Masterarbeit, 2024
149 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
2 Begriffe und angewandte Methoden
2.1 Lieferkette, Supply Chain und Supply Chain Management
2.2 Experteninterviews
2.3 Einkaufsportfolio-Analyse
2.3.1 Grundlagen der Beschaffungsportfolio-Methode
2.3.2 Klassifizierung der Beschaffungsartikel (Phase 1)
2.3.3 Analyse des Beschaffungsmarktes (Phase 2)
2.3.4 Strategische Positionierung (Phase 3)
2.3.5 Aktionspläne (Phase 4)
2.4 Dreidimensionale Lieferantenauswahl
2.4.1 Modell im Überblick
2.4.2 Risiko-Lieferfähigkeits-Matrix: Exogene und Endogene Einflussfaktoren
2.4.3 Lieferantenauswahl-Matrix: Kombination der drei Ebenen
2.4.4 Verfeinerung der Bewertungskriterien
2.4.5 Kritische Einordnung des Modells
3 China als Risikofaktor in den Lieferketten
3.1 Bedeutung Chinas als Beschaffungsmarkt
3.2 Zunehmende geopolitische Spannungen mit China
3.2.1 China als regionaler und internationaler Akteur
3.2.2 Taiwan-Konflikt
3.2.3 Konflikt im Südchinesischen Meer
3.2.4 Instrumentalisierung von Handelsbeziehungen
3.3 Weitere Problemfelder in Bezug auf China
3.3.1 Staatlich geprägte Wirtschaft
3.3.2 Abfluss von Knowhow und Spionagevorwürfe
3.3.3 Menschrechtsverletzungen
4 Diversifizierung in der Beschaffung
4.1 Sourcing-Strategien
4.1.1 Beschaffungsareal
4.1.2 Lieferantenanzahl
4.1.3 Beschaffungsobjekt
4.1.4 Beschaffungszeit
4.1.5 Outsourcing, Make-or Buy und Offshoring
4.2 Decoupling versus Derisking
4.2.1 Relevanz der Betrachtung
4.2.2 Verschiedene Außenhandelsszenarien
4.2.3 Diversifizierung statt Entkopplung
4.3 Einfluss der Politik auf die Diversifizierung
4.3.1 Schaffung von Rahmenbedingungen und Anreizen
4.3.2 Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
4.3.3 Außenwirtschaftsförderinstrumente der Bundesregierung
4.3.3.1 Vergünstigte Investitionsgarantien
4.3.3.2 Garantien für ungebundene Finanzkredite
5 Erstellter Leitfaden
5.1 Aufbau und Inhalte
5.2 Evaluierung mit Experteninterviews
5.2.1 Thema
5.2.2 Problemstellung
5.2.3 Aufbau, Methoden, Kritikpunkte und Anwenderkreis
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die Gestaltung globaler Lieferketten deutscher Unternehmen im Kontext ihrer Abhängigkeit von China als Beschaffungsmarkt und entwickelt einen Leitfaden zur methodengestützten Diversifizierung. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Unternehmen ihre Beschaffungsstrategien durch Diversifizierung widerstandsfähiger gegenüber geopolitischen Risiken gestalten können, ohne eine vollständige Entkopplung vom chinesischen Markt vorzunehmen.
2.4.1 Modell im Überblick
Der Lieferantenauswahl-Würfel ist geeignet, um sowohl die makroökonomische Entscheidungs ebene mit dem erweiterten Beschaffungsumfeld als auch die mikroökonomische Entscheidungs ebene mit der Bewertung qualitativer und quantitativer Faktoren der Lieferanten zu adressieren. Dabei ist das Konzept nicht als Würfel, sondern als Scoring-Verfahren mit zwei vorgeschalteten Filtern zu verstehen. In einem ersten Schritt werden exogene (z.B. Infrastruktur, politische Stabilität) sowie endogene (z.B. Entfernung, Qualitätssicherung) Faktoren bewertet. Diejenigen Lieferanten, die diese erste Stufe überwunden haben, werden auf der Ebene der Lieferantenbewertung hinsichtlich Lieferung und Leistung eingeschätzt. Diese Bewertung wird mit dem Ergebnis der endogenen und exogenen Risikoeinschätzung kombiniert in einem Portfolio dargestellt. Das Ergebnis ist eine absteigende Einteilung der Lieferanten in A-, B-, C-Lieferanten in Bezug auf das jeweilige zu beschaffende Gut.
Die erste Dimension umfasst die Umwelt des Lieferanten und damit die exogenen Einflussfaktoren. Mit dieser Bewertung wird das Ziel verfolgt, in einem möglichst frühen Stadium des Auswahl prozesses aus der Menge möglicher Lieferanten die tatsächlich relevanten zu filtern. Dieses erfolgt auf der Grundlage einer Abwägung zwischen Risiko, Lieferausfällen bzw. allgemeiner möglicher Probleme im Rahmen der Lieferung in zeitlicher, quantitativer oder qualitativer Hinsicht.
Die zweite Dimension adressiert das Unternehmen des Lieferanten und damit endogene Einfluss faktoren. Im Rahmen der Bewertung soll ermittelt werden, ob der Zulieferer die grundlegenden Fähigkeiten für eine Lieferung von Gütern besitzt, die den qualitativen Anforderungen des Abnehmers entsprechen. Darüber hinaus ist die Lieferfähigkeit des Unternehmens zu bewerten, die in dessen Verantwortungs- und Einflussgebiet liegt und nicht von exogenen Faktoren beeinflusst ist.
Die dritte Dimension umfasst die Bewertung der Lieferung und Leistung des Lieferanten. Dieser Ebene werden lediglich diejenigen Lieferanten zugeführt, die nicht bereits durch die beiden vorherigen Bewertungsfilter der exogenen und endogenen Einflussfaktoren durchgefallen sind.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der globalen Lieferkettenabhängigkeit von China ein und definiert das Ziel der Arbeit, einen methodischen Leitfaden zur Diversifizierung zu entwickeln.
2 Begriffe und angewandte Methoden: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen wie Lieferkettenmanagement sowie die methodischen Ansätze (Einkaufsportfolio nach Kraljic und Lieferantenauswahl-Würfel nach Harting), die dem Leitfaden zugrunde liegen.
3 China als Risikofaktor in den Lieferketten: Dieses Kapitel beleuchtet die wirtschaftliche Bedeutung Chinas, analysiert geopolitische Spannungen (Taiwan, Südchinesisches Meer) und diskutiert weitere Risiken wie Spionage und Menschenrechtsverletzungen.
4 Diversifizierung in der Beschaffung: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Sourcing-Strategien, debattiert Konzepte wie Decoupling versus Derisking und untersucht, wie politische Maßnahmen der Regierung Diversifizierungsanreize setzen.
5 Erstellter Leitfaden: Dieses Kapitel beschreibt den Aufbau und die Inhalte des entwickelten Leitfadens und evaluiert dessen Praxistauglichkeit anhand von Experteninterviews mit Unternehmensvertretern.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die Relevanz des entwickelten methodengestützten Ansatzes für eine strategische Diversifizierung deutscher Unternehmen.
Lieferketten, China, Diversifizierung, Beschaffungsstrategie, Supply Chain Management, Geopolitik, Lieferantenauswahl, Risikomanagement, Einkaufsportfolio-Analyse, Investitionsgarantien, Resilienz, Außenwirtschaftsförderung, Knowhow-Transfer, Nachhaltigkeit, Unternehmensergebnis.
Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Diversifizierung von Lieferketten deutscher Unternehmen, die eine hohe Abhängigkeit vom chinesischen Beschaffungsmarkt aufweisen.
Die zentralen Felder umfassen Sourcing-Strategien, geopolitische Risiken im China-Handel, Methoden der Lieferantenauswahl sowie staatliche Förderinstrumente zur Diversifizierung.
Das Ziel ist die Erstellung eines Leitfadens, der Unternehmen methodische Unterstützung bei der Entscheidungsfindung zur Diversifizierung ihrer Lieferketten bietet.
Zur inhaltlichen Validierung des erstellten Leitfadens wurden qualitative Experteninterviews mit Führungskräften aus der Beschaffungslogistik durchgeführt.
Der Hauptteil behandelt die methodischen Grundlagen des Einkaufsmanagements, eine detaillierte Analyse der China-Risiken, Sourcing-Konzepte sowie den Einfluss politischer Rahmenbedingungen.
Wichtige Begriffe sind Supply Chain Resilienz, Global Sourcing, Einkaufsportfolio-Analyse, Geopolitik, Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und Investitionsgarantien.
Decoupling beschreibt eine vollständige Entkopplung und Rückverlagerung von Lieferketten, während Derisking auf eine risikoorientierte Diversifizierung setzt, bei der Handelsbeziehungen unter reduzierten Abhängigkeiten fortbestehen.
Sie dienen als Anreizsysteme für Unternehmen, in neue Märkte zu expandieren und Klumpenrisiken zu vermeiden, indem sie politische Risiken in Schwellenländern absichern.
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