Bachelorarbeit, 2009
118 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Zur Genese der heutigen plateforme d’accueil de l’intégration
2.1. Zur Geschichte des Integrationsprogrammes
2.2. Zum zentralen Empfang im Office français de l'Immigration et de l'Intégration
3. Zur Zielsetzung des staatlichen Integrationsprogrammes
3.1. Der Contract d’accueil et d‘intégration – Herzstück des Integrationsprogrammes
3.2. Zur Zielsetzung des Contract d’accueil et d‘intégration
3.3. Wie viel intégration républicaine steckt in dem Integrationsprogramm?
3.4. Zusammenfassung der Zielsetzungen
4. Methodik: Eine Kombination aus qualitativen Interviews und Fragebögen
5. Das Integrationsprogramm in der sozialen Praxis
5.1. Zusammensetzung des Samples
5.2. Motivation und Einwanderungsprojekte der Interviewten
5.3. Wahrnehmung des Integrationsprogrammes durch die Einwanderer
5.3.1. Zum Umgang mit der Sprache in der Praxis des Integrationsprogrammes
5.3.2 Ziel der Akzeptanz der Werte der Republik aus Sicht der Einwanderer
5.3.3. Zielsetzungen und Zielgruppe des Integrationsprogrammes aus Sicht der Einwanderer
5.3.4. Einschätzung des Erfolges der formations civiques und Verbesserungsvorschläge der Einwanderer
5.3.5. Zum Ziel der intégration républicaine aus Sicht der Einwanderer
6. Schluss
Die Arbeit untersucht qualitativ die Zielsetzungen des französischen Integrationsprogramms und kontrastiert diese mit den individuellen Einwanderungsprojekten und Perspektiven der teilnehmenden Einwanderer, um eine Hypothese über die Erreichbarkeit und Reichweite des Programms aufzustellen.
3.1. Der Contract d’accueil et d‘intégration – Herzstück des Integrationsprogrammes
Auf der ersten Seite des Integrationsvertrages, der dem Immigranten in einer Sprache, die er spricht, vorzulegen ist, heißt der französische Staat ihn willkommen und stellt ihm rhetorisch Frankreich und die Franzosen gegenüber, deren Geschichte, Kultur sowie bestimmte fundamentale Werte er respektieren soll.
La France et les Français sont attachés à une histoire, à une culture et à certaines valeurs fondamentales. Pour vivre ensemble il est nécessaire de les connaître et de les respecter.54
Im Anschluss werden die zuvor als fundamental bezeichneten traditionellen Konzepte wie Liberté, Égalité, Fraternité kurz erklärt. Explizit wird auf den Laizismus und die Geschlechtergleichheit hingewiesen sowie dass bei fehlenden Französischkenntnissen die Sprache gelernt werden muss. Durch eine jeweils dreimalige Nennung wird betont, dass der Einwanderer die Werte einerseits respektieren muss und andererseits die gleichen Rechte hat wie ein Franzose und dass das Leben in Frankreich einen volonté de s’intégrer à la société française voraussetzt.
Bis hier scheint die vom Staat eingeforderte Integration also in dem vertraglich abgesicherten Respekt beziehungsweise der Akzeptanz der Werte und Prinzipien durch den Immigranten zu bestehen. Dem gegenüber steht eine Auflistung von Leistungen, die der Staat dem Einwanderer zum Zwecke seiner Integration vorschreibt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Einwanderungssituation Frankreichs ein und erläutert die Notwendigkeit sowie die Zielsetzung des neuen staatlichen Integrationsprogramms.
2. Zur Genese der heutigen plateforme d’accueil de l’intégration: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick der französischen Integrationspolitik und beleuchtet die Entstehung der heutigen Empfangsplattform als Endpunkt dieser Entwicklung.
3. Zur Zielsetzung des staatlichen Integrationsprogrammes: Es wird der Integrationsvertrag (CAI) detailliert analysiert, um die staatlichen Forderungen an Einwanderer und die impliziten Zielsetzungen des Programms herauszuarbeiten.
4. Methodik: Eine Kombination aus qualitativen Interviews und Fragebögen: Hier werden die Wahl der quantitativen und qualitativen Untersuchungsmethoden begründet sowie das Vorgehen bei der Datenauswertung dargelegt.
5. Das Integrationsprogramm in der sozialen Praxis: Dieser Hauptteil präsentiert die Ergebnisse der empirischen Studie und setzt die staatlichen Ziele in Bezug zur tatsächlichen Wahrnehmung und den Lebensrealitäten der Einwanderer.
6. Schluss: Abschließend wird eine Hypothese über die Wirksamkeit des Integrationsprogramms formuliert und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben.
Frankreich, Einwanderungspolitik, Integrationsprogramm, Contract d'accueil et d'intégration, CAI, intégration républicaine, Einwanderer, qualitative Sozialforschung, Wertevermittlung, Sprachförderung, Migrationsforschung, soziale Praxis, Staatsbürgerschaft, politische Steuerung, Migrationsgeschichte
Die Arbeit untersucht die Zielsetzungen und die tatsächliche soziale Umsetzung des französischen staatlichen Integrationsprogramms, insbesondere unter dem Aspekt, wie die teilnehmenden Einwanderer das Programm wahrnehmen.
Im Mittelpunkt steht der "Contract d'accueil et d'intégration" (CAI), ein verpflichtender Vertrag, den jeder Einwanderer seit 2006 unterzeichnen muss, um seine Integration in Frankreich zu formalisieren.
Das Ziel ist es, die staatlichen Forderungen an den Einwanderer mit dessen individuellen Erwartungen, Motivationen und Lebensbedingungen zu kontrastieren, um den Erfolg und die Reichweite des Programms zu bewerten.
Der Autor nutzt einen kombinierten methodischen Ansatz bestehend aus qualitativen Leitfadeninterviews und unterstützenden quantitativen Fragebögen, um ein differenziertes Bild der Einwandererperspektiven zu zeichnen.
Der Hauptteil befasst sich unter anderem mit der Motivation zur Einwanderung, der Bedeutung der französischen Sprache, der Akzeptanz republikanischer Werte durch die Einwanderer sowie der Kritik an der praktischen Umsetzung der Integrationskurse.
Zentrale Begriffe sind die "intégration républicaine", der "parcours d'intégration", die Unterscheidung zwischen Alt- und Neueinwanderern sowie der Aspekt der "immigration choisie" versus "subie".
Die Studie zeigt, dass viele Einwanderer die Unterzeichnung weniger als Zwang, sondern vielmehr als administrativen Akt oder "Eintrittskarte" für ihren weiteren Weg in Frankreich sehen.
Der Autor kommt zu der Hypothese, dass das Programm aufgrund der Diskrepanz zwischen staatlichem Anspruch und den individuellen Lebenszielen der Einwanderer nur eine begrenzte Wirksamkeit entfalten kann und die Hauptlast der Integration weiterhin beim Individuum liegt.
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