Masterarbeit, 2022
65 Seiten
1 Kreditinstitute – Umgang mit der Ungewissheit
2 Kreditinstitute und Krisendiagnose
2.1 Bilanzanalyse
2.1.1 Definition
2.1.2 Zweck
2.2 Kreditinstitute und das Ausfallrisiko
2.2.1 Kredit und die Funktion der Kreditinstitute
2.2.2 Risiken des Kredites
2.2.3 Risikobewertung und Risikosteuerung
2.2.4 Determinierung des Ausfallrisikos
2.3 Krisenprozess – Endstadium Insolvenz
2.3.1 Definition
2.3.2 Krisenforschung und ihre Unterbereiche
2.3.3 Idealtypischer Verlauf von Unternehmenskrisen
2.3.4 Erfolgs- und finanzwirtschaftliche Perspektive
3 Kreditinstitute und Methoden der Krisendiagnose
3.1 Traditionelle Methode
3.1.1 Vorgehen und Methodik
3.1.2 Kritik
3.1.2.1 Datengrundlage
3.1.2.2 Eignung zur Krisendiagnose
3.2 Moderne mathematisch-statistische Methoden
3.2.1 Differenzierung der Methoden
3.2.2 Univariates Verfahren – dichotomische Klassifikation
3.2.2.1 Definition
3.2.2.2 Grundzüge der Anwendung
3.2.2.3 Kritik
3.2.2.3.1 Konzeption
3.2.2.3.2 Datengrundlage
3.2.2.3.3 Kennzahlen
3.2.2.3.4 Historische Leistungsfähigkeit
3.2.3 Multivariate Verfahren
3.2.3.1 Lineare Diskriminanzanalyse
3.2.3.1.1 Historie und Definition
3.2.3.1.2 Grundzüge der Anwendung
3.2.3.1.3 Kritik
3.2.3.1.3.1 Prämissen einer LMD
3.2.3.1.3.2 Konzeption
3.2.3.1.3.3 Datengrundlage
3.2.3.1.3.4 Kennzahlen
3.2.3.1.3.5 Leistungsfähigkeit
3.2.3.2 Logistische Regressionsanalyse
3.2.3.2.1 Historie und Definition
3.2.3.2.2 Grundzüge der Anwendung
3.2.3.2.3 Kritik
3.2.3.2.3.1 Modell-Input und -Throughput
3.2.3.2.3.2 Modell-Output
4 Fazit
Ziel der Arbeit ist es, die Eignung verschiedener Methoden der Jahresabschlussanalyse für Kreditinstitute zur Schätzung des erwarteten Ausfallrisikos bei der Kreditvergabe sowie zur Früherkennung von Ausfallrisiken bei der Kreditüberwachung kritisch zu evaluieren, um das tatsächliche, unerwartete Kreditrisiko zu minimieren.
3.2.3.1.1 Historie und Definition
Als wesentliche Nachteile des dichotomischen Klassifikationstestes werden die hohen Fehlklassifikationsquoten, widersprüchliche Teilurteile und unberücksichtigte Korrelationen zwischen den Kennzahlen angesehen. Auf diesen Kritikpunkten aufbauend wandte Altman 1968 erstmals eine LMD zur Insolvenzprognose an, jedoch mit einer höheren Fehlklassifikationsquote als bei Beaver. Der Versuch von Altman löste in den folgenden Jahren weitere empirische Untersuchungen auf dem Gebiet aus. Die LMD selbst wurde im Jahre 1936 von Fisher entwickelt.
Mit der LMD wird simultan anhand mehrerer Variablen eine Grundgesamtheit mit solventen und insolventen Unternehmen in ihre Teilgesamtheiten (solvent bzw. insolvent) klassifiziert. Der Zweck einer LMD besteht darin, die verwendeten Variablen bei einem minimalen Informationsverlust durch eine Linearfunktion zu einer einzigen Variable zu aggregieren. In ihrer allgemeinen Form ist die Linearfunktion wie in Abbildung 4 dargestellt aufgebaut.
Die Variable Y ist die aggregierte Diskriminanzvariable bzw. das Ergebnis einer linearen Kombination der unabhängigen Variablen. Die Koeffizienten b und bj werden auf Grundlage einer Grundgesamtheit ermittelt. Dabei sind die beschreibenden Variablen metrisch, sodass auch die Diskriminanzvariable Y metrisch ist und nicht direkt die Gruppenzugehörigkeit (solvent bzw. insolvent) wiedergibt.
1 Kreditinstitute – Umgang mit der Ungewissheit: Das Kapitel führt in die Problematik ein, dass Kreditinstitute bei der Kreditvergabe mit ungewissen Zahlungsströmen konfrontiert sind und das unerwartete Ausfallrisiko als Kernrisiko identifizieren.
2 Kreditinstitute und Krisendiagnose: Es werden die Grundlagen der Bilanzanalyse, das Wesen des Kreditrisikos und der Verlauf von Unternehmenskrisen als Basis für die Diagnose kritisch betrachtet.
3 Kreditinstitute und Methoden der Krisendiagnose: Das Hauptkapitel analysiert und kritisiert sowohl traditionelle Kennzahlenrechnungen als auch moderne mathematisch-statistische Methoden wie die Diskriminanzanalyse und die logistische Regression auf ihre Eignung zur Krisenvorhersage.
4 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass moderne, statistische Verfahren – insbesondere die logistische Regression – aufgrund besserer Prognosegüte und interpretierbarer Ergebnisse (PD) den traditionellen Methoden in der Praxis deutlich überlegen sind, wenngleich sie konzeptionellen Grenzen unterliegen.
Kreditinstitute, Krisendiagnose, Ausfallrisiko, Jahresabschlussanalyse, Diskriminanzanalyse, logistische Regression, Insolvenzprognose, Bilanzanalyse, Bonitätsprüfung, Basel II, Solvabilitätsverordnung, MaRisk, statistische Verfahren, Krisenfrüherkennung, PD (Probability of Default)
Die Arbeit analysiert kritisch, wie Kreditinstitute mittels moderner Methoden der Jahresabschlussanalyse das Risiko von Unternehmenskrisen und Kreditausfällen besser diagnostizieren können, um unerwartete Verluste zu minimieren.
Die zentralen Themen sind der Umgang mit Kreditrisiken, der Ablauf von Unternehmenskrisen sowie die methodische Gegenüberstellung von traditionellen Kennzahlenanalysen und mathematisch-statistischen Verfahren wie der Diskriminanzanalyse und der logistischen Regression.
Das primäre Ziel ist es, die Eignung und Leistungsfähigkeit verschiedener Analysemethoden zu prüfen, um eine fundierte Aussage darüber zu treffen, welche Verfahren zur Schätzung der Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) bei der Kreditvergabe und Überwachung am besten geeignet sind.
Die Arbeit nutzt eine systematische Literaturanalyse und evaluierte Untersuchung kritischer methodischer Ansätze sowie eine vergleichende Analyse empirischer Studien zur Leistungsfähigkeit statistischer Prognosemodelle.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Abgrenzung zwischen traditioneller Bilanzanalyse und modernen statistischen Modellen (MS-Methoden). Er untersucht deren Voraussetzungen, Konzeption, historische Leistungsfähigkeit und die Gründe für die Dominanz logistischer Modelle in der Praxis.
Die Kernbegriffe umfassen Ausfallrisiko, Krisendiagnose, Insolvenzprognose, logistische Regression, Diskriminanzanalyse und die regulatorischen Anforderungen an Kreditinstitute wie Basel II.
Traditionelle Verfahren leiden unter hoher subjektiver Entscheidungsfreiheit, ignorieren Interdependenzen zwischen Kennzahlen, sind oft ungenau bei komplexen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen von Krisen und konnten in empirischen Studien kein überzeugendes Fehlklassifikationsniveau erreichen.
Die logistische Regression liefert ein direktes Ergebnis in Form einer Ausfallwahrscheinlichkeit (PD), was den Anforderungen der Solvabilitätsverordnung entspricht, und ist zudem weniger abhängig von strikten Verteilungsannahmen (wie Normalverteilung), was die praktische Anwendung erleichtert.
Trotz fehlender allgemeingültiger Lehre zur Kausalität von Krisen, stützt sich der Autor auf die Leistungsfähigkeit in der Praxis. Die statistische Trenngüte ist ausschlaggebend, selbst wenn die zugrunde liegende ökonomische Theorie die komplexen Verläufe von Unternehmenskrisen nur als Indiz abbilden kann.
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