ohnehin wenig durchsetzungsfähig wären. In diesem Fall wäre die Gefahr einer Nichtumsetzung tarifvertraglicher Regelungen vergleichsweise hoch.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Tarifvertrag vor, erläutert dessen Bedeutung als tarifpolitisches Neuland und legt den Fokus auf die betriebliche Umsetzungsphase.
2. Zielsetzung und wesentliche Inhalte des Tarifvertrages zur Gestaltung des demographischen Wandels in der Eisen- und Stahlindustrie: Dieses Kapitel definiert die vier Hauptziele des Tarifvertrages, wie die alternsgerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen und die Förderung der Beschäftigungsfähigkeit.
3. Arbeitsrechtliche Durchsetzbarkeit im Hinblick auf den qualitativen und prozessualen Charakter des Tarifvertrages: Hier wird der prozessuale Charakter des Tarifvertrages analysiert und die Rolle der Betriebsparteien bei der Umsetzung mittels Betriebsvereinbarungen beleuchtet.
4. Demographische Herausforderungen der Eisen- und Stahlindustrie: Dieses Kapitel beschreibt die sozio-demographischen Rahmenbedingungen und die branchenspezifischen Auswirkungen auf die Altersstruktur und Arbeitsbelastung.
5. Entstehung des Tarifvertrages: Es wird der langjährige Wandel des Themas vom Randthema zum zentralen Anliegen der Tarifpartner nachgezeichnet, inklusive der Kehrtwende im Jahr 2006.
6. Stand der Umsetzung des Tarifvertrages in den Betrieben: Die Autoren präsentieren erste Erkenntnisse aus Studien zur praktischen Implementierung der Altersstrukturanalyse, der Maßnahmen und der Fonds.
7. Umsetzung am Beispiel konkreter betrieblicher Programme: Das Kapitel bietet eine detaillierte Fallstudie zur praktischen Anwendung des Tarifvertrages in zwei Großunternehmen der Branche.
8. Auswirkungen der Wirtschaftskrise: Der Autor erörtert, wie die weltweite Wirtschaftskrise die Fortschritte bei den Demographie-Programmen beeinflusst und kurzfristig verlangsamt hat.
9. Wirkung und Übertragbarkeit aus personalwirtschaftlicher Sicht: Hier erfolgt eine kritische Würdigung der Wirksamkeit des Tarifvertrages und eine Prognose zur Übertragbarkeit auf andere Sektoren.
10. Schlussbetrachtung: Die Arbeit endet mit einem Resümee über die Pionierrolle der Stahlindustrie und die Bedeutung des Tarifvertragsmodells als zukunftsorientiertes Instrument.
Demographischer Wandel, Tarifvertrag, Eisen- und Stahlindustrie, Altersstrukturanalyse, Betriebliche Interessenvertretung, Personalwirtschaft, Alternsgerechte Arbeitsgestaltung, Gesundheitsmanagement, Wissenstransfer, Demographiefonds, Beschäftigungsfähigkeit, Betriebsvereinbarung, Wirtschaftskrise, Demographie-Projekt, Altersteilzeit
Die Arbeit analysiert, wie der „Tarifvertrag zur Gestaltung des demographischen Wandels“ in der Eisen- und Stahlindustrie in der Praxis angewendet wird und welche Wirkungen er auf die betriebliche Personalarbeit entfaltet.
Zentrale Themen sind die demographischen Herausforderungen der Branche, die rechtliche Durchsetzbarkeit tariflicher Rahmenregelungen sowie konkrete Instrumente wie die Altersstrukturanalyse und Demographiefonds.
Das primäre Ziel besteht darin, die bisherige betriebliche Umsetzung des Tarifvertrages zu untersuchen und zu bewerten, inwieweit dieser als Instrument zur Bewältigung des demographischen Wandels taugt.
Der Autor stützt sich auf eine Kombination aus Literaturanalyse, Auswertung aktueller Studien (insbesondere der Hans-Böckler-Stiftung) und Interviews mit Experten, die den Umsetzungsprozess der Branche begleiten.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der arbeitsrechtlichen Einordnung des Tarifvertrags, der detaillierten Beschreibung der betrieblichen Umsetzungsprozesse sowie einem direkten Vergleich zweier Großunternehmen der Stahlbranche.
Die Arbeit zeichnet sich durch ihren Praxisbezug aus, der durch konkrete Unternehmensbeispiele, die Darstellung von betrieblichen Projekten sowie eine kritische Reflexion des Einflusses der Wirtschaftskrise ergänzt wird.
Die Nutzung der Fonds ist in der Praxis bisher verhalten; oft werden sie primär als Instrument für den vorzeitigen Ausstieg älterer Mitarbeiter wahrgenommen, was teils zu Konflikten über die Mittelverwendung führt.
Die Interessenvertretung spielt eine zentrale Rolle. Durch die prozessuale Natur des Tarifvertrags wird eine enge Kooperation (oft als Co-Management bezeichnet) zwischen Management und Betriebsrat erzwungen, was die Akzeptanz der Maßnahmen erhöht.
Ja, der Autor sieht das Modell als ein übertragbares und sinnvolles Konzept an, da auch andere Branchen vor ähnlichen demographischen Herausforderungen stehen und der Tarifvertrag einen flexiblen Rahmen bietet.
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