Bachelorarbeit, 2023
162 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Aktuelle Situation im Landkreis Waldeck-Frankenberg
1.2 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2 Fachkräftemangel
2.1 Bedeutung von Fachkräftemangel für den Untersuchungszusammenhang
2.2 Folgen des Fachkräftemangels
2.3 Fachkräftemangel im Landkreis Waldeck-Frankenberg
3 Die Nachwuchskräfte von heute und morgen
4 Ausbildungswege
5 Sozialisierungsaspekte
6 Schulische Berufsorientierung
7 Ergänzung der Beobachtung durch Interviews
7.1 Fragebogendesign
7.2 Entwicklung des Fragenkatalogs
7.3 Auswahl der Interviewpartner:innen
7.4 Durchführung der Pretests
7.5 Durchführung der Interviews
7.6 Auswertung der Interviews
7.6.1 Schüler:innen
7.6.2 Eltern
7.6.3 Lehrkräfte
7.7 Erkenntnisse der Interviews
8 Gesamtzusammenfassung
8.1 Reflexion der Ergebnisse und Handlungsempfehlung
8.2 Wissenschaftlicher Ausblick
Diese Bachelorarbeit analysiert den regionalen Fachkräftemangel im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit dem Ziel, Lösungsansätze im Ausbildungskontext zu identifizieren und die Rolle der Berufsorientierung kritisch zu hinterfragen, um die Abwanderung Jugendlicher zu reduzieren und gewerblich-technische Berufsbilder attraktiver zu gestalten.
2.1 Bedeutung von Fachkräftemangel für den Untersuchungszusammenhang
Der sogenannte „Fachkräftemangel“ ist zu einer ernstzunehmenden Problematik geworden, welche eine Vielzahl von Unternehmen und Branchen betrifft. Dies hat zur Folge, dass es in unzähligen Bereichen an qualifizierten Arbeitskräften mangelt. Diese Gegebenheit hat ebenso Auswirkungen auf die Ausbildungssituation: Viele Unternehmen haben vermehrt Schwierigkeiten ihre Ausbildungsstellen erfolgreich zu besetzen. In diesem Kontext stellt sich jedoch die Frage, was die Bedeutung dieses alltäglichen Begriffes ist, welcher sowohl in den Medien als auch in der Privat- und Arbeitswelt an Aufmerksamkeit gewinnt. Zunächst ist jedoch anzumerken, dass in der Literatur keine eindeutige Begriffsdefinition zum Fachkräftemangel zu finden ist.
Laut Kettner (2012) muss in diesem Zusammenhang zwischen den drei Begrifflichkeiten Fachkräftemangel, Fachkräfteengpässe und Arbeitskräftemangel unterschieden werden. Es wird von einem sogenannten Arbeitskräftemangel gesprochen, wenn die Anzahl der benötigten Arbeitskräfte, auf einem regional diskreten Arbeitsmarkt, die Anzahl der verfügbaren Arbeitnehmer:innen überwiegt. In der betrieblichen Praxis kommt dieser Zustand zum Ausdruck, in dem keine oder lediglich eine geringe Anzahl von Bewerbungen auf eine ausgeschriebene Arbeitsstelle eingehen. Hält dieser Zustand über einen längeren Zeitraum an, ist davon auszugehen, dass entsprechende Anpassungen innerhalb des betroffenen Unternehmens vorzunehmen sind, um den Arbeitskräftebedarf zu senken (S. 15).
Laut seiner Anschauungsweise liegt ein Fachkräftemangel vor, wenn es aus der quantitativen Sichtweise nicht genügend Fachkräfte gibt. Dieser kennzeichnet sich dadurch, dass auf ausgeschriebene Stellen keine Bewerbungen eingehen oder die Bewerber:innen die Anforderungen nicht erfüllen und somit ungeeignet sind. Es ist davon auszugehen, dass der Fachkräftemangel ebenso wie der Arbeitskräftemangel kein permanenter Zustand am Arbeitsmarkt sein kann (ders. 2012: S. 16). Buchmann (2021) äußert sich zur Bedeutung der Begrifflichkeit Fachkräftemangel in folgendem Zusammenhang:
1 Einleitung: Beleuchtung der derzeitigen Arbeitsmarktsituation im Landkreis Waldeck-Frankenberg und Definition der Forschungsziele.
2 Fachkräftemangel: Differenzierung zwischen verschiedenen Begrifflichkeiten wie Arbeitskräftemangel und Fachkräfteengpässen sowie Analyse deren Auswirkungen.
3 Die Nachwuchskräfte von heute und morgen: Untersuchung der verschiedenen Generationen, insbesondere der Generation Z, und deren spezifische Bedürfnisse und Merkmale.
4 Ausbildungswege: Überblick über gängige Ausbildungssysteme in Deutschland wie duale Ausbildung, schulische Ausbildung und duales Studium.
5 Sozialisierungsaspekte: Erläuterung des Sozialisationsbegriffs und der Bedeutung von Resilienzfaktoren in der persönlichen Entwicklung von Jugendlichen.
6 Schulische Berufsorientierung: Untersuchung der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Rolle der Schule als wichtiger Akteur bei der Berufswahl.
7 Ergänzung der Beobachtung durch Interviews: Methodische Darlegung der qualitativen Forschung sowie Auswertung der Interviews mit Schüler:innen, Eltern und Lehrkräften.
8 Gesamtzusammenfassung: Reflexion der Ergebnisse, Ablehnung der Ausgangshypothese hinsichtlich einer generellen Handwerks-Abneigung sowie Handlungsempfehlungen für die Region.
Fachkräftemangel, Waldeck-Frankenberg, Berufsorientierung, Generation Z, duale Ausbildung, Sozialisation, Resilienz, empirische Forschung, Ausbildungsmarkt, duales Studium, Bildungsbiografie, Nachwuchsförderung, Personalmanagement, Arbeitsmarktentwicklung, Berufsberatung.
Die Arbeit untersucht den regionalen Fachkräftemangel im Landkreis Waldeck-Frankenberg und analysiert, wie Jugendliche, Eltern und Schulen den Prozess der Berufsorientierung wahrnehmen.
Neben der theoretischen Einordnung des Fachkräftemangels stehen die Sozialisationsaspekte Jugendlicher, die Bedeutung der Generation Z sowie die Analyse der Erfolgsaussichten schulischer und frühzeitiger Berufsorientierung im Fokus.
Ziel ist es, die Gründe für den Fachkräftemangel in der Region zu verstehen und herauszufinden, warum insbesondere gewerblich-technische Berufe für viele Jugendliche an Attraktivität verlieren.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, das auf leitfadengestützten Face-to-Face-Interviews mit drei verschiedenen Gruppen basiert: Schüler:innen, Eltern und Lehrkräften.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Ausbildungswegen und Sozialisation sowie eine umfangreiche Auswertung empirisch erhobener Daten zur Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Fachkräftemangel, Berufsorientierung, Generation Z, Resilienz und regionale Standortfaktoren in Waldeck-Frankenberg.
Ja, die Interviews verdeutlichen, dass Eltern, auch wenn sie eine direkte Beeinflussung oft verneinen, durch ihre eigenen beruflichen Erfahrungen und Wünsche eine maßgebliche Rolle als Wegbegleiter und Berater im Berufswahlprozess einnehmen.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Informationsfluss zwischen den Akteuren verbesserungswürdig ist und bisher keine optimale, konzertierte Zusammenarbeit existiert, die notwendig wäre, um Schüler:innen bei der komplexen Berufswahl ideal zu unterstützen.
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