Masterarbeit, 2009
77 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Kooperationsmodelle zwischen Sozialer Arbeit und Sekundarschulen
2.1 offene und gebundene Ganztagsschulen
2.2 Bildungs- und Erziehungsauftrag
2.2.1 Formen und Träger der Schulsozialarbeit
2.2.2 gesetzliche Grundlagen und Finanzierung
2.3 ganzheitliches Bildungsverständnis
3. Schule als System
3.1 Systemische Konstrukte für die Schule als Institution
3.2 Sozialpädagogik im Schulsystem
3.2.1 Fachbereich Sozialpädagogik und seine Umwelt
3.2.2 Identität durch Autopoiese
3.2.3 Macht als Begrenzung oder Behinderung?
4. Anspruch und Aufgabenbereiche von SozialpädagogInnen an Gymnasien
4.1 Zusammenarbeit mit anderen Professionen
4.2 Aufgaben im Schulalltag
4.2.1 Sozialpädagogische Gruppenarbeit
4.2.2 Organisation des Schullebens
4.2.3 Zusammenarbeit mit Eltern und Personensorgeberechtigten
4.2.4 Beratung und Fortbildung von LehrerInnen
4.2.5 Schulbezogene Unterstützungen und individuelle Förderung
4.2.6 Beratungen von SchülerInnen
4.3 Mitwirkung an der Schulentwicklung
5. Arbeitsplatzbeschreibung für SozialpädagogInnen an Gymnasien
5.1 Definition und Potentiale von Arbeitsplatzbeschreibungen
5.2 Die Tätigkeitsdarstellung
5.3 Die Tätigkeitsbewertung
6. Verortung des Fachbereichs Soziale Arbeit im Schulsystem
7. Seitenblick auf das Ausland und verbandliche Zusammenschlüsse
8. Resümee und weitere mögliche Fragestellungen
Die vorliegende Arbeit zielt auf die Professionalisierung Sozialer Arbeit am Gymnasium ab, indem sie eine fundierte Arbeitsplatzbeschreibung entwickelt, um den Berufsstand strukturell im Schulsystem zu etablieren und von diffusen Zuständigkeiten abzugrenzen.
3.2.3 Macht als Begrenzung oder Behinderung?
Im Rahmen ihrer prozessual-systemischen Theorie benennt Silvia Staub-Bernasconi Soziale Probleme als Gegenstand der Sozialen Arbeit. Damit meint sie einen „Zustand, mit dem ein Bedürfnisbefriedigung suchendes, zielbewusstes Individuum unzufrieden ist“ (Engelke 1999, S. 370ff), keine Lösungsmöglichkeiten sieht oder einfach zu wenig Zugang zu Ressourcen hat. Die Dimensionen dieser sozialen Probleme sind: Ausstattungsprobleme, Austauschprobleme, Machtprobleme und Kriterienprobleme. Macht ist der wichtigste Aspekt des sozialen Miteinanders. Machtquellen (Stärke, Artikulationsfähigkeit, Wissen und Handlungsfähigkeit) sind begehrte Ressourcen.
Ob der Aspekt Macht problematisch wird, hängt von den Regeln ab, mit denen Ressourcen verwaltet, verteilt und kontrolliert werden. Staub-Bernasconi ist der Ansicht, dass die Gesellschaft durch strukturelle Vorgaben soziale Probleme und Behinderungsmacht hervorbringt. Machtquellen können negativ oder positiv sein: Begrenzungsmacht als Ressource oder Behinderung als Zugangssperre, bei der „einzelne oder Gruppen von der Teilhabe an Ausstattung, Austausch, Macht und/oder Wertfindung“ ausgeschlossen werden. (Engelke 1999, S. 373) Daraus folgert sie nun, dass sich Soziale Arbeit normativ für Teilhabe und Gerechtigkeit einsetzen soll.
Was ist nun mit strukturellen Machtverteilungen innerhalb einer Organisation? Auch dafür ist diese Theorie geeignet, denn „auf der Grundlage des systemischen Paradigmas sind sowohl Probleme von Individuen als auch Probleme einer Sozialstruktur und Kultur in ihrer Beziehung zueinander“ als Soziale Probleme definiert. (Staub-Bernasconi 2007, S.182) Deshalb kann diese Theorie helfen, die Machtverteilung unter LehrerInnen und SozialpädagogInnen an Schulen zu analysieren und damit auch strukturelle Quellen, welche zu gegenseitigen Irritationen führen können, offenzulegen:
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit Sozialer Arbeit an Gymnasien und begründet das Ziel der Entwicklung einer professionellen Arbeitsplatzbeschreibung.
2. Kooperationsmodelle zwischen Sozialer Arbeit und Sekundarschulen: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Formen von Ganztagsschulen sowie den Bildungs- und Erziehungsauftrag und deren gesetzliche Verankerung.
3. Schule als System: Hier wird das Gymnasium mittels systemtheoretischer Ansätze analysiert, um die Rolle und Identität der Sozialen Arbeit im schulischen Kontext zu verorten.
4. Anspruch und Aufgabenbereiche von SozialpädagogInnen an Gymnasien: Dieses Kapitel stellt auf Basis von Experteninterviews die vielfältigen Aufgabenbereiche von SozialpädagogInnen im gymnasialen Schulalltag dar.
5. Arbeitsplatzbeschreibung für SozialpädagogInnen an Gymnasien: Es erfolgt die Definition und Entwicklung eines konkreten, strukturierten Stellenprofils für SozialpädagogInnen an bayerischen Gymnasien.
6. Verortung des Fachbereichs Soziale Arbeit im Schulsystem: Zusammenfassend werden notwendige Rahmenbedingungen für die nachhaltige Institutionalisierung Sozialer Arbeit am Gymnasium diskutiert.
7. Seitenblick auf das Ausland und verbandliche Zusammenschlüsse: Ein vergleichender Blick zeigt internationale Entwicklungen auf und betont die Bedeutung von Fachverbänden für die Profilstärkung.
8. Resümee und weitere mögliche Fragestellungen: Das Resümee zieht Bilanz zur Etablierung des Berufsfeldes und weist auf den weiteren Forschungsbedarf in der Schulentwicklung hin.
Schulsozialpädagogik, Gymnasium, Ganztagsschule, Arbeitsplatzbeschreibung, Schulentwicklung, Systemtheorie, Soziale Arbeit, Bildungspolitik, Kooperation, Jugendsozialarbeit, Profession, Stellenprofil, Schulsysstem, Bildungsauftrag, Beratung
Die Arbeit untersucht die Aufgaben und Kompetenzen von SozialpädagogInnen an Gymnasien und entwickelt eine professionelle Arbeitsplatzbeschreibung, um dieses neue Berufsfeld nachhaltig zu etablieren.
Zentrale Schwerpunkte sind die systemische Analyse des Gymnasiums, die Entwicklung eines Anforderungsprofils, die Klärung der Zusammenarbeit mit anderen Professionen und die Einbettung in den schulischen Erziehungsauftrag.
Das primäre Ziel ist die Entwicklung einer fundierten Arbeitsplatzbeschreibung, um SozialpädagogInnen am Gymnasium als festen und anerkannten Bestandteil des Schulsystems zu positionieren und diffuse Rollenbilder zu vermeiden.
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign in Form einer Querschnittsuntersuchung gewählt, das insbesondere auf face-to-face Interviews mit SozialpädagogInnen und Trägervertretern basiert.
Der Hauptteil analysiert das System Schule, beschreibt die konkreten Aufgabenbereiche von SozialpädagogInnen im Schulalltag und entwickelt auf dieser Basis ein systematisches Stellenprofil inklusive Tätigkeitsbewertung.
Schlüsselwörter sind Schulsozialpädagogik, Gymnasium, Ganzheitliche Bildung, Systemische Analyse, Arbeitsplatzbeschreibung und Professionalisierung.
Am Gymnasium ist Soziale Arbeit ein neues, expandierendes Feld, das sich von der traditionellen Jugendsozialarbeit an Grund- und Hauptschulen abgrenzen muss, da hier andere Leistungsanforderungen und Schulstrukturen vorherrschen.
Die Schulleitung fungiert als zentraler Partner und oft als Dienstvorgesetzter; ihr Verständnis für die sozialpädagogischen Ansätze ist entscheidend für den Erfolg und die langfristige Etablierung des Fachbereichs.
SozialpädagogInnen leisten einen integralen Beitrag, indem sie soziale Prozesse mitgestalten, neue Impulse für eine ganzheitliche Bildung setzen und aktiv bei der Schulprogrammarbeit mitwirken.
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