Diplomarbeit, 2009
147 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit
2. Zum Begriff der Integration
3. Assimilation, Akkulturation und Migration: Im Dschungel der Begrifflichkeiten und Eingliederungsprozesse
3.1 Assimilation
3.2 Akkulturation
3.3 Migration
4. Migration und ihre sozialen Folgen
4.1 Zurückbleiben der Frau im Kontext der Migration
4.2 Nachwanderung der Frau im Zuge des Anwerbestopps
4.2.1 Die Lebenswelt der Frau und die soziokulturelle Lebensbedingungen in der Türkei vor der Nachwanderung
4.2.1.1 Die Frau in ihrem Dorf
4.2.1.2 Das Leben in der Stadt
4.3 Das Leben der türkischen Frau in der BRD
4.3.1 Die rechtliche Situation- Ausländerpolitik
4.3.2 Ausländergesetz 1965
4.3.3 Aufenthaltsrecht
4.3.4 Arbeitserlaubnis
4.4 Die Situation der Frau nach der Familienzusammenführung
4.5 Resümee
5. Vom Bild der Frau in der Migrationsgesellschaft
5.1 ‚Die arme unterdrückte Ausländerfrau‘– Klischees und Vorurteile
5.2 Das Bild der Migrantinnen in der deutschen Gesellschaft
5.2.1 Zum Bild der muslimisch- türkischen Mädchen in der Aufnahmegesellschaft
5.2.2 Zum Bild der muslimisch- türkischen Frau im Aufnahmesystem
5.3 Diskriminierung von Migrantinnen in der Gesellschaft
5.3.1 Fremdenfeindlichkeit in den Medien
5.4 Resümee
6. Die Frau im Islam
6.1 Grundzüge des Islams
6.1.2 Die Praktiken des religiösen Lebens- Fünf Säulen des Islam
6.2 Die muslimische Frau- Ihr Leben nach den Richtlinien des Islam
6.2.1 Die Familie im Islam
6.2.2 Die Rechte der Frau
6.3 Das Kopftuch im Islam- Religiöse Unterdrückung oder ein politisches Symbol?
6.3.1 Der ewige Streit um das Stück (Streit-) Stoff
6.4 Resümee
7. Integrationskurse für Migranten- ein neuer Anfang in Deutschland
7.1 Genese der Integrationskurse
7.2 Integrationskurs- Was ist das?
7.2.1 Inhalte und Ablauf
7.2.2 Teilnahmeberechtigung und Kosten
7.2.3 Kursträger und Trägerstrukturen
7.2.4 Lehrkräfte und Lehrkräftequalifikation in Integrationskursen
7.2.5 Kurse für spezielle Gruppen
7.2.6 Zur Teilnahme muslimischer Frauen an den Integrationskursen
7.3 Zwei Fallbeispiele aus den Integrationskursen
7.3.1 Fallbeispiel: Laila
7.3.1.1 Lailas Leben vor der Migration
7.3.1.2 Neubeginn mit Anfangsschwierigkeiten
7.3.1.3 Religion und Kultur in Lailas Leben
7.3.1.4 Der Integrationskurs und die Auswirkungen
7.3.2 Fallbeispiel: Mehtap
7.3.2.1 Mehtaps Lebenswelt vor der Migration
7.3.2.2 Viel Neuland für Mehtap
7.3.2.3 Mehtaps Einstellung gegenüber der Kultur und Religion
7.3.2.4 Der Integrationskurs und Auswirkungen auf Mehtaps Leben
7.3.3 Vergleichende Analyse
7.4 Resümee
8. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Lebenssituation muslimischer Migrantenfrauen in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung ihrer Teilnahme an Integrationskursen. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwieweit diese Kurse die soziale und psychische Lage der Frauen positiv beeinflussen und welche Rolle dabei religiöse sowie kulturelle Identitäten spielen.
4.2.1.1 Die Frau in ihrem Dorf
Es ist kein großes Geheimnis, dass die Türkei ein agrarwirtschaftliches Land ist. Viele angeworbene Gastarbeiter stammten aus den ländlichen Gebieten der Türkei. Bei einer Gesellschaft, die von der Agrarwirtschaft abhängig ist, ist die Fruchtbarkeit der Frau ein finanzielles Kapital. Auf dem Dorf bedeuten Kinder Arbeitskräfte und Altersversorgung der Eltern. In der türkischen Gesellschaft war damals das Faible für männliche Nachkommen sehr bekannt. Wenn es nach den Vätern ginge, sollten Söhne auf die Welt kommen, da sie den Namen und die Familie fortsetzten und weil sie zusätzlich auch die Altersversorgung der Eltern sind.
Töchter werden in ländlichen Gebieten bis zur ihrer Heirat als Hilfskraft im Haushalt betrachtet. Genauso wie die Mutter verbringen sie die meiste Zeit außerhalb des Hauses, nämlich auf dem Feld. Sie lernen die Rolle der Hausfrau kennen, die das Kochen und die Versorgung der jüngeren Geschwister beinhaltet. Der Bildungsaspekt eines Mädchens wird nicht ernst genommen, da sie ohnehin den Weg der Ehe früh einschlagen werden wird.
Bei den Eheschließungen handelte es sich damals nicht in erster Linie um Liebesheiraten. Es sind eher arrangierte Ehen gewesen, die durch die Eltern oder Verwandtschaften organisiert wurden. Diese Art der Partnerfindung erscheint aus heutiger Sicht befremdlich und wird mit Zwangsverheiratungen, Brautentführungen und Versprechungen in Verbindung gebracht. Dem ist hinzuzufügen, dass nicht alle jungen Mädchen auf entsetzliche Weise gezwungen werden zu heiraten. Nach der Heirat ist es in einigen Regionen Sitte, dass die junge Frau zu ihren Schwiegereltern ins Haus zieht. Sie sind von nun an - nach ihrem Ehemann - die Autoritätspersonen. Die ersten Ehejahre sind für das junge Paar besonders schwierig. Das Haus wird von mehreren Familienmitgliedern bewohnt, wodurch sich bezüglich des Sexuallebens die verzwicktesten Situationen ergeben. Das Paar wird mit Peinlichkeiten und Heimlichkeiten konfrontiert.
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit: Einführung in die aktuelle Integrationsdebatte in Deutschland und Darlegung der zentralen These zur positiven Wirkung von Integrationskursen.
2. Zum Begriff der Integration: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Integrationsbegriff und Abgrenzung verschiedener wissenschaftlicher sowie politischer Definitionsansätze.
3. Assimilation, Akkulturation und Migration: Im Dschungel der Begrifflichkeiten und Eingliederungsprozesse: Begriffliche Klärung von zentralen soziologischen Prozessen und deren Bedeutung für Zuwanderer.
4. Migration und ihre sozialen Folgen: Untersuchung der historischen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Migration türkischer Frauen und der Folgen für ihr Leben in Deutschland.
5. Vom Bild der Frau in der Migrationsgesellschaft: Kritische Analyse der vorherrschenden Klischees und Vorurteile gegenüber muslimischen Frauen in der deutschen Gesellschaft und den Medien.
6. Die Frau im Islam: Darstellung der Rolle der Frau innerhalb der islamischen Lehre und Analyse der Kopftuchdebatte aus religiöser und politischer Perspektive.
7. Integrationskurse für Migranten- ein neuer Anfang in Deutschland: Detaillierte Vorstellung der staatlichen Integrationsangebote, deren Struktur und Auswirkung auf die Teilnehmerinnen anhand von Fallbeispielen.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Untersuchungsergebnisse und Empfehlungen für eine vorurteilsfreie und respektvolle Integrationspolitik.
Migration, Integration, muslimische Frauen, Kopftuchdebatte, Integrationskurse, Islam, Assimilation, Akkulturation, Diskriminierung, Geschlechterrollen, türkische Migrantinnen, Bildungschancen, Sozialisation, Identität, Vorurteile.
Die Arbeit untersucht die Lebensrealität muslimischer Migrantenfrauen in Deutschland und hinterfragt, wie Integrationskurse dazu beitragen können, ihre soziale und psychische Situation zu verbessern.
Zu den Kernpunkten gehören die Migrationsgeschichte türkischer Frauen, die Analyse gesellschaftlicher Stereotype, die Rolle der Frau im Islam sowie eine detaillierte Evaluation des deutschen Integrationskurs-Systems.
Das primäre Ziel ist es zu überprüfen, ob Integrationskurse muslimischen Frauen effektiv dabei helfen, soziale und psychische Hürden abzubauen, und ob dabei spezifische Besonderheiten dieser Gruppe berücksichtigt werden.
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse und dem theoretischen Diskurs setzt die Autorin auf eine qualitative Herangehensweise, indem sie zwei spezifische Fallbeispiele (Interviews mit Migrantinnen) vergleichend analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zu Migrationsprozessen und Frauenbildern sowie in einen praktischen Teil, der das System der Integrationskurse erläutert und die persönlichen Erfahrungen zweier Frauen (Laila und Mehtap) in diesen Kursen in den Fokus stellt.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Migration, Integration, muslimische Identität, Kopftuchdebatte, Diskriminierung und die Analyse von Geschlechterrollen im Kontext von Zuwanderung geprägt.
Das Kopftuch wird in der Arbeit als zentrales, oft falsch interpretiertes Symbol behandelt. Die Autorin zeigt auf, dass es in der deutschen Mehrheitsgesellschaft häufig als Zeichen der Unterdrückung wahrgenommen wird, während es für die betroffenen Frauen oft ein Ausdruck religiöser Überzeugung und Identität ist.
Laila verkörpert eine eher liberale, bildungsaffine Muslimin, die aus politischen Konflikten in Afghanistan floh, während Mehtap eine konservativ geprägte, junge Muslimin ist, die im Zuge der Familienzusammenführung aus einem türkischen Dorf nach Deutschland kam. Beide verdeutlichen unterschiedliche Herangehensweisen an den Integrationsprozess.
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