Masterarbeit, 2022
210 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Definition
2.1. Geschlechtsidentität
2.2. Kern-Geschlechtsidentität
2.3. Geschlechtsrolle
2.4. Geschlechtspartnerorientierung
2.5. Einordnung des Begriffes der „Vaterabwesenheit“
3. Forschungsstand
3.1. Vaterforschung
3.2. Vaterabwesenheit und die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsidentität
4. Fragestellung
5. Methodisches Vorgehen
5.1. Erhebungsmethodik
5.2. Erhebungsinstrument
5.3. Feldzugang
5.4. Auswertungsmethodik
6. Deskriptive Ergebnisdarstellung
6.1. Vaterabwesenheit und männliche Bezugsperson
6.1.1. Erinnerung an Vaterabwesenheit
6.1.2. Erleben der Vaterabwesenheit
6.1.3. Männliche Bezugsperson – Neuer Partner der Mutter
6.1.4. Kontakt und Gefühle zum Vater
6.2. Vater- und Männerbild
6.2.1. Vorstellung und Beschreibung des Vaters
6.2.2. Verbindung und Gemeinsamkeiten zum Vater
6.2.3. Mutter über Vater
6.2.4. Definition von Männlichkeit
6.3. Mutter- und Frauenbild
6.3.1. Frauenbild und Wahrnehmung der Mutter
6.3.2. Definition von Weiblichkeit
6.4. Wahrnehmung und Erleben von Beziehungen
6.4.1. Beziehung der Eltern (Mutter und Stiefvater)
6.4.2. Wahrgenommener Einfluss der Erfahrung der Vaterabwesenheit auf Beziehungen zu Männern
6.4.3 Beziehungserfahrungen
6.4.4 Beziehungsvorstellungen
7. Diskussion der Ergebnisse
8. Limitationen
9. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie Töchter die Abwesenheit ihres Vaters erleben und welchen Einfluss diese Erfahrung auf ihre Geschlechtsidentität, ihr Beziehungsverhalten und ihr Beziehungsleben im Erwachsenenalter ausübt.
2.1. Geschlechtsidentität
Nach Mertens (1994a) beinhaltet das Konzept der Geschlechtsidentität „[...] bewusste Vorstellungen und unbewusste Phantasien einer individuellen Kombination aus Männlichkeit und Weiblichkeit, wie sie aufgrund biologischer, psychologischer, sozialer und kultureller Faktoren zustande gekommen sind“ (Mertens, 1994a, S. 23).
„Die Geschlechtsidentität ist die eigentliche Erfahrung der Geschlechtsrolle“ (Money & Ehrhardt, 1975, S. 16).
Die Entwicklung der Geschlechtsidentität kann durch drei Komponenten konzeptualisiert werden: Die Kern-Geschlechtsidentität, die Geschlechtsrolle und die Geschlechtspartnerorientierung. (Mertens, 1997, S.23). Für eine positive Entwicklung der weiblichen Geschlechtsidentität ist die Identifizierung mit väterlich-männlichen Faktoren von klein auf unverzichtbar. Die Identifizierung des Mädchens mit ihrem Vater kann sie darin unterstützen, sich von ihrer Mutter zeitweilig zu entidentifizieren und somit das Gefühl für ein eigenes unabhängiges Selbst zu stärken. Besonders bedeutsam ist, dass sich die Tochter mit den in unserer Gesellschaft sogenannten männlichen Eigenschaften des Vaters, wie Unabhängigkeit und Durchsetzungsvermögen, identifizieren kann, da dies idealisierte Eigenschaften sind, die auch der späteren erwachsenen Tochter ein größeres Selbstwertgefühl ermöglichen. Hierbei ist es wichtig zwischen der defensiv phallischen Identifizierung, wie sie in der traditionellen Psychoanalyse beschrieben wird, und einer nicht defensiven Identifizierung mit sogenannten phallischen Eigenschaften des Mannes bzw. des Vaters zu unterscheiden. Letztere möchte Weiblichkeit nicht komplett verleugnen, sondern die weibliche Identität bereichern. Deshalb stellt sie auch eine Erweiterung zu den Identifizierungsmöglichkeiten von mütterlichem Objekt und Selbst dar, unabhängig von den Vorstellungen der Mutter, eine eigene Vorstellung von weiblicher Geschlechtsidentität und der weiblichen Rolle ausbilden und eine eigenständige und reife Weiblichkeit entwickeln zu können. Die Voraussetzung hierfür bildet die Erfahrung eines realen Beziehungsaustausches zwischen Vater und Tochter. (Happel, 2017; Rotmann, 1978; Erikson, 1981)
1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz der Vaterrolle und formuliert das Forschungsinteresse an den Auswirkungen bei Abwesenheit.
2. Definition: Erläutert zentrale Begriffe wie Geschlechtsidentität, Kern-Geschlechtsidentität, Geschlechtsrolle und Geschlechtspartnerorientierung.
3. Forschungsstand: Gibt einen Überblick über die bisherige Vaterforschung und deren Einfluss auf die weibliche Geschlechtsidentität.
4. Fragestellung: Definiert das Ziel der Untersuchung zur subjektiven Wahrnehmung von Vaterabwesenheit.
5. Methodisches Vorgehen: Beschreibt die Anwendung der Grounded Theory und das Erhebungsinstrument der Experteninterviews.
6. Deskriptive Ergebnisdarstellung: Präsentiert die empirischen Befunde zu den vier Themenkategorien der Interviews.
7. Diskussion der Ergebnisse: Reflektiert die gewonnenen Erkenntnisse im Kontext der existierenden Theorien.
8. Limitationen: Reflektiert die methodischen Grenzen wie die kleine Fallzahl und die rein heterosexuelle Ausrichtung.
9. Fazit und Ausblick: Formuliert das Resümee und gibt Empfehlungen für zukünftige Forschungsansätze.
Geschlechtsidentität, Vaterabwesenheit, Tochter, Wahrnehmung, Entwicklung, Identitätsbildung, Weiblichkeit, Männlichkeit, Beziehungsverhalten, Sozialisation, Psychologie, Grounded Theory, Identifikation, Bindung, Rollenmuster
Die Arbeit untersucht das subjektive Erleben von Töchtern, die ohne ihren leiblichen Vater aufgewachsen sind, und analysiert, wie sich dieses Fehlen auf ihre Geschlechtsidentität und ihr Beziehungsverhalten auswirkt.
Zentral sind die Themen Vaterabwesenheit, die Entwicklung weiblicher Geschlechtsidentität, die Wahrnehmung von Männlichkeits- und Frauenbildern sowie die Gestaltung partnerschaftlicher Beziehungen.
Das Ziel ist es, ein differenzierteres Verständnis darüber zu gewinnen, wie heute erwachsene Frauen ihre frühere Vaterabwesenheit bewerten und inwieweit sie diese als relevanten Faktor für ihre eigene Entwicklung als Frau und in Partnerschaften betrachten.
Die Autorin nutzt die Methode der Grounded Theory nach Strauss und Corbin, um in halbstrukturierten, episodischen Interviews qualitative Daten zu erheben und diese in einem Kodierprozess zu analysieren.
Der Hauptteil fundiert die Studie durch theoretische Definitionen von Identitätskomponenten (Kern-Identität, Geschlechtsrolle) und diskutiert den bisherigen Forschungsstand zur Vaterforschung und deren Einfluss auf die kindliche Entwicklung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geschlechtsidentität, Vaterabwesenheit, Tochter, Wahrnehmung, Entwicklung und Identitätsbildung charakterisiert.
Interessanterweise beurteilen die in dieser spezifischen Studie befragten Frauen ihre Familiensituation als „normal“. Belastungen resultierten bei ihnen weniger aus der Abwesenheit selbst, sondern eher aus der Unwissenheit über die eigene Herkunft oder dem Verhalten der Mutter.
Alle befragten Töchter wuchsen mit einem Stiefvater auf. Die Ergebnisse zeigen, dass dieser eine komplexe Rolle als „Ausgleich“ oder „Triangulierung“ einnehmen kann, während die Akzeptanz als Vaterfigur oft ambivalent bleibt.
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