Masterarbeit, 2024
98 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Substanzkonsumstörungen
2.1.1 Definition
2.1.2 Prävalenz von Konsum und Abhängigkeitserkrankungen
2.1.3 Gebrauch, Missbrauch oder Abhängigkeit?
2.1.4 Unterschied stoffgebundene vs. nicht-stoffgebundene Abhängigkeit
2.1.5 Entstehungsmodelle der Sucht
2.1.6 Medizinische Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen
2.1.6.1 Rückfallprophylaxe
2.1.6.1.1 Definition von Rückfall
2.1.6.2 Entstehung eines Rückfalls: Das Sozialkognitive Rückfallmodell
2.1.6.3 Therapeutische Methoden
2.2 Big Five
2.2.1 Definition von Persönlichkeit
2.2.2 Entwicklung und Beschreibung der Big Five
2.2.3 Trait vs. State
2.2.4 Stabilität und Veränderung von Persönlichkeitseigenschaften
2.2.4.1 Normative/ durchschnittliche vs. differentielle Entwicklung
2.2.4.2 Das dynamisch-interaktionistische Paradigma
2.2.4.3 Stabilität und Veränderungen der Big Five über die Lebensspanne
2.2.5 Veränderung von Persönlichkeitseigenschaften durch (therapeutische) Interventionen
2.2.5.1 Selbstwirksamkeit als Moderator von Veränderungen der Persönlichkeitseigenschaften durch Psychotherapie/ Suchttherapie
2.2.6 Persönlichkeit und Sucht
2.2.6.1 Big Five und Sucht
2.2.6.2 Verschiedene Substanzen – verschiedene Persönlichkeiten?
2.2.6.3 Konsummuster-/ Ausprägung
2.2.6.4 Kritik
2.3 Selbstwirksamkeitserwartungen
2.3.1 Definition
2.3.2 Beeinflussung der Ausprägung von Selbstwirksamkeitserwartungen
2.3.3 Rolle der Selbstwirksamkeit bei Suchterkrankungen
2.3.4 Selbstwirksamkeit und Persönlichkeitseigenschaften
2.3.5 Moderation der Selbstwirksamkeit auf den Suchttherapieerfolg
2.4 Begründung der Forschungsfrage
2.5 Hypothesen
3. Methode
3.1 Durchführung der Untersuchung: Online-Datenerhebung
3.2 Rekrutierung
3.1.1 Rückmeldung der Einrichtungen/ Patient:innen
3.3 Instrumente
3.3.1 Big Five Inventar 2
3.3.2 Skala zur Allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung
3.4 Analyseverfahren und Studiendesign
3.5 Datenaufbereitung
4. Ergebnisse
4.1 Stichprobe
4.2 Deskriptive Statistiken
4.3 Voraussetzungsprüfung
4.4 Haupteffekt: Einfluss der Behandlungswochen auf die Big Five
4.5 Haupteffekt: Einfluss der Selbstwirksamkeit auf die Big Five
4.6 Interaktionseffekt und Moderatoranalyse
4.7 Einfluss der Behandlungswochen auf die Selbstwirksamkeit
4.8 Einfluss des Alters auf die Big Five
4.9 Auffälligkeit der untersuchten Stichprobe
5. Diskussion/ Ausblick
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Interpretation der Ergebnisse
5.3 Einschränkungen des Forschungsvorhabens
5.4 Empfehlung für die weitere Forschung
6. Fazit
Die vorliegende Masterthesis untersucht den Einfluss der ersten Langzeitbehandlung auf die Big Five Persönlichkeitseigenschaften bei Menschen mit stoffgebundenen Suchterkrankungen, wobei die zentrale Fragestellung darauf abzielt, ob dieser Veränderungsprozess durch die Ausprägung der Selbstwirksamkeitserwartung moderiert wird.
1. Einleitung
Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen werden in der Gesellschaft häufig stigmatisiert. Ihnen wird alltagspsychologisch oftmals eine Suchtpersönlichkeit zugesprochen, sie seien willensschwach und wiesen einen Mangel an Disziplin auf, um nur einige negative Attribute zu nennen. Die Persönlichkeit wird auch in der Fachwelt als zwar in gewissem Ausmaß dynamisches, aber doch relativ stabiles Konstrukt angesehen. Bedeutet dies, die Menschen sind ihrer Krankheit hilflos ausgesetzt? Müssen sie ihre, wie sie oft von Angehörigen hören, »schwache« Persönlichkeit akzeptieren und mit den damit einhergehenden Konsequenzen leben? Die Antwort auf diese Frage lautet »Nein«: Persönlichkeitseigenschaften können sich im Laufe einer Therapie verändern (Roberts, Luo, Briley, Chow, Su & Hill, 2017). Diese Veränderung wird laut Autor:innen in den meisten Fällen jedoch nicht bewusst angestrebt und erhoben, sondern stellt oftmals einen Zufallsbefund dar (um die Effektivität einer Therapie mit einer großen Variabilität von Maßen zu untersuchen, werden u.a. Persönlichkeitseigenschaften erfasst).
Vor dem Hintergrund einer Abhängigkeitserkrankung konnte beispielsweise beobachtet werden, dass Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit und emotionale Stabilität durch ein Training für soziale Fertigkeiten ansteigen (Piedmont, 2001). Patient:innen mit Substanzkonsumstörungen zeigen dabei nachweislich im Vergleich mit anderen psychischen Erkrankungen (z.B. Depression, Angststörungen usw.) die geringsten Effektstärken der Persönlichkeitsveränderung (Roberts et al., 2017). Die Metaanalyse der Autor:innen untersucht die formellen Moderatoren Publikationsjahr, Durchschnittsalter der Patient:innen und Prozentsatz an Frauen in der Stichprobe. Ziel der vorliegenden Masterthesis ist es, den Einfluss der Behandlungswochen als Indikator für das Fortschreiten der Behandlung auf die Big Five zu erheben und den inhaltlichen Moderator »Selbstwirksamkeit« zu überprüfen. Die Selbstwirksamkeit ist ein im Suchtkontext wichtiges kognitives Konstrukt, da eine hohe Ausprägung die Rückfallgefahr verringern kann (Hauler, 2014).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Stigmatisierung von Suchterkrankten ein und stellt die Forschungsfrage zur Veränderbarkeit der Persönlichkeit durch Therapie in den Fokus.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen zu Substanzkonsumstörungen, dem Big Five Persönlichkeitsmodell sowie dem Konstrukt der Selbstwirksamkeit und deren theoretische Verbindung.
3. Methode: Hier wird das Studiendesign, die Online-Rekrutierung von klinischen Patient:innen sowie die verwendeten Erhebungsinstrumente (BFI-2, SWE) detailliert beschrieben.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel liefert die statistische Auswertung der Daten, inklusive Deskription der Stichprobe und der Überprüfung der aufgestellten Hypothesen mittels ANOVA und Moderatoranalyse.
5. Diskussion/ Ausblick: Hier werden die Ergebnisse kritisch interpretiert, Limitationen bezüglich der Stichprobengröße diskutiert und Empfehlungen für zukünftige Studien abgeleitet.
6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse und die Bedeutung der Förderung von Selbstwirksamkeit für den therapeutischen Erfolg zusammen.
Big Five, Selbstwirksamkeit, Moderator, Suchtbehandlung, Persönlichkeitsveränderung, Substanzkonsumstörung, Rückfallprophylaxe, psychische Gesundheit, klinische Psychologie, Therapieverlauf
Die Arbeit befasst sich mit der Veränderung von Persönlichkeitseigenschaften (Big Five) bei Menschen mit stoffgebundenen Suchterkrankungen während einer ersten Langzeitbehandlung.
Die Themen umfassen die Stabilität und Veränderbarkeit von Persönlichkeitsmerkmalen, die Bedeutung der Selbstwirksamkeitserwartung sowie die psychologischen Faktoren der Rückfallprävention und Suchtrehabilitation.
Ziel ist es, den Einfluss der Behandlungswochen auf die Big Five zu untersuchen und zu prüfen, ob die Ausprägung der Selbstwirksamkeit als Moderator diesen Veränderungsprozess beeinflusst.
Es handelt sich um eine quantitative Studie, die Daten mittels Online-Umfragen erhob und mittels Varianzanalysen (ANOVA) sowie Regressions- und Moderatoranalysen unter Nutzung von SPSS auswertete.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Suchtmodelle und Persönlichkeitspsychologie, die methodische Vorgehensweise bei der Datenerhebung in Süddeutschland sowie die Darstellung und Interpretation der statistischen Ergebnisse.
Zentrale Begriffe sind Big Five, Selbstwirksamkeit, Suchtbehandlung, Persönlichkeitsveränderung und Regressionsanalyse.
Das Alter wurde statistisch als Störvariable (Kovariate) kontrolliert, da es einen bekannten Einfluss auf die Ausprägung einzelner Persönlichkeitsmerkmale gemäß dem Sozialen Investitionsprinzip hat.
Die Autorin weist insbesondere auf eine zu geringe Stichprobengröße (N = 36) hin, die die statistische Power einschränkte, um signifikante Veränderungen der Persönlichkeitseigenschaften im Verlauf der Therapie nachzuweisen.
In der Moderatoranalyse zeigte sich, dass bei steigender Selbstwirksamkeit die Ausprägung der Facette Höflichkeit in der untersuchten Stichprobe abnahm, was auf einen Prozess der Abgrenzung oder ein verändertes Durchsetzungsverhalten hindeuten kann.
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