Bachelorarbeit, 2009
83 Seiten, Note: 1,3
1. Bedenkliche Entwicklungen – Akzeptanz rechter Ansichten und die zunehmende Brisanz
2. Die „neue“ Rechte in Deutschland
2.1. Das Durchschnittsbild in Deutschland: Stereotype und ihre Überholtheit
2.1.1. Begriffsbestimmungen
2.1.1.1. Neonazismus
2.1.1.2. Rechtsradikalismus
2.1.1.3. Rechtsextremismus
2.1.2. Skinheads, Neonazis…ein Teil des Phänomens
2.2. Erklärungsansätze
2.2.1. Autoritärer Charakter
2.2.2. Unzufriedenheit als Folge persönlicher Betroffenheit
2.2.3. Konservatismus und Geschichtsrevisionismus
2.2.4. Politische Unzufriedenheit
2.2.5. Psychologische Aspekte
2.3. Rechtsextremismus heute
2.3.1. Turnschuhe statt Springerstiefel - das neue Auftreten rechtsextremer Akteure
2.3.2. Symboliken und Codes
2.3.3. Die Bedeutung von Marken
2.3.4. Autonome Nationalisten – beispielhaft für den Wandel innerhalb der rechtsextremen Szene?
2.3.5. Zahlenmäßige Entwicklung des Rechtsextremismus: Potenziale, Delinquenz und Vergleich zum Linksextremismus in den letzten 5 Jahren
2.3.6. Rechtsextremismus als Erscheinung aus der Mitte
2.3.7. Globalisierung, Neoliberalismus, Entstaatlichung – Nationalismus, Rechtsextremismus
2.4. Kriminologische Aspekte rechtsextremer Strömungen
2.4.1. Robert K. Mertons Anomietheorie
2.4.2. Subkulturtheorien
3. Zusammenfassende Thesen und Konsequenzen für Soziale Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des Rechtsextremismus in Deutschland weg von klassischen, martialischen Erscheinungsformen hin zu einem modernen, gesellschaftlich anschlussfähigen Phänomen aus der Mitte. Dabei wird analysiert, wie sich rechtsextreme Akteure strategisch anpassen, um durch eine neue Optik und Themenbesetzung an Attraktivität für Jugendliche zu gewinnen, und welche Konsequenzen dies für die präventive sowie intervenierende Soziale Arbeit hat.
2.3.1 Turnschuhe statt Springerstiefel – das neue Auftreten rechtsextremer Akteure
Die für Neonazis häufig als besonders charakteristisch erachteten Springerstiefel konnten wohl früher tatsächlich als eine Art Erkennungsmerkmal dienen. Zum Beispiel wird oft behauptet, Linke von Rechten anhand der Schnürsenkel unterscheiden zu können: rot = links, weiß = rechts. Trotz der gegenwärtigen Veraltung halten sich solche Meinungen in weiten Teilen der Gesellschaft häufig sehr hartnäckig, so scheint es zumindest. Stiefel – in welcher Form auch immer – werden wohl immer Mode in bestimmten Subkulturen wie etwa Punk, Skin, Gothic … etc. sein, solange es diese Subkulturen gibt. Ebenso werden Faschoskins wahrscheinlich weiterhin so auftreten, wie sich Großteile der Bevölkerung einen „echten Neonazi“ vorstellen. Was ist jedoch mit dem Rest der Szene? Sieht man sich zum Beispiel die Zahlen des Bundesministeriums des Innern (2009) an, liegt nahe, dass aufgrund der enormen Steigerung nicht nur die Gewalt zunimmt, sondern auch mehr rechtsextreme Akteure als vorher in Deutschland aktiv sind. Skinhead ist allerdings keineswegs eine im Moment besonders moderne Stilrichtung, sondern eher eine kleine Subkultur. Sieht man sich das aktuelle Bild auf rechtsextremen Demonstrationen und Kundgebungen oder sonstigen Veranstaltungen in der Öffentlichkeit - wie etwa Infoständen- … etc. an, wird deutlich, dass auch die meisten Rechtsextremen längst nicht mehr im martialischen SA-Aussehen auftreten, sondern größtenteils den modernen, sportlichen Stil ihrer linken Gegendemonstranten angenommen haben. Von der Skinheadsubkultur - aus der viele Gruppierungen ursprünglich stammen - hingegen entfernt sich die rechtsextreme Szene zu großen Teilen immer mehr: „Springerstiefel und Bomberjacken seien längst Turnschuhen und gängigen Jackenmarken gewichen“ (Volksstimme, 2009).
Einschätzungen zufolge hat sich durch das Auftreten der Akteure aber nichts an deren Gefahr für die Demokratie und für Dritte geändert.
1. Bedenkliche Entwicklungen – Akzeptanz rechter Ansichten und die zunehmende Brisanz: Das Kapitel führt in die aktuelle Thematik ein und widerlegt die Kontinuumsthese durch den Aufstieg einer neuen rechtsextremen Bewegung, die sich von den klassischen Nationalsozialisten abgrenzt.
2. Die „neue“ Rechte in Deutschland: Es werden zentrale Begrifflichkeiten geklärt, theoretische Erklärungsansätze für Rechtsextremismus diskutiert und die strategische Transformation der Szene sowie kriminologische Aspekte beleuchtet.
3. Zusammenfassende Thesen und Konsequenzen für Soziale Arbeit: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und Anforderungen an die Soziale Arbeit formuliert, um präventiv und intervenierend auf das moderne, aus der Mitte kommende Gesicht des Rechtsextremismus zu reagieren.
Rechtsextremismus, Neonazismus, Autonome Nationalisten, Soziale Arbeit, politische Unzufriedenheit, Anomietheorie, moderne rechte Szene, Demokratiekrise, Identitätsverlust, Gewaltpotenzial, Kapitalismuskritik, rechtsextreme Codes, Markenkleidung, Extremismusthese, Prävention.
Die Bachelorarbeit analysiert die Entwicklung und das moderne Auftreten der rechtsextremen Szene in Deutschland und deren Verankerung in der gesellschaftlichen Mitte.
Zentral sind der Wandel der Erscheinungsbilder (z.B. Abkehr von Springerstiefeln), neue Strategien der Szene (wie die der "Autonomen Nationalisten") sowie theoretische Erklärungsmodelle für den Zulauf zu rechtsextremen Ideologien.
Ziel ist es, ein zeitgemäßes Bild der rechtsextremen Szene zu zeichnen, veraltete Stereotype zu widerlegen und Handlungsoptionen für die Soziale Arbeit in diesem Kontext aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle soziologische Theorien (z.B. Anomietheorie, Subkulturtheorien) mit empirischen Berichten des Verfassungsschutzes verknüpft.
Der Hauptteil umfasst Begriffsbestimmungen, diverse Erklärungsansätze (autoritärer Charakter, Unzufriedenheit), die Analyse neuer Strömungen und die soziologischen Hintergründe der rechtsextremen Entwicklung.
Rechtsextremismus, Soziale Arbeit, Autonome Nationalisten, Gesellschaftsmitte, Kapitalismuskritik, Identitätsverlust und politische Unzufriedenheit sind prägende Begriffe.
Weil sie bewusst optische Merkmale der linken Szene kopieren und damit eine "rechtsextremistische Mimikry" betreiben, die eine eindeutige Identifizierung für Beobachter und Polizei extrem erschwert.
Die Soziale Arbeit wird als gefordert angesehen, ihre Methoden zu professionalisieren, sich stärker politisch einzubringen und rechtsextreme Tendenzen durch präventive Bildungsarbeit in der Mitte der Gesellschaft aktiv zu adressieren.
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