Forschungsarbeit, 2006
32 Seiten, Note: 2,0
I. Einleitung
II. Theorie
1. 5 Geschwisterbeziehungen
2. Das Zustandekommen der Geschwisterbeziehung
2.1 Genetische Komponente
2.2 Geburtenreihenfolge
2.3 Eltern als Konfliktauslöser
3. Forschungsfrage
III. Methode
1. Design und Untersuchungsablauf
2. Stichprobe
3. Instrumente der Materialgewinnung
3.1 Fragebögen
3.2 Interview
4. Aufbereitung und Auswertung des Materials
4.1 Fallzusammenfassung - wichtige Eckpunkte
4.2 Fallstrukturierung
4.2.1 Persönlichkeiten – Geschwisterbeurteilung und Selbsteinschätzung
4.2.2 Erziehung
4.2.3 Besondere Veränderungen
IV. Ergebnisse
1. Das theoretische Konstrukt
2. Datenanalyse
2.1 Genetische Komponente
2.2 Geburtenreihenfolge
2.3 Weitere Komponenten
2.4 Elterliche Erziehung
3. Einordnung des Einzelfalls
V. Diskussion
Diese Arbeit untersucht den Einfluss des elterlichen Erziehungsverhaltens auf die Qualität der Beziehung zwischen Geschwistern. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit elterliche Erziehungsmethoden die Bindung und das Miteinander von Geschwistern nachhaltig prägen können.
2. Das Zustandekommen der Geschwisterbeziehung
Über das Zustandekommen der unterschiedlichen geschwisterlichen Beziehung berichten andere Studien, wie z.B. diejenige von Neyer (2002).
Neyer wollte die genetische Komponente von Beziehungen untersuchen und verglich hierzu eineiige und zweieiige Zwillingspaare miteinander. Er kam zu dem Ergebnis, dass eineiige Geschwisterpaare eine intensivere und engere Beziehung zueinander hatten, als ihre zweieiigen Mitprobanden und folgerte daraus, dass ein Verhältnis umso inniger sei, je näher sich die Menschen genetisch stünden (Neyer & Lang, 2004).
Zu demselben Ergebnis kamen 1992 bereits White und Riedman, die in ihrer Studie zeigten, dass Stief- und Halbgeschwister eine weniger intensive Beziehung zueinander hatten als leibliche Geschwister (Neyer & Lang, 2004).
Allgemein werden Verwandtschaftsbeziehungen „als Quelle emotionaler und sozialer Unterstützung genutzt“ (Neyer & Lang, 2004, S. 117), während Nichtverwandte wie Freunde oder Kollegen ihre Beziehung stärker auf wechselseitiger Kooperation aufbauen. Bei einem Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen werden Beziehungen zu Verwandten eher aufrecht erhalten als die zu Nichtverwandten (Neyer & Lang, 2004). Aber liegt dieser Umstand tatsächlich an den Genen?
Beide Studien sowohl die von Neyer als auch die von White und Riedman kommen zu dem Ergebnis, dass zwischen dem Grad der genetischen Verwandtschaft zweier Personen und der Qualität ihrer Beziehung ein direkter Zusammenhang besteht.
Doch warum gibt es auch unter Geschwistern, die zu einer Wahrscheinlichkeit von 50% genetisch miteinander verwandt sind, bei eineiigen Zwillingen sogar mit einer Wahrscheinlichkeit von 100% (Broadstone, 2004) Ausreißer, die einander teilnahmslos oder gar feindselig gegenüberstehen?
I. Einleitung: Einführung in das Thema der Geschwisterbeziehungen als widersprüchliche Verbindung und Hinführung zur Fragestellung.
II. Theorie: Überblick über die psychologischen Grundlagen, insbesondere Typologien von Geschwisterbeziehungen und Einflussfaktoren wie Genetik und Erziehung.
III. Methode: Erläuterung des Forschungsdesigns, der Stichprobenauswahl sowie der verwendeten Instrumente (Fragebögen und Interviews) zur Datenerhebung.
IV. Ergebnisse: Darstellung und Auswertung der erhobenen Daten, inklusive einer Einzelfallanalyse und Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
V. Diskussion: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Einordnung der Bedeutung des elterlichen Erziehungsverhaltens im Kontext weiterer Einflussfaktoren.
Geschwisterbeziehung, Erziehungsverhalten, Geschwisterrivalität, Psychologie, Genetik, Geburtenreihenfolge, Familienkonstellationen, Fragebogen, Interview, Einzelfallanalyse, Elternhaus, Bindungsqualität, Erziehungsstil, Sozialpsychologie, Geschwisterbindung.
Die Arbeit untersucht die Faktoren, welche die Beziehungsqualität zwischen Geschwistern beeinflussen, mit einem spezifischen Fokus auf das elterliche Erziehungsverhalten.
Die zentralen Felder umfassen die psychologische Typologisierung von Geschwisterbeziehungen sowie den Einfluss von Genetik, Geburtenfolge und elterlichen Einflüssen.
Ziel ist es zu klären, inwieweit das elterliche Erziehungsverhalten die Dynamik und Qualität der Beziehung zwischen den Geschwistern bestimmt.
Die Autorin kombiniert ein quantitatives Design (Fragebögen) mit einer qualitativen Einzelfallanalyse (leitfadengestützte Interviews), um ein ganzheitliches Bild zu gewinnen.
Der Hauptteil deckt die theoretische Fundierung, die methodische Vorgehensweise, die Analyse der erhobenen Daten sowie die Einordnung der Ergebnisse in den theoretischen Kontext ab.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Geschwisterrivalität, Erziehungsstil, Bindungsqualität, Familienkonstellationen und Sozialpsychologie.
Obwohl genetische Verwandtschaft einen Einfluss auf die Beziehungsqualität nahelegt, zeigen die Ergebnisse, dass diese nicht allein für die Ausprägung der Beziehung verantwortlich gemacht werden kann.
Die Einzelfallanalyse verdeutlicht, dass individuelle erzieherische Faktoren und eine bewusste Förderung durch die Eltern das Potenzial haben, die Geschwisterbeziehung positiv zu formen, selbst wenn äußere Umstände existieren.
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