Bachelorarbeit, 2022
38 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Quellen
2. Biografie von Monika Seifert
2.1 Kindheit und Jugend
2.2 Erwachsenenalter
2.2.1 Studium und berufliche Tätigkeiten
2.2.2 Politisches Engagement
2.2.3 Eheschließung und Familiengründung
2.2.4 Scheidung und Tod
3. Seiferts Verständnis von antiautoritärer Erziehung
3.1 Zur Kritik an den staatlichen Kindergärten
3.2 Seiferts Erziehungsziele und pädagogische Leitgedanken
3.3.1 Selbstregulierung kindlicher Bedürfnisse
3.3.2 Innerer Frieden – Aufwachsen ohne Ängste und Schuldgefühle
3.3.3 Intrinsische Lernmotivation des Kindes
3.3 Wesentliche Merkmale einer antiautoritären Erziehung
4. Von der Idee der Selbstregulierung zur pädagogischen Praxis
4.1 Die ,,Kinderschule‘‘ in Frankfurt/Main
4.1.1 Einblick in den Kindergartenalltag
4.1.2 Konfliktbelastete Elternabende
4.1.3 Das öffentliche und mediale Interesse
4.1.4 Der Konflikt zwischen den Eigentümern des Hauses
4.2 50 Jahre ,,Freie Kinderschule
5. Von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule
5.1 Zur Kritik an der Grundschule
5.2 Die Rödelheimer Klasse
5.2.1 Über die Schwierigkeiten bei der Umsetzung
5.2.2 Das Ende des Rödelheimer-Modells
5.3 Gründung der ,,Freien Schule Frankfurt‘‘
5.4 Über 40 Jahre später – Existiert die ,,Freie Schule‘‘ zum jetzigen Zeitpunkt?
Die vorliegende Arbeit untersucht Monika Seiferts pädagogisches Wirken und ihre antiautoritären Erziehungsprinzipien. Ziel ist es, ihre Erziehungsziele und Leitgedanken zu rekonstruieren, deren Umsetzung kritisch zu beleuchten und zu prüfen, inwieweit diese in der pädagogischen Schulpraxis tatsächlich Anwendung fanden.
4.1.1 Einblick in den Kindergartenalltag
Im Allgemeinen galt die Regel, dass die Kinder freiwillig und ohne Zwang den Kindergarten besuchen konnten: ,,Den Kindern sollte nicht die Vorstellung vermittelt werden, daß [sic!] die Kinderschule eine Zwangsveranstaltung oder ein Abstellplatz ist, das Zusammensein mit den anderen Kindern sollte auf freiwilliger Basis erfolgen‘‘ (Unveröffentlichter Bericht von Freyberg 1969 zit. nach Aden-Grossmann 2014, S. 90). Eltern, die aufgrund ihrer Arbeit auf die Betreuung ihrer Kinder außer Haus angewiesen waren, stellte diese Forderung vor große Probleme. Die Folge war, dass die Kinder berufstätiger Eltern meist unter Zwang in die Kita gebracht wurden. Das heißt im Umkehrschluss, dass auch die freiheitsbejahende Pädagogik nicht ohne Zwang auskommt. Hinzu kam die Forderung, dass ,,die Kinder morgens alle möglichst zur gleichen Zeit gebracht werden [sollten], um ihnen die täglich neue Kontaktaufnahme und Kollektivierung zu erleichtern‘‘ (Seifert 1977, S. 17). Erfolgte die Neuaufnahme eines Kindes, durfte das jeweilige Elternteil nicht gehen, bevor das Kind seinen Wunsch äußerte, im Kollektiv allein gelassen zu werden. Demnach umfasste die Eingewöhnungszeit keinen festen Zeitraum, sondern konnte je nach Kind länger oder kürzer dauern.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt Monika Seifert als zentrale Vertreterin der antiautoritären Erziehungsbewegung vor und legt die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit dar.
2. Biografie von Monika Seifert: Dieses Kapitel rekonstruiert Seiferts Lebensweg von der Kindheit über ihr Studium bis hin zu ihrem politischen Engagement und ihrer Familiengründung.
3. Seiferts Verständnis von antiautoritärer Erziehung: Hier werden Seiferts Kritik an traditionellen Kindergärten sowie ihre zentralen pädagogischen Leitgedanken, wie die Selbstregulierung kindlicher Bedürfnisse, dargelegt.
4. Von der Idee der Selbstregulierung zur pädagogischen Praxis: Der Abschnitt betrachtet die Gründung und den Alltag der "Kinderschule" sowie die mediale Resonanz und die darauf folgenden Konflikte.
5. Von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule: Dieses Kapitel thematisiert den Versuch, die antiautoritären Prinzipien im Grundschulwesen zu etablieren, inklusive der Erfahrungen in der Rödelheimer Klasse und der Gründung der "Freien Schule Frankfurt".
Monika Seifert, antiautoritäre Erziehung, Selbstregulierung, Freie Kinderschule, Kinderladenbewegung, Pädagogik, Kindheitspädagogik, Erziehungsziele, Freie Schule Frankfurt, Selbstbestimmung, Schulpolitik, individuelle Förderung, Sozialisation, Reformpädagogik, Elterninitiative.
Die Arbeit beschäftigt sich mit Monika Seifert als einer der einflussreichsten Vertreterinnen der antiautoritären Erziehung und untersucht deren pädagogische Ziele und Umsetzung.
Zu den Schwerpunkten zählen die Biografie Seiferts, die Theorie und Praxis antiautoritärer Erziehung, die Gründung von alternativen Betreuungseinrichtungen sowie die kritische Reflexion dieser Modelle im gesellschaftlichen Kontext.
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, nach welchen Kriterien Seifert ihre Erziehungsziele und Leitgedanken entwickelte und ob diese mit den allgemeinen Merkmalen der antiautoritären Erziehung übereinstimmen.
Die Arbeit basiert auf einer biographischen Rekonstruktion sowie einer Analyse von Primär- und Sekundärquellen, um Seiferts pädagogische Konzepte und deren praktische Anwendung zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der theoretischen Grundlagen, die Darstellung der pädagogischen Praxis in der Kinderschule sowie die Analyse der Schwierigkeiten bei der Übertragung des Konzepts auf das Grundschulwesen.
Zentrale Begriffe sind Antiautoritäre Erziehung, Selbstregulierung, Kinderladenbewegung, Kinderschule und Freie Schule Frankfurt.
Das pädagogische Konzept löste gegen Ende der 1960er Jahre heftige Debatten aus, die oft kontrovers und emotional geführt wurden, wie insbesondere die mediale Rezeption in der Fernsehdokumentation "Erziehung zum Ungehorsam" verdeutlichte.
Die Übertragung stieß auf Widerstände bei Schulbehörden, Eltern und Kollegien, da die antiautoritären Prinzipien oft im direktem Widerspruch zu traditionellen, leistungsorientierten Schulstrukturen und gesellschaftlichen Erwartungen standen.
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