Diplomarbeit, 2007
124 Seiten, Note: 1,3
2 Einleitung
3 Lage und Verhalten der Freikirchen im Dritten Reich
4 Schuldverarbeitung der Freikirchen in der Zeit nach der NS-Diktatur
4.1 Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland
4.1.1 Die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten im Dritten Reich
4.1.2 Die Schuldfrage in der Zeit des Umbruchs
4.1.3 Erste Ansätze einer Rede von „Schuld“ in der adventistischen Zeitschrift „Der Botschafter“
4.1.4 Schuldverarbeitung in den 70er und 80er Jahren
4.1.5 Erste Anträge auf ein Schuldbekenntnis in den 80er Jahren
4.1.5.1 Die Entwicklung in der DDR
4.1.5.2 Die Entwicklung in der BRD
4.1.6 Die Nachwendezeit
4.1.6.1 Die Erklärung zum 50. Jahrestag des Kriegsendes 1995
4.1.6.2 Die Erklärung der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und Österreich zum 60. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945
4.1.7 Zusammenfassung und Bewertung
4.2 Die Methodistenkirche in Deutschland
4.2.1 Die BMKD am Ende des Zweiten Weltkrieges
4.2.2 Die Frage nach der „Schuld“ und die „Brüderliche Resolution an die Gemeinden“ vom 25./26. Juli 1945
4.2.3 Die „Erklärung [der Methodistenkirche] über die Stellung der Kirche zur gegenwärtigen Lage“ vom Dezember 1945
4.2.4 Weitere Verlautbarungen zum Verhalten der BMKD im Dritten Reich aus dem Jahr 1946
4.2.4.1 Die „Entschließung“ an die Gemeinden vom Februar 1946
4.2.4.2 Die „Botschaft an die Mutterkirche“ vom Mai 1946
4.2.4.3 „Botschaft von Bischof F. H. Otto Melle“ an die Zentralkonferenz vom November 1946
4.2.5 Das gemeinsame Wort der evangelisch-methodistischen Kirche der BRD und der DDR anlässlich des 50. Jahrestages der Reichspogromnacht vom 9. November 1938
4.2.6 Zusammenfassung
4.3 Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden
4.3.1 Der deutsche Baptismus am Ende des Krieges
4.3.2 Nachkriegsrundbrief vom 25. Juni 1945
4.3.3 Die „Brüderliche Resolution“ vom 25./26. Juli 1945
4.3.4 „Unser Weg“ – der Rechenschaftsbericht von Paul Schmidt
4.3.5 Ernsthafte Mahner
4.3.6 Das Schuldbekenntnis des BEFG in der BRD 1984
4.3.7 Nachwirkungen der Erklärung von 1984
4.3.8 Zusammenfassung
5 Die Erklärungen im Vergleich
5.1 Die „Erklärung [der Methodistenkirche] über die Stellung der Kirche zur gegenwärtigen Lage“ vom Dezember 1945
5.1.1 Inhaltliche Aspekte
5.1.1.1 Wie ist der Text aufgebaut?
5.1.1.2 Wie wird Schuld und Versagen beschrieben?
5.1.1.3 Welche Aussagen werden zum Holocaust und zum Verhalten gegenüber Juden gemacht?
5.1.1.4 Bringt der Text echte Reue zum Ausdruck?
5.1.1.5 Welche theologischen Gedanken liegen der Erklärung zugrunde?
5.1.1.6 Welches Ziel verfolgt der Text?
5.1.2 Äußere Aspekte
5.1.2.1 Wann ist der Text entstanden?
5.1.2.2 Wie wurde der Text veröffentlicht?
5.1.2.3 Welche Wirkung hat der Text erzielt?
5.2 Das „Hamburger Schuldbekenntnis“ des [westdeutschen] Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden von 1984
5.2.1 Inhaltliche Aspekte
5.2.1.1 Wie ist der Text aufgebaut?
5.2.1.2 Wie wird Schuld und Versagen beschrieben?
5.2.1.3 Welche Aussagen werden zum Holocaust und zum Verhalten gegenüber Juden gemacht?
5.2.1.4 Bringt der Text echte Reue zum Ausdruck?
5.2.1.5 Welche theologischen Gedanken liegen der Erklärung zugrunde?
5.2.1.6 Welches Ziel verfolgt der Text?
5.2.2 Äußere Aspekte
5.2.2.1 Wann ist der Text entstanden?
5.2.2.2 Wie wurde der Text veröffentlicht?
5.2.2.3 Welche Wirkung hat der Text erzielt?
5.3 Die Erklärung der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland und Österreich zum 60. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945
5.3.1 Inhaltliche Aspekte
5.3.1.1 Wie ist der Text aufgebaut?
5.3.1.2 Wie wird Schuld und Versagen beschrieben?
5.3.1.3 Welche Aussagen werden zum Holocaust und zum Verhalten gegenüber Juden gemacht?
5.3.1.4 Bringt der Text echte Reue zum Ausdruck?
5.3.1.5 Welche theologischen Gedanken liegen der Erklärung zugrunde?
5.3.1.6 Welches Ziel verfolgt der Text?
5.3.2 Äußere Aspekte
5.3.2.1 Wann ist der Text entstanden?
5.3.2.2 Wie wurde der Text veröffentlicht?
5.3.2.3 Welche Wirkung hat der Text erzielt?
5.4 Zusammenfassung und Vergleich
6 Auswertung und Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Prozesse der Vergangenheitsbewältigung und Schuldverarbeitung bei drei ausgewählten Freikirchen im Hinblick auf ihr Verhalten während der Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist es, die offiziellen Erklärungen dieser Kirchen inhaltlich und äußerlich zu analysieren und miteinander zu vergleichen, um aufzuzeigen, wie sie sich mit der eigenen Rolle im NS-Staat auseinandergesetzt haben.
4.1.1 Die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten im Dritten Reich
Die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten wurde von anderen Kirchen und Freikirchen in der Zeit des Nationalsozialismus und noch lange danach unter die Rubrik Sekten oder Sondergemeinschaften gezählt. Die heutigen Gastmitgliedschaften im ACK und im VEF lagen für die Gemeinschaft am Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 noch in weiter Ferne. Zudem trugen die Auseinandersetzungen mit der im Ersten Weltkrieg abgespaltenen Splittergruppe der Siebenten-Tags-Adventisten Reformbewegung, mit dem Dauerbrenner römischer Katholizismus und mit der Person Ludwig Richard Conradi erheblich dazu bei, dass die Sicht der Führungspersönlichkeiten der Gemeinschaft in der Zeit des Nationalsozialismus fast ausschließlich nach innen gerichtet war. Daneben waren aber auch theologische Gründe ausschlaggebend dafür, dass sich die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland in hohem Maße loyal zum nationalsozialistischen Staatswesen verhielt und kaum gegen offensichtliche Missstände Protest einlegte.
In Bezug auf Röm 13 sahen die Siebenten-Tags-Adventisten in der Institution des Staates eine göttliche Einrichtung, wobei diese an keine bestimmte Staatsform gebunden sei. „Der Adventist betrachtet also ausnahmslos jede Obrigkeit als von Gott eingesetzt. Für ihn repräsentiert sie ein Teil der gottgewollten Ordnung.“ Dies trug dann auch maßgeblich dazu bei, dass sich Adventisten selbst in äußerst bedrängten Situationen weiter loyal zum NS-Regime verhielten, wobei hier nicht vergessen werden darf, dass es dennoch immer wieder einzelne Adventisten gab, die sich in passivem oder aktivem Widerstand gegen den antigöttlichen und unmenschlichen Staat stellten, sei es in der Verweigerung des Waffendienstes, dem Verstecken von Juden oder anderen „staatsfeindlichen“ Handlungen.
4.1 Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet das loyale Verhalten der Gemeinschaft im Dritten Reich, die späte Aufarbeitung der Schuldfrage und die langsame Entwicklung eines Bewusstseins für eigenes Versagen, insbesondere in Bezug auf die Judenfrage.
4.2 Die Methodistenkirche in Deutschland: Das Kapitel analysiert die methodistischen Reaktionen nach dem Krieg, die geprägt waren von einer Identifikation mit der Notsituation des deutschen Volkes, sowie die Bemühungen, das kirchliche Werk vor externer Kritik zu schützen.
4.3 Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden: Hier wird der Prozess der Geschichtsaufarbeitung bei den Baptisten und Brüdergemeinden beschrieben, der in dem „Hamburger Schuldbekenntnis“ von 1984 seinen wichtigsten Ausdruck fand.
5 Die Erklärungen im Vergleich: Dieses Kapitel stellt die verschiedenen Erklärungen der drei Freikirchen gegenüber, untersucht deren Struktur, Theologie und Absichten und zeigt deutliche Unterschiede in der Tiefe und Offenheit der Schuldbekenntnisse auf.
Schuldverarbeitung, Vergangenheitsbewältigung, Nationalsozialismus, Freikirchen, Siebenten-Tags-Adventisten, Methodisten, Baptisten, Schuldbekenntnis, NS-Staat, Kirchengeschichte, Drittes Reich, Kollektivschuld, Judenfrage, Versagen, Pietismus
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Frage, wie drei bedeutende deutsche Freikirchen – die Siebenten-Tags-Adventisten, die Methodistenkirche und der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden – nach 1945 ihr Verhalten und ihre Mitschuld während der Zeit des Nationalsozialismus verarbeitet und reflektiert haben.
Zentrale Themen sind die Rolle der Freikirchen im NS-Staat, ihre Haltung gegenüber der staatlichen Obrigkeit (Röm 13), das Ausbleiben kritischer Distanz zur Judenverfolgung sowie die langfristigen Prozesse der Aufarbeitung und die Formulierung von Schuldbekenntnissen.
Das Hauptziel ist es, die Prozesse der Vergangenheitsbewältigung dieser Freikirchen darzustellen und miteinander zu vergleichen, wobei ein besonderer Fokus auf den offiziellen Stellungnahmen und Schulderklärungen liegt.
Der Autor führt eine kirchenhistorische Analyse durch, bei der öffentliche Verlautbarungen, interne Dokumente, persönliche Briefe und geschichtswissenschaftliche Sekundärliteratur ausgewertet werden, um die offizielle Positionierung der Freikirchen nachzuvollziehen.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Geschichte der drei Freikirchen im Dritten Reich, ihre Reaktionen nach Kriegsende, die ersten zaghaften Anfänge einer Aufarbeitung in den 70er und 80er Jahren sowie die schlussendlichen Schulderklärungen und deren kritische Einordnung durch den Autor.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Schuldverarbeitung, Vergangenheitsbewältigung, Nationalsozialismus, Schuldbekenntnis, Kirchengeschichte und die jeweilige Konfessionsbezeichnung charakterisieren.
Der Autor führt dies unter anderem auf das pietistische Erbe zurück, welches Glaube als Privatsache betrachtete, sowie auf das Sendungsbewusstsein der Freikirchen, das oft von einer Sorge um das „eigene Werk“ geprägt war, was eine kritische Rückschau auf die NS-Zeit erschwerte.
Es wird als ein bedeutender Schritt angesehen, der durch den Anstoß Einzelner entstand und eine kritische Auseinandersetzung innerhalb der baptistischen Gemeinden anregte, auch wenn der Begriff des „Schuldbekenntnisses“ von der Leitung offiziell zunächst vermieden wurde.
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