Masterarbeit, 2006
121 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung
1. Gegenstand und thematische Abgrenzung der Arbeit
2. Methodik und kritische Würdigung
3. Vorgehensweise
II. Systemanalyse
1. Akteure im Pflegesystem
1.1 Payer
2.2 Leistungserbringer
3.3 Versicherte / Nutzer
2. Verhältnis der Akteure im Pflegesystem
2.1 Leistungsträger – Pflegeeinrichtung/Träger der Einrichtung
2.2 Leistungsträger – Versicherte / Nutzer
2.3 Pflegeeinrichtung – Nutzer
III. Pflegebezogene Leistungen und Ergebnisse im Pflegesystem
1. Output im Pflegesystem
1.1 Heterogenität des Outputs spezifiziert am Konzept des Pflegebedürftigen
1.2 Gesetzlich verankerte Leistungsverpflichtungen
1.3 Leistungsanforderungen der Spitzenverbände der Pflegekassen an die Pflegeeinrichtungen
1.4 Qualitätsüberprüfung von Pflegeleistungen
1.5 Pflegeleistungen im Kontext der sozialrechtlichen und pflegewissenschaftlichen Definition von Pflegebedürftigkeit
1.6 Das gesundheitsökonomische Konzept des „Pflegebedürftigen“ im Kontext der sozialrechtlichen und pflegewissenschaftlichen Betrachtung von Pflegeleistungen
2. Outcome im Pflegesystem
2.1 Grenzen der Messbarkeit des Outcomes
2.2 Pflegequalität
2.3 Pflegequalität im Kontext der Gesundheitsökonomie
2.4 Pflegequalität aus Sicht des MDK
3. Anreizstrukturen ausgewählter Komponenten des Pflegesystems und ihre Auswirkungen auf die Pflegequalität
3.1 Pflegebedürftigkeit und Vergütung nach SGB XI
3.2 Grundsatz der Beitragssatzstabilität
3.3 Selbstbestimmtheit und Konsumentensouveränität
3.4 Benchmarking und Personalbedarfsbemessung
3.5 Qualitätsprüfungen durch den MDK
3.6 Definition der anerkannt medizinisch – pflegerischen Erkenntnis
IV. Empirische Ergebnisse
1. Pflegequalität und Aufgaben der Pflege
2. Auswirkungen der Vergütung stationärer Pflegeeinrichtungen auf die Pflegequalität und Pflegeleistungen
3. Bewohnerstruktur und –erwartungen im Kontext von Pflegequalität und Pflegeleistung
4. Grenzen und Möglichkeiten der Qualitätssicherung und –kontrolle durch den MDK und das Versorgungsamt
5. Stellungnahme zu den §§ 14 und 15 SGB XI
V. Diskussion
1. Pflegequalität
2. Rahmenbedingungen
3. Wirtschaftlichkeit der Bewohnerstruktur
4. Selbstbestimmtheit
5. Qualitätsprüfungen des MDKs
VI. Fazit
VII. Ausblick
Die Arbeit untersucht die Anreizstrukturen innerhalb des deutschen Pflegesystems und analysiert deren Auswirkungen auf die Qualität der pflegerischen Versorgung. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, wie die aktuelle gesetzliche Vergütungsstruktur und die damit verbundenen Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) das Verhalten von Pflegeeinrichtungen beeinflussen und ob diese Strukturen eine evidenzbasierte Pflege fördern oder behindern.
1. Gegenstand und thematische Abgrenzung der Arbeit
Die soziale Pflegeversicherung in Deutschland steht gegenwärtig zahlreichen Herausforderungen gegenüber. Auf der einen Seite sieht sie sich mit der Zunahme anspruchsberechtigter Personen und steigenden Ausgaben konfrontiert, andererseits steht mit der demographischen Entwicklung die Finanzierung der Pflegeversicherung zur Diskussion.
Die Einführung der Pflegeversicherung beabsichtigte das Risiko der Pflegebedürftigkeit vergleichbar den Risiken Krankheit, Unfall oder Arbeitslosigkeit abzusichern. Sie stellt dabei keine Vollversicherung dar, sondern übernimmt eine Grundsicherung, um der Abhängigkeit von Sozialhilfe mit Eintreten der Pflegebedürftigkeit bei der überwiegenden Zahl der Betroffenen vorzubeugen (vgl. Erster Bericht zur Entwicklung der Pflegeversicherung, 1997). Ziel der Pflegeversicherung ist es „Pflegebedürftigen Hilfe zu leisten, die wegen der Schwere der Pflegebedürftigkeit auf solidarische Unterstützung angewiesen sind“ (§ 1 Abs. 4 Sozialgesetzbuch XI, im Folgenden SGB XI). Gleichzeitig möchte sie Anreize setzen, die Eigenverantwortung der Versicherten dahingehend zu fördern, dass Pflegebedürftigkeit verhindert wird und Betroffene dazu anhalten, an der Überwindung, Minderung oder Verhinderung einer Verschlechterung mitzuwirken (§ 6 Abs. 2 SGB XI).
Die vorliegende Arbeit befasst sich zum einen mit den Strukturen des Pflegesystems und beleuchtet, welche Anreize für die Leistungserbringer über die Ausgestaltung des Pflegesystems hinsichtlich der Ziele der Pflegeversicherung gesetzt werden. Schwerpunkt der Betrachtung liegt auf den stationären Einrichtungen der Altenpflege und ihren Mitarbeitern. Zum anderen werden die Auswirkungen der Anreizstrukturen des Pflegesystems auf die Pflegequalität aus pflegeökonomischer und pflegewissenschaftlicher Perspektive aufgezeigt. Hierbei werden die Grenzen der Messbarkeit der Qualität und Wirksamkeit pflegerischer Leistungen aufgeführt.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen der sozialen Pflegeversicherung ein und definiert das Ziel, die Anreizstrukturen des Pflegesystems sowie deren Auswirkungen auf die Pflegequalität zu untersuchen.
II. Systemanalyse: Dieses Kapitel stellt die wesentlichen Akteure des Pflegesystems – Payer, Leistungserbringer und Versicherte – vor und analysiert deren gegenseitige Beziehungen als Grundlage für das Verständnis des Pflegesystems.
III. Pflegebezogene Leistungen und Ergebnisse im Pflegesystem: Hier werden der Output und Outcome des Pflegesystems detailliert betrachtet, inklusive der sozialrechtlichen Rahmenbedingungen und pflegewissenschaftlicher Qualitätskriterien.
IV. Empirische Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse aus Experteninterviews mit Fachkräften und Leitungspersonal zur täglichen Pflegepraxis und den Auswirkungen der Vergütungsstrukturen.
V. Diskussion: Die in Kapitel III entwickelten Hypothesen werden hier anhand der empirischen Ergebnisse aus Kapitel IV diskutiert und in den Kontext der Pflegepraxis gesetzt.
VI. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die bestehenden Strukturen Anreize für eine defizitorientierte Pflege schaffen und die Weiterentwicklung zu einer evidenzbasierten Versorgung erschweren.
VII. Ausblick: Der Ausblick skizziert Ansätze für die zukünftige Entwicklung der Pflege, insbesondere durch ein standardisiertes Benchmarkingsystem und die Nutzung von Klassifikationssystemen wie NANDA, NIC und NOC.
Pflegeversicherung, Pflegequalität, Pflegestufen, SGB XI, Evidence-based Nursing, MDK, Systemanalyse, Bewohnerstruktur, Personalbedarfsbemessung, Lebensqualität, Selbstbestimmtheit, Pflegebedarf, Pflegedokumentation, stationäre Altenpflege, Anreizstrukturen
Die Arbeit analysiert, wie die aktuellen Anreizstrukturen im deutschen Pflegesystem die Qualität der pflegerischen Leistungen in stationären Einrichtungen beeinflussen und welche systemischen Probleme dabei auftreten.
Zentrale Themen sind die Systemanalyse des Pflegesektors, die Definition und Messbarkeit von Pflegequalität, der Einfluss der Vergütung nach Pflegestufen auf das Pflegehandeln sowie die Rahmenbedingungen stationärer Altenpflege.
Ziel der Arbeit ist es zu beschreiben, welche Anreize durch das Pflegesystem für Leistungserbringer gesetzt werden und wie sich diese auf die pflegerische Qualität auswirken, insbesondere unter Berücksichtigung pflegeökonomischer und pflegewissenschaftlicher Perspektiven.
Neben einer umfassenden Systemanalyse und Literaturrecherche wurden zur empirischen Datenerhebung Experteninterviews mit Pflegefachkräften und Personen in Leitungsfunktionen durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Systemanalyse, die Untersuchung von Pflegeleistungen und Outcomes sowie die Analyse der Anreizstrukturen (Vergütung, Personalbemessung, MDK-Qualitätsprüfungen), ergänzt durch die Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Pflegestufen-Vergütung, Evidence-based Nursing (EbN), Pflegequalität, Selbstbestimmtheit, MDK-Qualitätsprüfungen und Personalbedarfsbemessung.
Die Arbeit bewertet die Funktion des MDK bei Qualitätsprüfungen grundsätzlich positiv für die Transparenz, kritisiert jedoch die Durchführung und die mangelnde Ausrichtung an aktueller pflegewissenschaftlicher Evidenz.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Vergütung defizitorientiert ist und somit Anreize schafft, bei den Bewohnern eher Unselbstständigkeit und Defizite zu fördern, statt Fähigkeiten durch aktivierende Pflege zu erhalten.
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