Bachelorarbeit, 2009
79 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Kochbücher im Mittelalter
3. Daz buoch von guoter spise
3.1 Michael de Leone
3.2 Das Hausbuch des Michael de Leone
3.3 Aufbau und Inhalt
3.4 Die Gerichte
4. Charakteristika der handschriftlichen Kochbuchtradition
4.1 Autoren und Rezipienten
4.2 Verwendung handschriftlicher Kochbücher
4.3 Aufbau und Ordnung
5. Die „Küchenmeisterei“
5.1 Einleitung
5.2 Der Text
5.3 Druckgeschichte
5.4 Die „Küchenmeisterei“ in der Handschrift
5.4.1 Der Codex S 490 der Zentralbibliothek Solothurn
5.4.2 Das „Kölner Kochbuch“
6. Die Küchenmeisterei und die handschriftliche Kochbuchtradition
6.1 Text und Rezipienten
6.2 Ordnungsprinzipien, Flächengliederung und Leserhilfen
6.2.1 Vorrede
6.2.2 Kapiteleinteilung
6.2.3 Register
6.2.4 Seitentitel
6.2.5 Flächengliederung
7. Fazit: Der Kapitalismus bedient sich der Errungenschaften der Scholastik
Diese Arbeit untersucht den Medienwandel des Kochbuchs vom ausgehenden Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit, mit einem Fokus auf dem Übergang von handschriftlichen Traditionen zum gedruckten Buch. Ziel ist es, durch eine Fallstudie zu analysieren, wie sich die Textgattung Kochbuch unter den Bedingungen des Buchdrucks veränderte und welche Rückschlüsse dies auf die Rezeptionsmodi und die soziale Funktion dieser Schriften zulässt.
Die „Küchenmeisterei“ in der Handschrift
Zur Zeit sind uns zwei mit der „Küchenmeisterei“ verwandte Handschriften bekannt, die beide relativ ausführlich von Trude Ehlert besprochen und zu ihrem Verhältnis zu den Drucken untersucht worden sind. Diese Handschriften sind der Codex S 490 der Zentralbibliothek Solothurn und die Handschrift Best. 7004 (GB 4°) 27 des Historischen Archivs der Stadt Köln.
Leider ist die letztgenannte Handschrift bis heute weder digitalisiert noch ediert und durch den Einsturz des Stadtarchives momentan nicht zugänglich, sodass ich mich hier ganz auf Trude Ehlert und die Handschriftenbeschreibungen des Kataloges von Karl Menne und des Rheinischen Handschriftenzensus verlassen muss. Den Codex S 490 durfte ich mit Genehmigung der Zentralbibliothek Solothurn abphotographieren. Diese Aufnahmen dienen mir als Untersuchungsgrundlage.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kulturhistorische Bedeutung des Buchdrucks und definiert das Kochbuch als ein interessantes Forschungsobjekt im Übergang zur Frühen Neuzeit.
2. Kochbücher im Mittelalter: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die mittelalterliche Kochbuchtradition, von den antiken Wurzeln bis zur Herausbildung deutschsprachiger Sammlungen im 14. Jahrhundert.
3. Daz buoch von guoter spise: Hier wird das älteste deutschsprachige Kochbuch detailliert beschrieben, wobei insbesondere der Besitzer Michael de Leone und der Aufbau seines "Hausbuches" im Zentrum stehen.
4. Charakteristika der handschriftlichen Kochbuchtradition: Das Kapitel widmet sich der sozialen Einordnung der Autoren und Rezipienten sowie der Verwendung der Handschriften im Kontext von Ökonomie und Repräsentation.
5. Die „Küchenmeisterei“: Diese Sektion analysiert das erste gedruckte deutsche Kochbuch, seine Druckgeschichte, die Struktur des Textes und seine handschriftlichen Vorläufer.
6. Die Küchenmeisterei und die handschriftliche Kochbuchtradition: Hier erfolgt ein systematischer Vergleich zwischen den handschriftlichen Vorläufern und der gedruckten Fassung hinsichtlich der Textgestaltung und der Hilfsmittel für den Leser.
7. Fazit: Der Kapitalismus bedient sich der Errungenschaften der Scholastik: Das Fazit resümiert den Übergang von der Handschrift zum Druck und ordnet die Entwicklung in die Entstehung eines kapitalistischen Buchmarktes ein.
Kochbuch, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Küchenmeisterei, Daz buoch von guoter spise, Buchdruck, Handschrift, Manuskriptkultur, Rezepte, Ernährung, Medienwandel, Buchmarkt, Scholastik, Fachliteratur, Diätetik
Die Arbeit untersucht den Wandel der Textgattung "Kochbuch" beim Übergang von der handschriftlichen Überlieferung zum Buchdruck im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit.
Die Arbeit behandelt die Entwicklung des Kochbuchs als Textsorte, die Rolle des Buchmarktes, die soziale Funktion der Rezepte und die technologische Entwicklung des Buchdrucks.
Das Hauptziel ist es, zu analysieren, ob und wie sich Kochbücher durch den Medienwechsel vom Manuskript zum Druck veränderten und welche Rückschlüsse dies auf die damalige Rezeption zulässt.
Es handelt sich primär um eine philologische und kulturhistorische Fallstudie, die verschiedene Handschriften und frühe Drucke vergleichend analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung des „Daz buoch von guoter spise“ als handschriftlichem Zeugnis und der „Küchenmeisterei“ als erstem gedrucktem Kochbuch, inklusive ihrer Druckgeschichte und Struktur.
Zentrale Begriffe sind neben Kochbuch und Mittelalter insbesondere Medienwandel, Manuskriptkultur, Buchdruck, Rezeption und historische Ernährungskultur.
Die „Küchenmeisterei“ ist das erste gedruckte deutschsprachige Kochbuch und zeichnet sich durch eine systematischere Kapiteleinteilung, ein Register und eine auf potenzielle Käufer zugeschnittene Vorrede aus.
Es dient als Fallbeispiel für die handschriftliche Kochbuchüberlieferung, da es das „Daz buoch von guoter spise“ enthält und durch seine Konzeption als didaktisches Werk für die Familie besonders gut dokumentiert ist.
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