Diplomarbeit, 2008
147 Seiten, Note: 1,0
Psychologie - Klinische Psychologie, Psychopathologie, Prävention
A Theorieteil
1. Einleitung
2. Grundlegende Konzepte
2.1 Zirkumplex Modell
2.2 Interpersonale Theorie
2.3 Beziehungsmodelle nach Leary und Schaefer
3. Die Strukturale Analyse Sozialen Verhaltens (SASB)
3.1 Annahmen
3.2 Modellstruktur
3.3 Beziehungsmuster
3.4 Anwendung
3.5 Gütekriterien
3.6 Empirischer Nutzen
4. Hypothesen
B Methodenteil
5. Beschreibung der Stichproben
5.1 Rehabilitation Psychisch Kranker
5.2 Therapiezentrum Psychose und Sucht
6. Aufbau und Setting
6.1 Verwendetes Instrument
6.2 Ablauf und Zeitplan
7. Darstellung der Ergebnisse
7.1 Exemplarische Darstellung eines Einzelfalles
7.2 Reliabilitätsprüfung
7.3 Hypothesentestung
7.3.1 Komplementarität in der Therapie
7.3.2 Introjekt- Unterschiede
7.3.3 Therapeutenverhalten und Introjekt in besten Zeiten
7.3.4 Übertragungsreaktionen in der Therapeutenbeziehung
7.3.5 Elternverhalten und Introjekt
7.3.6 Unterschiede zwischen den Probandengruppen
8. Diskussion
8.1 Hypothesen
8.2 Auffälligkeiten und kritische Betrachtung
8.3 Ausblick
8.4 Schlusswort
Die Arbeit untersucht inter- und intrapersonale Beziehungsmuster sowie Übertragungsreaktionen bei Psychosepatienten (mit und ohne komorbide Suchterkrankung) unter Verwendung der Strukturalen Analyse Sozialen Verhaltens (SASB). Zentral ist die Forschungsfrage, ob frühe Beziehungserfahrungen mit Bezugspersonen die aktuelle Interaktion mit dem Therapeuten beeinflussen und wie sich diese Prozesse im Selbstbild der Patienten widerspiegeln.
3.2 Modellstruktur
Wie im zweiten Kapitel beschrieben, entstand die Konstruktion der SASB nicht aus dem luftleeren Raum heraus, sondern baute auf vorangegangene Theorien und Arbeiten auf, ergänzte und modifizierte sie, fügte jedoch auch gänzlich neue Aspekte ein und verknüpfte unterschiedliche Arbeiten zu einem neuen, ganzheitlichen Analysesystem sozialer Verhaltensweisen: „SASB was not created; it was discovered“ (Benjamin 1984, S.123).
Das Dilemma, welches sich beim Vergleich der Modelle nach Leary (1957) und Schaefer (1965b) ergibt, wurde schon am Ende des zweiten Kapitels beschrieben. Es gab zwei Modelle, beide beschrieben Verhalten in einer Zirkumplex- Struktur mit zwei zugrunde liegenden, orthogonalen Achsen. Nur wurden auf der vertikalen Achse unterschiedliche Bezeichnungen vorgenommen, „Dominanz“ vs. „Unterwerfung“ bei Leary, „Kontrolle“ und „Autonomie gewähren“ bei Schaefer, beide Bezeichnungen wurden in den jeweiligen Arbeiten begründet, ihre Gültigkeit nachgewiesen. Und dennoch: „Both opposites make sense, but both cannot be true“ (Benjamin 1984, S.136). Benjamin vermochte dieses Dilemma zu lösen, indem ihr System auf drei verschiedenen Betrachtungsweisen aufbaut und dort jeweils einen spezifischen Fokus hat. Somit kann „submit as the complement of dominate“ dargestellt werden, während „emancipate (allow autonomy) the opposite of dominate or control“ (Benjamin 1974, S.395) definiert. Durch diese Betrachtung war es möglich, beide Kontrolldimensionen in ein Modell zu integrieren, ohne auf eine der Achsenbezeichnungen zu verzichten. Abbildung 3.1 zeigt die drei möglichen Foci sowie die Grunddimensionen des Modells. Der erste Fokus zeigt ein transitives, aktives Verhalten einem anderen gegenüber, der zweite Fokus ist intransitiv und ist als Reaktion auf eine Aussage bzw. Handlung zu verstehen, also wie diese aufgefasst und umgesetzt wird.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die interpersonale Theorie nach Sullivan ein und begründet die Relevanz der SASB für die Analyse von Beziehungsmustern bei Psychosepatienten.
2. Grundlegende Konzepte: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Fundamente, insbesondere das Zirkumplex-Modell von Guttman sowie die Modelle von Leary und Schaefer als Vorläufer der SASB.
3. Die Strukturale Analyse Sozialen Verhaltens (SASB): Hier erfolgt die detaillierte Darstellung der SASB-Modellstruktur, ihrer 36 Verhaltenskategorien, der Anwendungsbereiche und der methodischen Gütekriterien.
4. Hypothesen: Basierend auf der Theorie werden sechs Hypothesen zur therapeutischen Interaktion, zu Introjekt-Unterschieden und zu Übertragungsprozessen formuliert.
5. Beschreibung der Stichproben: Es werden die klinischen Einrichtungen RPK und das Therapiezentrum Psychose und Sucht sowie die untersuchte Patientengruppe vorgestellt.
6. Aufbau und Setting: Der methodische Ablauf der Datenerhebung unter Verwendung der Software MakeMapsWin wird beschrieben.
7. Darstellung der Ergebnisse: Dieses Hauptkapitel präsentiert die Auswertung der erhobenen Daten, inklusive Einzelfallanalysen, Reliabilitätsprüfungen und der statistischen Testung der Hypothesen.
8. Diskussion: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, kritisch reflektiert und in den klinischen Kontext sowie bisherige Forschungsergebnisse eingeordnet.
SASB, interpersonale Theorie, Psychose, Komorbidität, Zirkumplex-Modell, Therapieinteraktion, Introjekt, Übertragungsreaktion, Komplementarität, Selbstbild, Beziehungsanalyse, Reliabilität, klinische Psychologie, MakeMapsWin, Bindungstheorie.
Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der Strukturalen Analyse Sozialen Verhaltens (SASB) auf das Beziehungserleben von Psychosepatienten in therapeutischen Settings.
Die Studie fokussiert auf die interpersonale Diagnostik, das Konzept der Komplementarität in der Therapie, die Untersuchung von Introjekten (Umgang mit sich selbst) und die Übertragung von frühen Kindheitserfahrungen auf die aktuelle therapeutische Beziehung.
Das Hauptziel ist zu erforschen, ob frühe Kindheitserfahrungen mit Bezugspersonen das aktuelle Verhalten der Patienten gegenüber Therapeuten beeinflussen und ob diese Prozesse mithilfe des SASB-Modells empirisch abbildbar sind.
Es kommt die "Strukturale Analyse Sozialen Verhaltens" (SASB) zum Einsatz. Die Daten werden mittels INTREX-Fragebögen erhoben und mit dem Programm "MakeMapsWin" ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die interpersonale Diagnostik und einen umfangreichen Methodenteil, in dem die Ergebnisse der Patientenbefragungen statistisch analysiert und diskutiert werden.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie SASB, Psychose, Komplementarität, Introjekt, Übertragung und Zirkumplex-Modell geprägt.
Die RPK-Patienten leiden primär unter einer Psychose, während die TPS-Patienten eine Doppeldiagnose aus Psychose und Suchtmittelabhängigkeit aufweisen.
Die Antithese bezeichnet eine therapeutische Interventionstechnik, bei der der Therapeut auf destruktives Verhalten des Patienten nicht komplementär (also nicht nachahmend), sondern gegensätzlich reagiert, um festgefahrene negative Beziehungsmuster zu durchbrechen.
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