Magisterarbeit, 2005
117 Seiten, Note: 1,7
Geowissenschaften / Geographie - Kartographie, Geodäsie, Geoinformationswissenschaften
1 Einleitung
1.1 Grundlegende Gedanken zur Stadtplanung
1.2 Das Schachbrettmuster: Fünf Voraussetzungen nach Stanislawski
1.3 Methodik
1.4 Motivation
2 Das Vorspiel
2.1 Kahun
2.2 Mohenjo-daro
2.3 Babylon
3 Stadtplanung im antiken Griechenland
3.1 Stadttypen des antiken Griechenlands
3.2 Die Anfänge griechischer Stadtplanung: Megara Hyblaea
3.3 Stadtplanung im klassischen Zeitalter: Milet
3.3.1 Hippodamus von Milet
4 Stadtplanung im Alten Rom
4.1 Stadttypen des römischen Reiches
4.2 Stadtplanung der Etrusker: Marzabotto
4.3 Polybius und Machiavelli
4.4 Centuriation
4.5 Militärcamps als Vorbild: Timgad
4.6 Griechische und römische Stadtplanung im Vergleich
4.7 Vor- und Nachteile des Schachbrettmusters
5 Die ideale Stadt in der Antike
5.1 Platon
5.1.1 Atlantis
5.2 Marcus Vitruvius Pollio gen. Vitruv
5.3 Aristophanes
6 Stadtplanung im Mittelalter
6.1 Stadttypen des Mittelalters
6.2 Das Kreuz als Leitmotiv: Chichester
6.3 Die Gründungsstadt: Merkmale nach Humpert und Schenk
6.4 Muster einer Bastidenstadt: Montpazier
6.5 Die Ostkolonisation
6.5.1 Stadtplanung zur Zeit der Ostkolonisation: Kulm
7 Die Vorgeschichte
7.1 West Jersey
7.2 Royal Charter des Jahres 1682
7.3 Holy Experiment
7.3.1 Conventicle Act
7.3.2 The Great Case of Liberty of Conscience
7.3.3 The Great Treaty
7.4 Werbung für die zu planende Stadt
7.4.1 Some Account
7.4.2 Certain Conditions
7.5 Die Suche nach einem geeigneten Gebiet
7.5.1 Penns Instruktionen
7.5.2 Vor- und Nachteile des ausgewählten Gebietes
7.5.3 Die Namensgebung
8 Pläne für Philadelphia
8.1 Green Country Town
8.2 A Portraiture of Philadelphia
8.2.1 Ein Vergleich
8.3 Gründe für Holmes Änderungen
8.4 Liberty Lands
8.5 Das Schachbrettmuster und Philadelphia
9 Die ideale Stadt in der Renaissance
9.1 Leon Battista Alberti
9.2 Antonio di Pietro Averlino gen. Filarete
9.3 Francesco di Giorgio Martini
9.4 Pietro Cataneo
9.5 Thomas Morus
9.6 Albrecht Dürer
9.7 Simon Stevin
9.8 Jacques Perret
10 Stadtplanung in der Renaissance
10.1 Virty–le–François
10.2 Palmanova
10.3 Freudenstadt
10.3.1 Heinrich Schickhardt
10.4 Mannheim
10.5 Stadtplanung im Ostseereich
10.5.1 Kristianstad
10.5.2 Kalmar
10.6 William Penn
10.7 Thomas Holme
10.8 Das große Feuer von 1666
10.8.1 Marcus Willemsz Doornicks Plan
10.8.2 Richard Newcourts Plan
10.8.3 London und Philadelphia
10.9 Die Provinz Ulster
10.9.1 Pacata Hibernia
10.9.2 Londonderry
10.10 Willemstad
11 Anspruch und Wirklichkeit
11.1 Philadelphia im Jahre 1762
11.2 Philadelphia im Jahre 1794
11.2.1 Benjamin Eastburn und der Plan von 1774
11.3 Philadelphia im Jahre 2003
12 Das Vorbild Philadelphia
12.1 Savannah
12.2 Jefferson
13 Philadelphia in der Tradition der idealen Stadt
13.1 Die Vorstellungen Platons
13.2 Die ideale Stadt in der Renaissance und Philadelphia
13.2.1 Utopia
14 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht den historischen Gründungsplan von Philadelphia aus dem Jahr 1683 und analysiert dessen Einordnung in die Geschichte der Stadtplanung. Ziel ist es, die Bedeutung Philadelphias für die städtebauliche Entwicklung auf dem nordamerikanischen Kontinent zu beleuchten und die Wurzeln des dort verwendeten schachbrettartigen Rasters in den Zivilisationen der Antike, der Renaissance und dem europäischen Mittelalter zu identifizieren.
1.2 Das Schachbrettmuster: Fünf Voraussetzungen nach Stanislawski
Da im Folgenden immer wieder das Stichwort ”Schachbrettmuster“ fallen wird, erscheint es mir angebracht an dieser Stelle die von Dan Stanislawski erarbeiteten Voraussetzungen für dieses Planungselement darzulegen. Stanislawski nennt fünf Voraussetzungen: Erstens ist das Schachbrettmuster nur möglich, wenn es sich entweder um eine Stadtneugründung oder um eine Stadterweiterung in einem vorher unbesiedelten Gebiet handelt. Der Planer geht dabei von einem geordneten Gesamtkonzept für die Stadt aus. Zweitens ist eine zentrale Gewalt vonnöten, die in der Lage ist, das Schachbrettmuster durchsetzen. Drittens handelt es sich bei Stadtneugründungen im Schachbrettmuster oftmals um Kolonien, die auf Betreiben der Muttermacht ins Leben gerufen wurden. Als vierte Voraussetzung nennt Stanislawski den Wunsch der zukünftigen Bewohner der Stadt, die Grundstücke der Größe nach genau einzuteilen. Die letzte Voraussetzung ist ebenso wichtig wie trivial: Der Planer muss das Schachbrettmuster als Ausdrucksform der Stadtplanung kennen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung des Stadtgrundrisses als historische Quelle und definiert das Ziel der Arbeit, den Gründungsplan von Philadelphia historisch und städtebaulich einzuordnen.
2 Das Vorspiel: Hier werden frühe Beispiele planmäßiger Stadtanlagen wie Kahun, Mohenjo-daro und Babylon untersucht, um zu zeigen, dass das Schachbrettmuster älter ist als die griechische Antike.
3 Stadtplanung im antiken Griechenland: Dieses Kapitel behandelt die Entwicklung griechischer Kolonialstädte und den Beitrag von Hippodamus von Milet zur systematischen Stadtplanung.
4 Stadtplanung im Alten Rom: Untersuchung der römischen Stadtgründungen, die stark von Militärlagern geprägt waren, sowie der Technik der Centuriation.
5 Die ideale Stadt in der Antike: Analyse theoretischer Idealstadt-Konzepte bei Platon, Vitruv und Aristophanes.
6 Stadtplanung im Mittelalter: Betrachtung mittelalterlicher Stadtgründungen, Bastiden und der Ostkolonisation unter Berücksichtigung religiöser und machtpolitischer Motive.
7 Die Vorgeschichte: Erörterung der politischen und religiösen Umstände, die zur Gründung der Kolonie Pennsylvania durch William Penn führten.
8 Pläne für Philadelphia: Detaillierte Analyse des ursprünglichen Konzepts der "Green Country Town" und der späteren Pläne von Thomas Holme.
9 Die ideale Stadt in der Renaissance: Übersicht bedeutender Theoretiker wie Alberti, Filarete, Martini und Dürer, deren Werke die Stadtplanung dieser Epoche prägten.
10 Stadtplanung in der Renaissance: Untersuchung realisierter Stadtprojekte in Europa wie Vitry-le-François, Palmanova und Mannheim, die als Kontext für Philadelphia dienen.
11 Anspruch und Wirklichkeit: Vergleich des ursprünglichen theoretischen Plans von Philadelphia mit der praktischen städtebaulichen Entwicklung bis in das Jahr 2003.
12 Das Vorbild Philadelphia: Analyse des Einflusses von Philadelphia auf andere nordamerikanische Städte wie Savannah und Jefferson.
13 Philadelphia in der Tradition der idealen Stadt: Zusammenführende Einordnung Philadelphias in die historischen Diskurse über die ideale Stadt, insbesondere mit Bezug zu Platon und Morus.
14 Schlussbetrachtung: Fazit zur Bedeutung Philadelphias als Pionierprojekt für das Schachbrettmuster auf dem nordamerikanischen Kontinent.
Philadelphia, William Penn, Stadtplanung, Schachbrettmuster, Stadtgrundriss, Thomas Holme, Kolonialstädte, Ideale Stadt, Renaissance, Antike, Rastermuster, Stadtgründung, Green Country Town, Stadtgeschichte, Stadtentwicklung.
Die Arbeit untersucht den Ursprung und die Entwicklung des Stadtgrundrisses von Philadelphia und wie dieser Plan die weitere Entwicklung des Städtebaus in Nordamerika beeinflusste.
Die zentralen Themen sind die Geschichte der planmäßigen Stadt, die Evolution des Schachbrettmusters von der Antike bis zur Neuzeit sowie die Rolle von William Penn und Thomas Holme.
Das Ziel ist es, den Gründungsplan Philadelphias in die internationale Geschichte der Stadtplanung einzuordnen und den Einfluss europäischer Idealstadt-Konzepte auf die amerikanische Realität zu analysieren.
Die Arbeit verwendet eine historisch-vergleichende Analyse, bei der antike und renaissancezeitliche Stadtplanungsmodelle mit den spezifischen Entwürfen für Philadelphia in Beziehung gesetzt werden.
Der Hauptteil umfasst eine chronologische Analyse von den frühen Siedlungen bis hin zur Renaissance, inklusive der Einflüsse durch das Londoner Feuer und der Entwicklung von Kolonialstädten in Irland.
Die zentralen Begriffe sind Schachbrettmuster, Idealstadt, Stadtgründung, Philadelphia, Stadtgrundriss und Renaissance.
Penn war als Gründer der Kolonie die treibende Kraft; seine Vision einer pazifistischen "Green Country Town" bildete das spirituelle und philosophische Fundament für den späteren, praktischer orientierten Plan von Thomas Holme.
Obwohl Philadelphia eine sehr praktische, schachbrettartige Anlage hat, wird sie im Kontext der Arbeit als "idealere" Stadt gewertet, da sie den pazifistischen Grundwerten ihres Gründers entsprach und auf Verteidigungsanlagen verzichtete.
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