Magisterarbeit, 2009
162 Seiten, Note: 1,15
1. Einleitung
2. Emotionen in der Forschung
2.1 Strukturelle Ebene
2.2 Emotionen, Gefühle und Stimmungen
2.3 Funktionelle Ebene
2.3.1 Motivationale Funktion
2.3.2 Kognitive Funktion
2.3.3 Soziale Funktion
2.4 Zusammenfassung
3. Konzepte emotionaler und sozialer Kompetenz
3.1 Konzept der emotionalen Intelligenz nach Salovey und Mayer
3.2 Fertigkeiten emotionaler Kompetenz nach Saarni
3.3 Konzept der sozialen Kompetenz nach Rose-Krasnor
3.4 Konzept der Affektiven Sozialen Kompetenz von Halberstadt et al.
3.5 Modellvergleich
3.6 Zusammenfassung
4. Die emotionale Entwicklung in den ersten 12 Lebensjahren
4.1 Die Entwicklung des Emotionsverständnis
4.1.1 Emotionswortschatz und verbaler Emotionsausdruck
4.1.2 Bewusstheit über den eigenen emotionalen Zustand
4.1.3 Erkennen und empathisches Verstehen von Emotionen anderer Menschen
4.2 Die Entwicklung der Emotionsregulation
4.2.1 Internale und externale Emotionsregulation
4.2.2 Coping
4.3 Die emotionale Entwicklung im Schatten der elterlichen Paarbeziehung
4.3.1 Elterliche Paarkonflikte als Stressoren („Emotional Security Hypothesis“)
4.3.2 Elterliche Paarkonflikte als Interaktionsmodell (Modelllernen)
4.3.3 „Emotional Security“ versus Modelllernen
4.3.4 Elterliche Paarkonflikte und die Geschwisterkonstellation
4.4 Zusammenfassung
5. Fragestellung und Methode
5.1 Hypothesen
5.2 Untersuchungskontext und Stichprobe
5.2.1 Untersuchungskontext Familienteam®
5.2.2 Beschreibung der Stichprobe
5.3 Variablen und Erhebungsinstrumente
5.3.1 Beziehungsqualität (unabhängige Variable)
5.3.2 Elterliche Emotionsregulation
5.3.3 Kindliche emotionale Kompetenz (abhängige Variable)
5.3.4 Verhalten des Kindes (abhängige Variable)
5.3.5 Moderatorvariablen
5.4 Statistische Datenauswertung
5.4.1 Datenauswertung der Haupteffekthypothese (H1)
5.4.2 Datenauswertung der Alternativhypothesen (H2)
6. Ergebnisse
6.1 Haupteffekthypothese (H1)
6.1.1 Kindliche soziale Kompetenz und elterliche Beziehungsqualität (H1.1)
6.1.2 Kindliches Emotionsverständnis und elterliche Beziehungsqualität (H1.2)
6.1.3 Kindliche Emotionsregulation und elterliche Beziehungsqualität (H1.3)
6.2 Alternativhypothesen (H2.1 und H2.2)
6.2.1 Moderatorhypothese
6.2.2 Zusatzhypothesen
7. Diskussion
7.1 Zusammenfassende Diskussion der Ergebnisse
7.2 Methodische Diskussion
7.3 Anregungen für weitere Forschung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der elterlichen Beziehungsqualität und der kindlichen sozioemotionalen Kompetenz. Ziel ist es zu analysieren, welche Mechanismen – insbesondere im Hinblick auf die „Emotional Security Hypothesis“ und die sozial-kognitive Theorie des Modelllernens – diesen Zusammenhang beeinflussen und moderieren.
1. Einleitung
Freude und Wut, Überraschung und Angst, Stolz und Enttäuschung: Emotionen beeinflussen das (menschliche) Denken und Handeln und sind ein wesentlicher Bestandteil des Lebens. Sie machen es abwechslungsreich, intensiv, lebendig und bisweilen auch kompliziert und beschwerlich. Jüngere Kinder haben dabei ihre eigene Art Emotionen unvermittelt und lebhaft auszudrücken. Wer jemals intensiver mit ihnen zu tun hatte, kennt die Begeisterung, mit der sie ihre positiven Emotionen zeigen. Er weiß aber auch, wie anstrengend das spontane und impulsive Ausleben ihrer negativen Emotionen sein kann. Schulkinder und Erwachsene können ebenfalls in außergewöhnlichen Situationen besonders starke Gefühle erleben. Sie sind manchmal hingerissen vor Freude, werden von rasender Wut gepackt oder geraten in panische Angst. In der Regel leben sie ihre Emotionen aber nicht mehr so häufig und intensiv aus, wie jüngere Kinder es tun. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Emotionen im Alltag nur noch eine unbedeutende Rolle spielen und Menschen ausschließlich vom Verstand regiert werden.
In der Vergangenheit wurde die Bedeutung von Emotionen in Folge der Dominanzannahme des Intellekts zurückgewiesen; moderne Verfahren der Hirnforschung entlarvten dies jedoch als Irrtum und belegen, dass es so etwas wie reine, emotionslose Kognitionen nicht gibt und dass selbst banale Ereignisse vielfältige Emotionen auslösen können (Forgas, 2008). Was sich jedoch im Laufe der Entwicklung ändert, ist der Umgang mit Emotionen. Mit zunehmendem Alter sind Menschen in der Lage, sich nicht mehr ausschließlich von ihren Gefühlen leiten zu lassen, sondern das eigene Handeln willentlich zu kontrollieren und auf Erreichung bestimmter Ziele auszurichten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der emotionalen Entwicklung ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Einflüsse elterlicher Paarbeziehungen auf die kindliche sozioemotionale Kompetenz zu untersuchen.
2. Emotionen in der Forschung: In diesem Kapitel werden grundlegende Definitionen von Emotionen, Gefühlen und Stimmungen sowie deren strukturelle und funktionelle Ebenen erläutert.
3. Konzepte emotionaler und sozialer Kompetenz: Hier werden theoretische Ansätze zur emotionalen Intelligenz und sozialen Kompetenz gegenübergestellt, insbesondere die Modelle von Salovey & Mayer sowie Saarni.
4. Die emotionale Entwicklung in den ersten 12 Lebensjahren: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung von Emotionsverständnis und -regulation und untersucht den Einfluss von Paarkonflikten und Geschwisterkonstellationen.
5. Fragestellung und Methode: Hier werden die Hypothesen, der Untersuchungskontext (Familienteam®), die Stichprobe sowie die verwendeten psychometrischen Erhebungsinstrumente und statistischen Analysemethoden dargelegt.
6. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde der Arbeit, unterteilt in die Prüfung der Haupteffekte und der verschiedenen Moderatoreffekte.
7. Diskussion: Das abschließende Kapitel interpretiert die Ergebnisse im Kontext der theoretischen Modelle, reflektiert die methodischen Stärken und Grenzen der Studie und gibt Anregungen für zukünftige Forschungsarbeiten.
Emotionale Entwicklung, sozioemotionale Kompetenz, elterliche Beziehungsqualität, Paarkonflikte, Emotional Security Hypothesis, Modelllernen, Geschwisterkonstellation, Emotionsregulation, Emotionsverständnis, soziale Kompetenz, Erziehungsforschung, Längsschnittstudie, Kindheitsforschung, Copingstrategien, Eltern-Kind-Interaktion.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Qualität der elterlichen Paarbeziehung und der Entwicklung der sozioemotionalen Kompetenz bei Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren.
Die Schwerpunkte liegen auf der Erforschung emotionaler Kompetenzen, der Auswirkungen elterlicher Konflikte auf die kindliche Stressverarbeitung sowie der Rolle von Geschwistern innerhalb dieses Entwicklungsprozesses.
Das Hauptziel ist die empirische Überprüfung, ob und über welche Mechanismen – namentlich Stressübertragung oder Modelllernen – die elterliche Beziehungsqualität die kindliche Entwicklung beeinflusst.
Es handelt sich um eine quantitative Auswertung von Längsschnittdaten aus der Evaluation des Elterntrainings „Familienteam®“. Die Analyse basiert auf Korrelationsrechnungen sowie multiplen linearen Regressionsanalysen zur Moderatorprüfung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Emotionspsychologie und sozialer Kompetenzmodelle sowie den empirischen Teil, der die Untersuchungshypothesen an den erhobenen Daten testet.
Zentrale Begriffe sind sozioemotionale Kompetenz, elterliche Beziehungsqualität, Emotional Security Hypothesis, Modelllernen, Geschwisterkonstellation und Emotionsregulation.
Die Ergebnisse zeigen, dass destruktive Konfliktbewältigung der Eltern negative Auswirkungen auf die soziale Kompetenz und Emotionsregulation der Kinder haben kann, wobei die genauen Effekte durch individuelle kindliche Merkmale und die Familiensituation moderiert werden.
Geschwister fungieren in der Arbeit als Moderatorvariablen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Geschwisterkonstellation (z.B. Altersabstand, Anzahl, Geschlecht) die Art und Weise beeinflusst, wie Kinder mit elterlichen Konflikten umgehen und wie sich ihre sozioemotionale Kompetenz entwickelt.
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