Diplomarbeit, 2010
93 Seiten, Note: 2
1 Psychodrama nach Moreno
1.1 Biographische Daten Morenos
1.2 Philosophischer Hintergrund des Psychodramas
1.2.1 Kosmologie
1.2.1.1 Kosmos
1.2.1.2 Zeit
1.2.1.3 Raum
1.2.1.4 Realität
1.2.2 Anthropologische Konzepte
1.2.2.1 Begegnung
1.2.2.2 Spontaneität
1.2.2.3 Kreativität
1.2.2.4 Gesundheit
1.3 Pädagogisches Kinderpsychodrama
1.4 Kinderpsychodrama in der pädagogischen Praxis
1.4.1 Rahmenbedingungen
1.4.2 Allgemeines zum Gruppenspiel
1.4.2.1 Initalphase des Gruppenspiels
1.4.2.2 Aktionsphase des Gruppenspiels
1.4.2.3 Integrationsphase des Gruppenspiels
1.5 Beispiele für klassische Gruppenspiele
1.5.1 Bauernhof
1.5.2 Zoo
1.5.3 Hotel
1.5.4 Schiff
1.5.5 Weltraum
1.5.6 Märchen
1.6 Kreative psychodramatische Interventionen
1.6.1 Doppeln
1.6.2 Spiegeln
1.6.3 Selbstgespräch
1.6.4 Benennen was ist
1.6.5 Reporter
1.6.6 Außenfeind
1.7 Einzelarbeit im psychodramatischen Handpuppenspiel
1.8 Einzelarbeit im psychodramatischen Handpuppenspiel
2 Pädagogische Grundhaltung als Voraussetzung psychodramatischer Arbeit
2.1 Pädagogik als multidisziplinäres Unterfangen. Ein (notwendiger) Exkurs
2.2 Erziehung – Eine Definition
2.3 Verhaltensproblem – Eine Definition
2.3.1 Abweichendes Verhalten – Eine Definition
2.3.2 Wann ist abweichendes Verhalten ein Verhaltensproblem?
2.4 Zusammenfassung
3 Zielsetzungen pädagogischen Handelns und psychodramatischer Arbeit – Eine Verknüpfung.
3.1 Allgemeine Zielsetzungen des Psychodramas
3.2 Besondere Zielsetzungen des psychodramatischen Gruppenspiels
3.3 Herleitung von Zielen pädagogischen Handelns unter Berücksichtigung psychodramatischer Zielsetzungen
3.3.1 Stärkung des kindlichen Bedürfnisses nach Wachstum
3.3.2 Stärkung und Förderung selbstbestimmten und selbstwirksamen Handelns
3.3.3 Förderung der moralischen Urteilsfähigkeit
3.3.4 Unterstützung bei der Entwicklung einer dauerhaften Zuversicht
4 Fazit
A Ausführungen zu Psychodrama im Allgemeinen
A.1 Aufbau einer Psychodrama-Sitzung
A.2 Zielsetzung einer Psychodrama-Sitzung
A.3 Das Soziale Atom
A.4 Surplus-Reality
B Ausführungen zu Pädagogik im Allgemeinen
B.1 Pädagogik – Wissenschaft, Philosophie oder Praxisfeld?
C Ausführungen zu Banduras sozial-kognitiver Lerntheorie
C.1 Psychophysiologische Voraussetzungen
C.2 Lernen am Modell
C.3 Definition Selbstwirksamkeitserwartung
C.4 Quellen der Selbstwirksamkeit
D Ausführungen zur Moralentwicklung nach Kohlberg
D.1 Entwicklungsstufen der Moral nach Kohlberg
D.2 Das Heinz-Dilemma
D.3 Kohlbergs Konzept der „Just Community“
E Ausführungen zur Salutogenese nach Antonovsky
E.1 Salutogenese
E.2 Generalisierte Widerstandsressourcen
E.3 Stressoren
Diese Arbeit zielt darauf ab, die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ganzheitlich zu betrachten und das Psychodrama als kreatives, praxisorientiertes Instrument zur Förderung kindlicher Entwicklung sowie zur Bewältigung von Verhaltensproblemen zu etablieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie psychodramatische Methoden in pädagogischen Institutionen wie Kindergärten und Grundschulen eingesetzt werden können, um das pädagogische Handeln kreativ zu gestalten und den Erwerb sozialer und emotionaler Kompetenzen zu unterstützen.
1.6.1 Doppeln
Doppeln bedeutet die vermuteten Gefühle des anderen für ihn stellvertretend auszusprechen. Hierbei ist unerheblich ob derjenige, der doppelt richtig liegt oder nicht. Dies kann der Doppelnde anhand der Reaktion seines Gegenübers ablesen. Ein Gefühl wird bei dem Gedoppelten aufkommen, auch wenn man nicht richtig gelegen hat. Dieses Gefühl wiederum führt zu einer Auseinandersetzung mit der Situation. Er spürt sozusagen in sich hinein, wie das Gefühl welches er hat tatsächlich ist. Wenn es schlecht ist, kann er das Gefühl ggf. zum Ausdruck bringen und/ oder eine Handlungsmöglichkeit überlegen, wie er mit diesem Gefühl umgeht.
Spielleitung geht zu dem traurigen Kind hin und spricht es als Doppelgänger an indem es sich neben ihn stellt oder über seine Schulter spricht: (Ich-Form): „Jetzt bin ich aber ganz schön traurig, dass das andere Kind mir den Stuhl weggenommen hat. Eigentlich war es mein Stuhl. Jetzt ist meine schöne Höhle kaputt! Am liebsten würde ich mir den Stuhl wiederholen, aber ich traue mich irgendwie nicht.“
Spielleitung geht zu dem traurigen Kind und spricht es direkt an (Du-Form): „Jetzt bist du aber ganz schön traurig, dass dir das andere Kind den Stuhl weggenommen hat.“ Kind reagiert unmerklich. - „du findest das bestimmt total doof, dass deine Höhle jetzt kaputt ist und das es ganz schön unfair von dem anderen Kind ist.“ Kind nickt. - „Am liebsten würdest du den Stuhl zurück haben wollen, weißt aber nicht so recht wie.“ Kind nickt.
An dieser Stelle kann das Kind entweder direkt reagieren oder man beginnt mit ihm ein Gespräch darüber, wie es sein Problem lösen könnte.
1 Psychodrama nach Moreno: Dieses Kapitel erläutert den philosophischen Hintergrund und die anthropologischen Konzepte des Psychodramas sowie dessen Anwendung in der pädagogischen Praxis mit Kindern.
2 Pädagogische Grundhaltung als Voraussetzung psychodramatischer Arbeit: Hier wird die notwendige pädagogische Grundhaltung reflektiert und Begriffe wie Pädagogik, Erziehung und das Verhaltensproblem definiert.
3 Zielsetzungen pädagogischen Handelns und psychodramatischer Arbeit – Eine Verknüpfung.: Dieses Kapitel verbindet pädagogische Zielsetzungen mit psychodramatischen Ansätzen und untermauert diese durch theoretische Grundlagen.
4 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bietet eine abschließende persönliche Reflexion zur Bedeutung der Ganzheitlichkeit in der Pädagogik.
Psychodrama, Kinderpsychodrama, Pädagogik, Ganzheitlichkeit, Verhaltensprobleme, Soziales Lernen, Gruppenspiel, Kreative Interventionen, Persönlichkeitsentwicklung, Moreno, Bandura, Kohlberg, Salutogenese, Handpuppenspiel, Selbstwirksamkeit
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Einsatz psychodramatischer Methoden in der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, um diese ganzheitlich zu fördern und bei Verhaltensproblemen kreativ zu unterstützen.
Die zentralen Themen sind das Psychodrama nach Moreno, die pädagogische Grundhaltung von Erziehern und Lehrern, das Kinderpsychodrama sowie die Verknüpfung von psychodramatischen Methoden mit pädagogischen Zielsetzungen.
Das primäre Ziel ist es, die Wirkungsweise des Psychodramas als pädagogisches Instrument darzulegen, um die Persönlichkeitsentwicklung und soziale Kompetenz von Kindern zu stärken.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die psychodramatische Ansätze mit soziologischen und pädagogischen Theorien wie der sozial-kognitiven Lerntheorie, der Moralentwicklung nach Kohlberg und der Salutogenese nach Antonovsky verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Psychodramas als Weltanschauung, die Reflexion einer pädagogischen Grundhaltung sowie die Herleitung von konkreten Zielsetzungen für pädagogisches Handeln durch psychodramatische Techniken.
Die wichtigsten Begriffe sind Psychodrama, Ganzheitlichkeit, pädagogische Grundhaltung, Verhaltensprobleme, soziale Kompetenz, Selbstwirksamkeit und kreative Interventionen.
Das Doppeln hilft, dem Kind seine eigenen, oft noch unbewussten Gefühle in einer schwierigen Situation (wie einem Streit um Spielzeug) durch den Spielleiter spiegelnd aussprechen zu lassen, was den Weg für eine Bewältigung des Konflikts ebnet.
Das pädagogische Gruppenspiel verfolgt keine explizite therapeutische Absicht zur Behandlung tiefgreifender Störungen, sondern zielt auf soziales Lernen, die Förderung der Persönlichkeit und die kreative Gestaltung des pädagogischen Alltags ab.
Das Soziale Atom dient als Methode, um die emotional relevanten Personen im sozialen Umfeld eines Kindes grafisch oder durch Stellvertreter sichtbar zu machen und somit Beziehungsgeflechte besser verstehen zu können.
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