Habilitationsschrift, 2008
23 Seiten
1. Radiojodtherapie benigner und maligner Schilddrüsenerkrankungen
2. Individuelle prätherapeutische 124I-PET-Dosimetrie beim DTC
2.1 Bedeutung der 124I-Positronen-Emissions-Tomographie
2.2 Quantitative Bildgebung von 124I mit PET
2.3 Ermittlung des Zielvolumens mittels PET
2.4 Das optimierte 124I-PET-Protokoll
3. Optimierung der Radiojoduptake-Bestimmung des solitären Knotens
4. Radiojoduptake und absorbierte Dosen der Speicheldrüsen bei der RJT des DTC
5. Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Habilitationsschrift ist die Etablierung und Evaluierung neuer Konzepte zur Optimierung der Radiojodtherapie (RJT) bei Schilddrüsenerkrankungen. Die Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Verbesserung der Therapieplanung, zur genaueren Dosimetrie sowie zur Minimierung von Nebenwirkungen, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz der 124I-PET-Dosimetrie und die Bestimmung des Radiojoduptakes.
Optimierung der Radiojoduptake-Bestimmung des solitären Knotens
Vor geplanter RJT ist der Radiojoduptake der Restschilddrüse bei malignen (nach Thyreoidektomie) und der Schilddrüse bei benignen Schilddrüsenerkrankungen zu bestimmen. Die 131I-Uptakemessung erfolgt dabei mit dem Radiojodtest [3] und beruht auf die Detektion der durchdringenden 364-keV γ-Strahlung. In der Regel wird eine Messsonde benutzt, die vor dem Patienten in einem festen Hals-Detektor-Abstand positioniert wird.
Dabei geht die Sondenmessung von einer mittleren Referenztiefe des jodspeichernden Gewebes im Hals aus. Durch Tiefenvariation können Messfehler auftreten: 19% Unterschätzung des 131I-Uptakes pro Zentimeter Weichteilüberlagerung bei einem Hals-Detektor-Abstand von 30 cm verursacht durch Absorption und Abstand [51].
In dieser Arbeit [51] wurde der Einfluss von geometrischen Faktoren bei der 131I-Uptakemessung von solitären Schilddrüsenknoten (oder Läsionen) systematisch untersucht, um daraus zusammen mit routinemäßig aufgenommenen Ultraschallbildern eine Methode abzuleiten, die die Effekte der geometrischen Variationen korrigiert. Der Einfluss der Größe, Form und Lage des Schilddrüsenknotens sowie Hals-Detektor-Abstand und Halskrümmung auf den 131I-Uptake wurde mit Hilfe eines dreidimensionalen Modells untersucht.
Radiojodtherapie benigner und maligner Schilddrüsenerkrankungen: Einführung in das seit 60 Jahren etablierte Verfahren der Radiojodtherapie, deren biologische Grundlagen und die spezifischen Herausforderungen bei der Behandlung des differenzierten Schilddrüsenkarzinoms sowie benigner Erkrankungen.
Individuelle prätherapeutische 124I-PET-Dosimetrie beim DTC: Darstellung des Potenzials der 124I-PET-Bildgebung als präzises Verfahren zur Bestimmung von Aktivitätskonzentrationen, inklusive der methodischen Korrektur von Zerfallseffekten und der Entwicklung optimierter Dosimetrieprotokolle.
Optimierung der Radiojoduptake-Bestimmung des solitären Knotens: Entwicklung einer Methode zur Korrektur geometrischer Einflussfaktoren bei der 131I-Uptakemessung, um durch Tiefenkorrektur die Genauigkeit der Dosisplanung für solitäre Knoten zu erhöhen.
Radiojoduptake und absorbierte Dosen der Speicheldrüsen bei der RJT des DTC: Analyse der absorbierten Dosen in den Speicheldrüsen nach Radiojodtherapie, um Ursachen für radiogene Funktionsstörungen wie Xerostomie bei verschiedenen kumulativen Aktivitätsmengen zu identifizieren.
Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse, die unterstreicht, dass die individuelle 124I-PET-Dosimetrie und neue Korrekturverfahren einen wichtigen Beitrag zur Optimierung und Sicherheit der Radiojodtherapie leisten.
Radiojodtherapie, Schilddrüsenkarzinom, Dosimetrie, 124I-PET, 131I-Applikation, Radiojoduptake, Tiefenkorrektur, Speicheldrüsen, Strahlenexposition, Tumordiagnostik, Nuklearmedizin, Therapieplanung, Xerostomie, Läsionskinetik, Bildgebung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Etablierung und Evaluierung neuer Konzepte zur Optimierung der Radiojodtherapie, um die Therapieplanung zu verbessern und das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren.
Die zentralen Felder sind die individuelle 124I-PET-Dosimetrie, die präzise Bestimmung des Radiojoduptakes bei solitären Knoten sowie die Untersuchung der Strahlenbelastung der Speicheldrüsen.
Ziel ist die Realisierung klinisch relevanter Verbesserungen des therapeutischen Vorgehens bei der Radiojodtherapie von Schilddrüsenkarzinomen.
Es werden physikalische Modellrechnungen, Phantom-Messungen sowie die Auswertung von Patientendaten und bildgebenden Verfahren (PET/CT, Szintigraphie) kombiniert eingesetzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Etablierung der 124I-PET-Dosimetrie, die Optimierung von Protokollen zur Uptake-Bestimmung sowie die quantitative Analyse der Strahlenwirkung auf gesundes Gewebe.
Wichtige Begriffe sind Radiojodtherapie, 124I-PET-Dosimetrie, Tiefenkorrektur, Speicheldrüsenschädigung und prätherapeutische Dosisplanung.
124I bietet aufgrund seiner physikalischen Halbwertszeit und der hohen Sensitivität der PET ein deutlich präziseres Verfahren zur Erfassung der Kinetik als die herkömmliche Gammakamera-Technik.
Durch die Einbeziehung von Ultraschallparametern und eine geometrische Tiefenkorrektur konnte der Einfluss von Absorptions- und Abstandsfehlern signifikant reduziert werden.
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