Bachelorarbeit, 2022
71 Seiten, Note: 1.7
1. Einleitung
1.1. Was ist „The Magician“?
1.2. Was sind Autorenromane?
1.3. Wer ist Colm Tóibín?
1.3.1. Was war seine Motivation, „The Magician“ zu schreiben?
1.3.2. „The Magician“ als logische Nachfolge zu „The Master“?
1.4. Wie fallen die Kritiken zum Buch aus?
2. Die Darstellung Thomas Manns in der Gegenwart
2.1. Kriterien für einen Vergleich
2.2. Der deutschsprachige Mann-Diskurs
2.2.1. Vor der Tagebuchveröffentlichung nach seinem Tod
2.2.2. Nach der Veröffentlichung der Tagebücher
2.2.3. Kurzkes Biographie
2.2.4. Die Manns – Ein Jahrhundertroman
2.2.5. Aktuelle Forschung zu Mann im deutschen Raum
2.3. Der anglophone Mann-Diskurs
3. Bild aus „The Magician“ im Vergleich zu anglophonem und deutschsprachigem Diskurs
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Thomas Mann in Colm Tóibíns Roman „The Magician“ und setzt diese in Kontrast zum bestehenden deutschsprachigen und anglophonen Forschungsdiskurs. Ziel ist es, die spezifische Charakterisierung von Thomas Mann im Roman zu analysieren und zu eruieren, inwiefern diese Darstellung zu den kontroversen Rezensionen des Werkes beigetragen haben könnte.
1.1. Was ist „The Magician“?
Colm Tóibín beschreibt „The Magician“ selber als eine Mischung aus Nachforschung und Imagination. Er fügt noch hinzu, dass es sich um ein intimes und komplexes Portrait Thomas Manns handelt. Dies stimmt insofern, dass der Roman Thomas Manns komplettes Leben wiedergibt und dabei sowohl seinen literarischen Schaffensprozess, sein politisches Handeln und Denken, seine sexuellen Bedürfnisse und Vorstellungen, sein Familienleben als auch seine inneren Ängste und Ansichten behandelt.
Das Buch hat in seiner deutschen Übersetzung 575 Seiten und ist somit genauso umfangreich wie die ebenfalls das komplette Leben umspannenden Biographien von Kurzke (672 Seiten), Prater (554 Seiten), Hayman (672 Seiten) und Heilbut (636 Seiten). Das Buch ist unterteilt in 18 Kapitel, welche jeweils einen Ort und häufig auch ein Jahr vorgeben. Es gibt Zeitsprünge. Diese erfolgen in der Form, dass erfolgte Ereignisse durch den auktorialen Erzähler in einem Erzählerbericht zusammengefasst werden. Es gibt aber ebenso, und in auch viel häufiger vorkommender Anzahl, Zeitsprünge in der Form von Auslassungen mehrerer Jahre.
Die erzählte Zeit stimmt im Wesentlichen bei ihrem Tempo mit der Erzählzeit überein, es kommt allerdings an einigen Stellen zu einer Beschleunigung, wenn z. B. mehrere Ereignisse über einen Zeitraum kurz zusammengefasst werden. Natürlich muss beachtet werden, dass, wie eingangs erwähnt, der Roman Manns komplettes Leben umfasst, somit werden auf den 575 Seiten 80 Jahre wiedergegeben, das ist (Zeitraffungen und Zeitsprünge außen vorgelassen) ein Jahr pro ca. 7,2 Seiten. Aufgrund der Fülle an Ereignissen in Manns Leben erfolgt somit ein relativ zügiges Erzählen der Geschichte. Im Roman wird sehr häufig, neben der indirekten Rede, die direkte Rede verwendet und es gibt eine Vielzahl von Konversationen zwischen den Figuren. Die Erzählform des Romanes in seiner Nullfokalisierung fokussiert eng auf die Figur Thomas Mann, wobei es in Manns Umfeld stets eine große Menge an handelnden Figuren gibt.
1. Einleitung: Einführung in das Thema, die Rezeptionsunterschiede des Romans und die methodische Herangehensweise.
2. Die Darstellung Thomas Manns in der Gegenwart: Analyse des Wandels des Thomas Mann Bildes im deutschsprachigen und anglophonen Raum anhand von Biographien, Filmen und aktueller Forschung.
3. Bild aus „The Magician“ im Vergleich zu anglophonem und deutschsprachigem Diskurs: Zentrale Analyse von Tóibíns Darstellung von Thomas Manns Sexualität, seiner politischen Rolle und seinem Familienleben im direkten Vergleich zur etablierten Forschung.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Erläuterung der Gründe für die unterschiedliche Rezeption des Romans.
Thomas Mann, Colm Tóibín, The Magician, Autorenroman, Biographie, Homosexualität, Rezeptionsgeschichte, Hermann Kurzke, Exilliteratur, Literaturwissenschaft, deutschsprachiger Diskurs, anglophoner Diskurs, Schreibprozess, Zeitgeschichte, literarische Darstellung.
Die Arbeit untersucht den Roman „The Magician“ von Colm Tóibín und analysiert, wie die darin gezeichnete Figur Thomas Mann mit dem realen Bild des Autors übereinstimmt oder divergiert.
Zentral sind die Darstellung von Thomas Manns Sexualität, sein Familienleben, seine politischen Einstellungen sowie sein literarischer Schaffensprozess innerhalb des Romans.
Das Ziel ist die kritische Einordnung von Tóibíns Roman in den wissenschaftlichen Diskurs um Thomas Mann und die Beantwortung der Frage, warum der Roman in Deutschland und im anglophonen Raum so unterschiedlich rezipiert wurde.
Es wird eine vergleichende Literaturanalyse durchgeführt, bei der der Roman „The Magician“ mit maßgeblichen Biographien, Sekundärliteratur und zeitgenössischen Kritik-Quellen abgeglichen wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des gegenwärtigen Forschungsstands zum Thomas-Mann-Bild sowie den direkten kontrastierenden Vergleich dieser Erkenntnisse mit dem Roman.
Wichtige Begriffe sind Thomas Mann, Autorenroman, Homosexualität, Rezeptionsgeschichte und das Spannungsfeld zwischen Fiktion und biographischer Wahrheit.
Während die Forschung Mann meist als homosexuellen Asketen beschreibt, geht Tóibín im Roman weiter und zeichnet explizitere, wenn auch teils widersprüchliche, sexuelle Situationen oder Fantasien.
Die Familie, besonders Katia und Erika, wird als starker Einflussfaktor auf Thomas Mann dargestellt, wobei der Roman Manns emotionales Verhältnis zu seinen Kindern ebenfalls kritisch hinterfragt.
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