Diplomarbeit, 2009
128 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Kultur und Fernsehen
2.1 Der Kulturbegriff in Bezug zum Fernsehen
2.2 Das öffentlich-rechtliche System - Definition und Abgrenzung zu anderen Fernsehformen
2.3 Eine kurze Entstehungsgeschichte von ARD und ZDF
2.4 Die Entstehung der expliziten Kultursender 3sat und arte
2.5 Der Nutzungswandel des Fernsehens, gestern und heute
3 Auftrag und Ziel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens
3.1 Der Grundversorgungsauftrag
3.2 Der Bildungs- und Kulturauftrag
3.3 Die Kulturinteressen des Fernsehpublikums
4 Kultur im Fernsehprogramm
4.1 Die Darstellungsformen von Kultur im Medium Fernsehen
4.2 Kultur auf den Kultursendern arte und 3sat
4.3 Die Kulturmagazine
4.4 Kultur in Form von Dokumentar- und Spielfilmen
4.5 Kultur in den Nachrichten
5 Boulevardisierung / Banalisierung / Qualitätsverfall?
5.1 Der übermächtige Einfluss der GfK-Zuschauerforschung
5.2 Optimierungsstrategien in der Programmplanung
5.3 Die fortwährende Kritik an der Programmgestaltung
5.4 Auflagen und Reaktionen auf die vorgebrachte Kritik
5.5 Die Entwicklungen im Kulturangebot an konkreten Beispielen
5.6 Die Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ und ihre Empfehlungen
6 Zukunftsperspektiven
6.1 Der Legitimationsdruck des gebührenfinanzierten Fernsehens
6.2 Die zukünftige Finanzierungsform des öffentlich-rechtlichen Fernsehens
6.3 Online- und Interaktivitätstendenzen und ihre voraussichtlichen Auswirkungen auf die Kulturvermittlung
6.4 Die Forderungen nach einer qualitativ orientierten Erfolgsmessung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
6.5 Das Problem mit dem Zuschaueralter
7 Schlussfolgerungen
Diese Arbeit untersucht den Konflikt zwischen dem gesetzlich verankerten Bildungs- und Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland und dem wachsenden ökonomischen Druck, hohe Einschaltquoten zu erzielen. Ziel ist es, die Entwicklung der Programmgestaltung kritisch zu beleuchten und Strategien sowie Zukunftsperpektiven für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in einem dualen System aufzuzeigen.
2.1 Der Kulturbegriff in Bezug zum Fernsehen
Bis heute hat sich um den Begriff „Kultur“ eine Unschärfe und Unsicherheit erhalten, die, wann immer dieser Begriff in Gesetzestexten und ähnlichem gebraucht wird, zu unterschiedlichen Auslegungen führt. Insbesondere im Bereich der Medien. Ist Rundfunk als Institution nicht ohnehin immer schon auch Kultur? Soll es Aufgabe des Rundfunks sein, die Kultur einer Gesellschaft zu verbessern bzw. darauf hinzuwirken diese anzuheben? Nach welchen Maßstäben sollte eine solche „Kulturveredelung“ erfolgen und in welchem Verhältnis zu den anderen Rundfunkleistungen?
Während für verschiedene „Anwendungsfälle“ des Begriffs verschiedene Schwerpunkte des Themenfeldes Kultur nötigerweise in den Vordergrund rücken müssen, ist ein allumfassender Begriff allerdings meist nur theoretisch praktikabel. Im Brockhaus wird „Kultur“ als „Schlüsselbegriff“ gelistet. Der Ausdruck stammt etymologisch von lateinisch „cultura“, weiterhin vom Verb „colere“: „bebauen“, „pflegen“, „ehren“, ursprünglich etwa „emsig beschäftigt sein“. In seiner weitesten Verwendung kann mit dem Begriff K. alles bezeichnet werden, was der Mensch geschaffen hat, was also nicht naturgegeben ist. Cicero wandte „cultura“ auf materielle wie geistige Produkte und Fähigkeiten an.
1 Einleitung: Diese Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen dem Bildungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und dem zunehmenden Druck zur Programmanpassung an private Standards.
2 Kultur und Fernsehen: Dieses Kapitel erarbeitet einen Kulturbegriff im Kontext der Medien und beschreibt die Entstehung des dualen Rundfunksystems sowie die Entwicklung spezieller Kultursender.
3 Auftrag und Ziel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens: Es werden die gesetzlichen Grundlagen, der Grundversorgungsauftrag sowie die tatsächlichen Kulturinteressen des Publikums untersucht.
4 Kultur im Fernsehprogramm: Hier werden die verschiedenen Darstellungsformen von Kultur analysiert, von Kulturmagazinen über Dokumentationen bis hin zu Spielfilmen.
5 Boulevardisierung / Banalisierung / Qualitätsverfall?: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss der Quotenmessung, Programmstrategien und die medienpolitische Kritik an der Programmgestaltung.
6 Zukunftsperspektiven: Es werden Herausforderungen wie der Legitimationsdruck, Finanzierungsfragen und der Einfluss neuer Online-Interaktivitätsangebote diskutiert.
7 Schlussfolgerungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine Rückbesinnung auf das inhaltliche Profil und eine qualitativ orientierte Erfolgsmessung essenziell für die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Bildungsauftrag, Kulturauftrag, Einschaltquote, GfK-Zuschauerforschung, Programmgestaltung, Duales System, Kulturmagazine, arte, 3sat, Public-Value, Medienpolitik, Quotenmessung, Programmqualität, Digitalisierung.
Die Arbeit thematisiert den grundlegenden Konflikt zwischen dem öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag und dem in einem dualen Mediensystem herrschenden Quotendruck.
Im Zentrum stehen der Kulturbegriff im Fernsehen, die Rolle der öffentlich-rechtlichen Sender, die Wirkung der GfK-Quotenmessung sowie die Kritik an der aktuellen Programmgestaltung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie öffentlich-rechtliche Sender ihre Identität wahren können, ohne im Wettbewerb um Quoten ihre kulturelle Relevanz zu verlieren.
Der Autor führt eine umfassende Literatur- und Quellenanalyse durch, kombiniert mit der Auswertung von Programmschemata, Quotenanalysen und aktuellen medienpolitischen Berichten.
Der Hauptteil analysiert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Praxis der Programmgestaltung auf Sendern wie ARD, ZDF, 3sat und arte sowie die Auswirkungen der Boulevardisierung.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Rundfunkstaatsvertrag, Grundversorgung, Quotendruck, Qualitätsverfall und Kulturvermittlung charakterisieren.
Arte und 3sat widmen sich explizit kulturellen und bildenden Inhalten, während ARD und ZDF als Vollprogramme einem stärkeren Quotendruck unterliegen und Kultur oft in das Nachtprogramm verlagern.
Die GfK liefert durch ihre Zuschauerforschung quantifizierte Daten, die als dominantes Kriterium für den Erfolg von Sendungen gelten und somit indirekt die Programmplanung maßgeblich beeinflussen.
Die Kommission kritisiert die zunehmende Vernachlässigung des Bildungsauftrags in der Hauptsendezeit und fordert eine präzisere Ausgestaltung und evaluierbare Qualitätsmessung.
Der Autor plädiert für den Mut zu einem unverwechselbaren Profil und fordert die Abkehr von der reinen Quotenfixierung zugunsten qualitativer Erfolgsmessungen.
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