Masterarbeit, 2023
95 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
1.1. Aktueller Forschungsstand
1.1.1. Speaking Up in der klinischen Praxis
1.1.2. Effekte von Lehr-Lerninterventionen zur Patientensicherheit
1.1.3. Effekte einer positiven Fehlerkultur in der Ausbildungspraxis
1.2. Bildungswissenschaftliche Relevanz
2. Zielentwicklung und Fragestellung
3. Theoretischer Rahmen
3.1. Generalistische Pflegeausbildung
3.2. Fehlerdimensionen
3.3. Theoretische Fehlermodelle
3.4. Fehlerkultur versus Sicherheitskultur
3.4.1. Das Phänomen des Second Victim
3.4.2. Förderung der Fehlerkultur in der Pflegeausbildung
4. Methodik
4.1. Stichprobenbildung
4.2. Datenerhebung
4.3. Datenauswertung
5. Ergebnisse
6. Diskussion
7. Schlussfolgerung
8. Limitationen und Ausblick
8.1. Limitationen
8.2. Ausblick
9. Gütekriterien
Diese Master-Thesis untersucht die subjektiven Sichtweisen von Auszubildenden der generalistischen Pflegeausbildung bezüglich des Umgangs mit Fehlern und der erlebten Fehlerkultur im klinischen Alltag. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Auszubildende Fehler wahrnehmen, reflektieren und inwiefern sie sich in der klinischen Praxis – insbesondere angesichts hierarchischer Strukturen – unterstützt fühlen, um aus diesen Erfahrungen Erkenntnisse für eine verbesserte Ausbildungsgestaltung abzuleiten.
Fehlerentstehung im Krankenhaus
Der „Ausgangspunkt der Fehlerkonsequenzbetrachtung ist das kritische Ereignis“ (Löber 2011: 100). Angelehnt an den CIRS-Ansatz bezieht sich ein kritisches Ereignis auf potenziell unerwünschte und patientenbezogene Schädigungen, die durch Konsequenzen von Fehlern verursacht werden können. Kritische Ereignisse im Krankenhaus können während der Versorgungsprozesse, darunter der Aufnahme, Anamnese, Diagnose, Therapie, Pflege und dem Austritt von Patient*innen, auftreten. Ist ein kritisches Ereignis aufgetreten, resultieren daraus in der Folge zwei mögliche Verläufe (vgl. Abbildung 2). Die Konsequenzen können einerseits ohne gesundheitliche Folgen für die Patient*innen fortbestehen; dies wird dann als Beinahe-Behandlungsschaden bezeichnet. Andererseits können Fehler zu unerwünschten Ereignissen führen.
1. Einleitung: Beleuchtet die Relevanz der Fehlerkultur im Gesundheitswesen, diskutiert bestehende Forschungslücken und definiert die Notwendigkeit von Patientensicherheit als integralem Ausbildungsbestandteil.
2. Zielentwicklung und Fragestellung: Definiert das Forschungsziel, die subjektive Erfahrung von Fehlern durch Auszubildende zu erheben, und leitet daraus die zentrale Forschungsfrage sowie spezifische Unterfragestellungen ab.
3. Theoretischer Rahmen: Umfasst die Grundlagen der generalistischen Pflegeausbildung, analysiert verschiedene Fehlermodelle und vergleicht Konzepte von Fehlerkultur und Sicherheitskultur.
4. Methodik: Beschreibt das qualitative Forschungsdesign unter Anwendung von Leitfadeninterviews mit acht Auszubildenden und die anschließende strukturierende Inhaltsanalyse nach Mayring.
5. Ergebnisse: Präsentiert die aus den Interviews extrahierten Hauptkategorien, darunter der Umgang mit Fehlern, Interaktion mit Peers sowie Chancen und Herausforderungen in der Ausbildung.
6. Diskussion: Setzt die gewonnenen Erkenntnisse in Bezug zum aktuellen Forschungsstand und reflektiert die subjektiven Erfahrungen der Auszubildenden kritisch hinsichtlich der aufgestellten Kategorien.
7. Schlussfolgerung: Fasst die Kernerkenntnisse zusammen und mündet in Handlungsempfehlungen sowie die Generierung von Hypothesen für weiterführende quantitative Studien.
8. Limitationen und Ausblick: Kritische Reflexion der methodischen Grenzen der Untersuchung, wie etwa die begrenzte Stichprobengröße, und Aufzeigen von Potenzialen für zukünftige Forschung.
9. Gütekriterien: Darlegung der methodischen Qualitätssicherung anhand der sieben Gütekriterien nach Döring und Bortz zur Validierung des qualitativen Forschungsprozesses.
Fehlerkultur, Patientensicherheit, Pflegeausbildung, generalistische Pflegeausbildung, Speaking Up, Second Victim, klinische Praxis, Fehlerbewältigung, Praxisanleitung, qualitative Inhaltsanalyse, Theorie-Praxis-Transfer, Lernortkooperation, Fehlerdefinition, Qualitätsverbesserung, Reflexion.
Die Arbeit fokussiert auf die subjektive Wahrnehmung und das Erleben von Fehlerkulturen durch Auszubildende in der generalistischen Pflegeausbildung im klinischen Alltag.
Zu den zentralen Themen gehören der Umgang mit eigenen Fehlern, die Kommunikation und Unterstützung durch Peers und Praxisanleitung sowie die strukturellen Herausforderungen am Lernort Praxis.
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie Auszubildende Fehler erleben und welche Erfahrungen sie machen, um daraus Wünsche und Bedarfe für eine bessere Integration von Fehlerlernkultur in die Ausbildung abzuleiten.
Es wurde ein qualitativ-empirisches Vorgehen gewählt; konkret wurden acht halbstandardisierte Einzelinterviews durchgeführt und mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.
Der theoretische Teil analysiert Fehlermodelle und Definitionen, während der empirische Teil Ergebnisse zu Themen wie "Umgang mit Fehlern", "Chancen und Herausforderungen" sowie "Karriereausblick" detailliert darstellt.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Fehlerkultur, Patientensicherheit, "Speaking Up", Praxisanleitung und der Theorie-Praxis-Transfer.
Peers fungieren als wichtige Vertrauensbasis und unterstützende Instanz, die hilft, Ängste abzubauen und einen offenen Austausch zu fördern, der im schulischen oder professionellen Kontext oft schwieriger ist.
Die Autorin betont, dass Fehler als Lernchance begriffen werden sollten und eine engere Verzahnung von Theorie und Praxis durch strukturierte Einarbeitungsphasen zur Stärkung der Kompetenzen essenziell ist.
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