Bachelorarbeit, 2024
36 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Literaturdiskussion
1.2. Gliederung und Methode
2. Formale Beschreibung der Quelle
2.1. Quellentyp und Quellenumfang
2.2. Überlegungen zur Autorenschaft
3. Inhaltliche Analyse der Quelle
3.1. Legitimation der Hexenverfolgung
3.2. Darstellung und Charakterisierung der Hexen
3.3. Darstellung und Charakterisierung des Teufels
3.4. Maßnahmen gegen die Hexen
4. Fazit
Diese Bachelorarbeit analysiert die „Neue Zeitung“ aus Bernburg (1580), um die frühneuzeitliche Darstellung von Hexen sowie des Teufels zu untersuchen und aufzuzeigen, wie diese Schrift dazu beitrug, Christen in ihrem Glauben zu bestärken und die Hexenverfolgung im Fürstentum Anhalt zu legitimieren.
3.2. Darstellung und Charakterisierung der Hexen
Der Autor beschrieb das Treffen einer alten, Curth Koechin genannten Frau mit dem Teufel in Menschengestalt in ihrem Bernburger Haus. Damit verfolgte er bestimmte Absichten: Einerseits wollte er seine Leserschaft darüber informieren, welchen Personentyp der Teufel für seine Zwecke einspannen wollte. In seiner Darstellung hatte es der Teufel auf hochbetagte Frauen abgesehen, die nicht mehr im Vollbesitz ihrer Kräfte waren. Zur Beschreibung von Curth Koechin nutzte der Autor den Begriff „Vettel“, ein Substantiv, welches heute als abwertend betrachtet wird. Dieses Wort konnte für ältere, aber auch für ungepflegte Frauen mit einem schlampigen Erscheinungsbild verwendet werden. Frauen wie Curth Koechin wurden vom Teufel als geeignete Erfüllungsgehilfinnen betrachtet, da sie leicht zu beeinflussen waren.
Die zweite Absicht des Autors bestand darin, seinen christlichen Leserinnen und Lesern zu verdeutlichen, mit welchen Mitteln der Teufel arbeitete, während er sich auf der Suche nach Dienerinnen befand. Es hat den Anschein, als ob Curth Koechin entweder nicht dazu gewillt oder nicht dazu in der Lage war, sich friedlich mit den Menschen zu arrangieren, gegen die sie eine persönliche Abneigung hegte. Vom Autor wurde sie als eine Frau dargestellt, die nicht davor zurückschreckte, unliebsamen Menschen mithilfe der vom Teufel empfangenen Kräuter Schaden zuzufügen. Er beschrieb seiner Leserschaft ebenfalls, auf welche Weise diese Frau die „Teufelskräuter“ verwendete. Diese wurden von ihr in die Häuser anderer Menschen geworfen, woraufhin diese erblindeten. Durch die Wirkung dieser Kräuter sollen ungeborene Kinder in den Leibern ihrer Mütter gestorben sein.
1. Einleitung: Diese Arbeit erläutert anhand der Quelle aus 1580 die Darstellung von Hexen und Teufelsglauben im 16. Jahrhundert sowie deren Bedeutung für das damalige Weltbild.
2. Formale Beschreibung der Quelle: Das Kapitel ordnet die „Neue Zeitung“ als Traditionsquelle ein und beschreibt ihren Umfang, die verwendete Sprache sowie intendierte Zielgruppen.
3. Inhaltliche Analyse der Quelle: Hier wird untersucht, wie der Autor durch die Darstellung des Teufels und der Hexen die Verfolgung legitimierte und welche Rollenbilder dabei bedient wurden.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das Druckerzeugnis bewusst zur sozialen Disziplinierung und Stärkung des obrigkeitlichen Handelns im Fürstentum Anhalt eingesetzt wurde.
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Die Arbeit untersucht eine „Neue Zeitung“ aus dem Jahr 1580, die als historische Warnliteratur dazu diente, die Bevölkerung im Fürstentum Anhalt vor Hexen zu warnen und deren Verfolgung als notwendig darzustellen.
Im Fokus stehen die Konstruktion des Hexenbildes, die Dämonisierung des Teufels, die Legitimation religiöser und weltlicher Gewalt gegen vermeintliche Hexen sowie die soziokulturelle Funktion solcher Schriften.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, mit welchen Mitteln und Absichten der Autor der Zeitung die Hexenverfolgung als legitim und notwendig darstellte, um die christliche Bevölkerung hinter der Obrigkeit zu vereinen.
Es wird eine quellenkritische Analyse durchgeführt, wobei das Schriftstück als Traditionsquelle unter Anwendung von Sekundärliteratur auf seine inhaltliche Intention und strukturelle Wirkung hin untersucht wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Beschreibung der Quelle sowie eine detaillierte inhaltliche Untersuchung, die Fragen nach der Legitimation der Verfolgung, der Charakterisierung von Hexen und dem Wirken des Teufels beantwortet.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Hexenverfolgung, Bernburg, Teufelspakt, Frühe Neuzeit, Schadenzauber und religiöser Dualismus.
Die Quelle bietet einen einzigartigen Einblick in die regionale Hexenproblematik in Anhalt 1580 und illustriert anschaulich, wie frühneuzeitliche Warnliteratur gezielt Ängste schürte, um bestimmte politische und religiöse Zielsetzungen zu erreichen.
Der Autor argumentiert, dass Frauen, die vom Glauben abfielen, zwangsläufig als bloße Werkzeuge des Teufels endeten, was die Notwendigkeit von drastischen Strafen wie der Verbrennung verdeutlichen sollte.
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