Bachelorarbeit, 2023
89 Seiten, Note: 1,0
1. THEMENAUFRISS UND ZIELSTELLUNGEN
2. BEGRIFFSERKLÄRUNG KOEDUKATION
2.1 Was bedeutet der Begriff Koedukation?
2.2 Der reflexive Koedukationsbegriff
2.3 Koedukation im aktuellen österreichischen Lehrplan
3. KOEDUKATION IM SCHULUNTERRICHT
3.1 Bedeutung des Geschlechts im Zusammenhang mit Körper, Bewegung und Sport
3.2 Geschlechterverhältnisse und Geschlechterstereotypen
3.3 Entwicklung von Geschlechterverhältnissen
3.4 Ziele des koedukativen Sportunterrichts
4. DIE ROLLE DER LEHRPERSON IM KOEDUKATIVEN SPORTUNTERRICHT
4.1 Koedukativer Unterricht und sportdidaktische Herausforderungen
4.2 Essenzielle Kompetenzen und Fähigkeiten einer Lehrpersonen
4.3 Faktoren für einen gelungenen koedukativen Sportunterricht
5. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
5.1 Datenerhebung
5.2 Problemzentriertes Interview
5.2.1 Interviewleitfaden
5.2.2 Interviewpersonen
5.2.3 Interviewdurchführung
5.3 Transkription
5.4 Zusammenfassende Beantwortung der Interviewfragen
5.5 Datenauswertung
5.5.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
5.5.2 Zusammenfassende Inhaltsanalyse
5.5.3 Ergebnis der Reduktion
5.5.4 Darstellung der Ergebnisse
6. FAZIT UND AUSBLICK
8. ANHANG
8.1 Geschlechtergerechtes Formulieren
8.2 Interviewleitfaden
8.3 Transkripte der Interviews
8.3.1 Interview A
8.3.2 Interview B
8.3.3 Interview C
8.3.4 Interview D
8.3.5 Interview E
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss Lehrkräfte auf die Gestaltung des koedukativen Sportunterrichts ausüben und welche Einstellungen und Meinungen aktive Sportlehrkräfte sowie Studierende zu diesem Thema vertreten. Das Ziel ist es, die Rolle der Lehrperson im Kontext einer gleichberechtigten und geschlechtersensiblen Sportausübung zu beleuchten.
3.1 Bedeutung des Geschlechts im Zusammenhang mit Körper, Bewegung und Sport
Wenn es um den Sportunterricht für Jungen und Mädchen sowie um ein kooperatives (reflexives) Lernen geht, ist es wesentlich, dass man die Bedeutung von Geschlecht sowie die Mechanismen der Geschlechterbildung versteht. Gieß-Stüber (2002, S. 56) erklärt, dass die Auseinandersetzung mit Gender-Dimensionen in der Bildung im Allgemeinen sowie im Unterricht eine sehr wertvolle Grundlage für ein professionelles und verantwortungsvolles Handeln der Lehrkräfte bildet.
Der Begriff „Gender“ wird im Deutschen, anders als im Englischen, undifferenziert verwendet und bedeutet „biologisches Geschlecht“. Im Englischen wird biologisch definiertes Geschlecht mit „Sex“ übersetzt, während die soziale Struktur und Definition von Geschlecht als „Gender“ bezeichnet wird (vgl. Biewer et al., 2019, S. 68).
Dieser Unterschied macht es unmöglich, „Sex“ als etwas Unveränderliches zu betrachten. Da „Geschlecht“ als sozial und sozial-konstruiert gilt, ist es auch veränderbar. Die Mechanismen beziehungsweise Prozesse der Geschlechterkonstruktion, also die Schaffung von Männlichkeit und Weiblichkeit, werden als „Gender Fulfillment“ bezeichnet (vgl. Diketmüller, 2008, S. 247; Voss, 2002, S. 66).
Ein gesellschaftlich konstruiertes „Geschlecht“ kommt durch die Art und Weise, wie ein Mensch sich präsentiert und ausdrückt, angemessen zur Geltung. Durch Mimik und Gestik, individuelle Gewohnheiten und die Art, sich zu kleiden, zeigt ein Mensch, wie er wahrgenommen werden will (vgl. Kugelmann, 2002, S. 14).
THEMENAUFRISS UND ZIELSTELLUNGEN: Einführung in die Thematik der geschlechtsspezifischen Rollenbilder im Sportunterricht und Definition der zentralen Forschungsfragen.
BEGRIFFSERKLÄRUNG KOEDUKATION: Definition der Koedukation und Erläuterung des Konzepts der reflexiven Koedukation sowie deren Verankerung im österreichischen Lehrplan.
KOEDUKATION IM SCHULUNTERRICHT: Analyse der Bedeutung des Geschlechts für Bewegung und Sport sowie der Manifestation von Geschlechterstereotypen.
DIE ROLLE DER LEHRPERSON IM KOEDUKATIVEN SPORTUNTERRICHT: Diskussion der Anforderungen, Herausforderungen und notwendigen Kompetenzen für Lehrkräfte in einem geschlechtersensiblen Unterricht.
EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Darstellung und Auswertung der qualitativen Experteninterviews zur Einstellung und Praxiserfahrung von Lehrkräften bezüglich koedukativem Sportunterricht.
FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Reflexion der Autorin über die zukünftige Gestaltung eines gleichberechtigten Sportunterrichts.
Koedukation, Sportunterricht, Geschlechtergerechtigkeit, Lehrperson, Geschlechterstereotype, reflexive Koedukation, Geschlechterrollen, Schulsport, Modelllernen, Motivation im Sport, qualitative Forschung, Inhaltsanalyse nach Mayring, österreichischer Lehrplan, soziale Kompetenzen, Bewegungsförderung.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss Lehrpersonen auf die Qualität und den Erfolg eines koedukativen Sportunterrichts haben und inwieweit Geschlechtervorurteile den Unterricht prägen.
Zentrale Themen sind der Begriff der Reflexiven Koedukation, die Konstruktion von Geschlecht in der Bewegungserziehung und die Rolle der Lehrperson bei der Vermeidung von Rollenklischees.
Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie koedukativer Sportunterricht positiv zur persönlichen Reifung der Schülerinnen und Schüler beitragen kann und welche Rolle die Lehrkraft dabei spielt.
Zur Anwendung kommt eine qualitative Forschungsmethode, bestehend aus literaturgestützter Recherche und fünf problemzentrierten Interviews mit Sportlehrkräften, ausgewertet nach der Inhaltsanalyse von Philipp Mayring.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Koedukation und Geschlechterrollen sowie eine empirische Untersuchung, in der die persönlichen Einschätzungen von Lehrkräften zusammengefasst und interpretiert werden.
Die Arbeit fokussiert sich maßgeblich auf Begriffe wie Koedukation, Geschlechtersensibilität, Modelllernen sowie die Förderung sozialer Kompetenzen durch gemeinsame Sporterfahrungen.
Die Mehrheit der befragten Lehrkräfte lehnt eine strikte Trennung von Mädchen und Jungen ab und betrachtet diese teilweise als veraltetes Konzept, das den positiven Austausch zwischen den Geschlechtern behindert.
Die Ergebnisse zeigen ein kritisches Bild: Viele Lehrkräfte empfinden die universitäre Ausbildung zu diesem Thema als oberflächlich und vermissen praktische Anleitungen sowie gezielte Fortbildungsangebote.
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