Diplomarbeit, 2009
146 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Einordnung der Ratingagenturen in die Corporate Governance
2.1 Corporate Governance
2.1.1 Definition von Corporate Governance
2.1.2 Theoretische Fundierung
2.1.3 Systematisierung der Corporate Governance Elemente
2.1.3.1 Interne Elemente
2.1.3.2 Externe Elemente
2.2 Informationsintermediäre in der Corporate Governance
2.2.1 Agency Theorie als Erklärungsmodell für die Informationsintermediäre
2.2.2 Wirtschaftsprüfer als Informationsintermediäre
2.2.2.1 Historische Entwicklung und Berufsbild
2.2.2.2 Internes Qualitätssicherungssystem
2.2.2.3 Externe Qualitätskontrolle
2.2.2.4 Transparenzberichterstattung
2.2.2.5 Kritische Würdigung des Wirtschaftsprüfers
2.2.3 Ratingagenturen als Informationsintermediäre
2.2.3.1 Historische Entwicklung und Aufgaben
2.2.3.2 Rating und Ratingprozess
2.2.3.3 Innere Organisation der Ratingagenturen
2.2.3.4 Kritische Würdigung der Ratingagenturen
2.3 Die Bedeutung der Informationsintermediäre für den Kapitalmarkt
2.4 Konklusion
3 Rolle der Ratingagenturen in der Finanzmarktkrise
3.1 Finanzmarktkrise
3.1.1 Grundlagen und Definition strukturierter Finanzprodukte
3.1.2 Verlauf der aktuellen Finanzmarktkrise und Analyse wechselseitiger Einflüsse
3.2 Funktion der Ratingagenturen in der Finanzmarktkrise
3.3 Konklusion
4 Aktuelle Ansätze und Forderungen bezüglich einer Regulierung der Ratingagenturen
4.1 Bisherige Regelungen
4.1.1 Vereinigten Staaten von Amerika
4.1.2 Bundesrepublik Deutschland und Europäische Union
4.1.3 Konklusion
4.2 Kritische Analyse aktuell geforderter Regulierungsmaßnahmen
4.2.1 IOSCO-Kodex
4.2.1.1 Darstellung
4.2.1.2 Kritische Würdigung
4.2.2 Der Vorschlag der Europäischen Kommission
4.2.2.1 Darstellung
4.2.2.2 Kritische Würdigung
4.2.3 Ausdehnung der Regelung des § 34b WpHG auf die Ratingagenturen
4.2.3.1 Darstellung
4.2.3.2 Kritische Würdigung
4.2.4 Konklusion
4.3 Eigenes Konzept zur Regulierung der Ratingagenturen
4.3.1 Darlegung des Konzepts
4.3.2 Wesentliche Bestandteile des Konzepts
4.3.2.1 Internes Qualitätssicherungssystem
4.3.2.2 Externe Qualitätskontrolle
4.3.2.3 Transparenzbericht
4.3.3 Konklusion
5 Zusammenfassung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, ein Konzept zur Regulierung von Ratingagenturen zu erarbeiten, das auf den derzeit geforderten Ansätzen basiert und die Agenturen durch ein internes Qualitätssicherungssystem (QSS) und eine Transparenzberichterstattung kontrollierbar macht, um deren Rolle als Informationsintermediäre im Rahmen der Corporate Governance zu stärken und das Vertrauen in den Kapitalmarkt wiederherzustellen.
2.2.3.2 Rating und Ratingprozess
Unter Rating wird im finanzwirtschaftlichen Sinne eine ordinalskalierte Klassifizierung der Kreditwürdigkeit des Schuldners verstanden. Somit ist das Rating keine Empfehlung zum Kaufen, Halten oder Verkaufen von Finanztiteln und auch keine Aussage über das erwartete absolute Bonitätsrisiko. Es darf auch nicht als eine Garantie für in Zukunft einzutretenden Erfolg gesehen werden. Es ist lediglich eine Bonitätsbeurteilung und gleichzusetzen mit einer Meinungsäußerung, die unter den Schutz des Art. 5 GG fällt.
Es wird unterschieden zwischen internem und externem Ratingansatz. Wenn der Kreditgeber selber die Bonität des Schuldners beurteilt, liegt ein internes Rating vor. Ein externes Rating (auch Standardansatz genannt) liegt vor, wenn eine RA die Bonitätsbeurteilung vornimmt. Im weiteren Verlauf dieser Arbeit ist mit Rating die externe Variante gemeint.
Die Vergleichbarkeit der Ratings soll durch die Ratingsymbole ermöglicht werden. Durch die Ratingsymbolik wird der internationale finanzwirtschaftliche Handel erleichtert. Hindernisse wie Landessprachen bestehen nicht, da das Rating als internationale Sprache verstanden wird. Doch sind die Ratingsymbole der RA nicht einheitlich festgelegt. An einigen Stellen gibt es immer noch unterschiedliche Formen und Auslegungen. Beim Rating wird keine bloße Rangfolge gebildet wie beim Ranking, sondern es findet die Einordnung bestimmter Objekte in vorgegebene Ratingkategorien statt. Die Ratingskalen reichen von AAA bis D. Grob lässt sich das Ratingergebnis auch klassifizieren in „Investment Grade“, was die vier höchstmöglichen Bonitätsstufen bezeichnet, und „Speculative Grade“, welches den restlichen Bonitätsstufungen entspricht.
Das Rating lässt sich unterteilen in Ratingobjekt, Ratinglaufzeit und Art des Auftragsverhältnisses. Beim Ratingobjekt ist zwischen Emissions- und Emittentenrating zu unterscheiden. Emittentenrating bezieht den Emittenten in seiner Gesamtheit mit ein. Damit hat das Emittentenrating eine zentrale Bedeutung gegenüber dem Emissionsrating, welches sich nur auf die Bewertung eines definierten Finanztitels bezieht. Der Auftraggeber der RA kann also sowohl der Emittent als auch der Investor oder die Agentur selbst sein. In den meisten Fällen geht die Initiative von den Emittenten aus. In anderen Fällen ist das Rating weniger aussagekräftig, da nur auf öffentlich zugängliche Daten zurückgegriffen werden kann und keine Kommunikation über bestehende Unsicherheiten stattfindet.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die problematische Gatekeeper-Rolle von Ratingagenturen (RA) und deren geringe Regulierung im Vergleich zu Wirtschaftsprüfern, wobei die Finanzmarktkrise als Auslöser für eine neue Regulierungsdiskussion dient.
2 Einordnung der Ratingagenturen in die Corporate Governance: Dieses Kapitel definiert Corporate Governance, erläutert die Rolle von Informationsintermediären (WP und RA) mittels Agency-Theorie und diskutiert die Notwendigkeit von Qualitätssicherungssystemen.
3 Rolle der Ratingagenturen in der Finanzmarktkrise: Hier werden die Ursachen der Finanzkrise, die Funktion der RA bei strukturierten Finanzprodukten und die daraus resultierende Vertrauenskrise als Marktversagen analysiert.
4 Aktuelle Ansätze und Forderungen bezüglich einer Regulierung der Ratingagenturen: Dieser Schwerpunkt vergleicht US-amerikanische mit europäischen Regulierungsansätzen, kritisiert aktuelle Entwürfe und leitet daraus ein eigenes Konzept ab.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit zusammen, Ratingagenturen durch interne Qualitätssicherung und Transparenzregeln kontrollierbar zu machen, um die Stabilität des Kapitalmarkts langfristig zu sichern.
Ratingagenturen, Corporate Governance, Finanzmarktkrise, Informationsintermediäre, Prinzipal-Agent-Theorie, Qualitätssicherungssystem, Marktversagen, Regulierung, Transparenzbericht, Abschlussprüfung, Basel II, Strukturierte Finanzprodukte, Investorenschutz, Bonitätsbeurteilung, Risikomanagement.
Die Arbeit untersucht die Rolle von Ratingagenturen als Informationsintermediäre innerhalb der Corporate Governance und entwickelt ein Konzept zur Regulierung dieser Agenturen vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus der Finanzmarktkrise.
Die zentralen Themen sind Corporate Governance, Informationsasymmetrien am Kapitalmarkt, die Funktionsweise und Regulierung von Wirtschaftsprüfern und Ratingagenturen sowie die kritische Analyse der EU-Regulierungsansätze für Ratingagenturen.
Das Ziel ist die Ausarbeitung eines Regulierungsmodells für Ratingagenturen, das Elemente der Wirtschaftsprüfer-Regulierung wie ein internes Qualitätssicherungssystem (QSS) und Transparenzberichte nutzt, um die Qualität und Verlässlichkeit von Ratings zu erhöhen.
Es handelt sich um eine freie wissenschaftliche Arbeit, die auf einer theoretischen Fundierung durch die neoinstitutionalistische Theorie (Prinzipal-Agent-Theorie) sowie einer vergleichenden Analyse bestehender Gesetze, Verhaltenskodizes und Regulierungsentwürfe basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung der Ratingagenturen, die Analyse ihrer Rolle während der Finanzmarktkrise, die kritische Diskussion aktueller Regulierungsansätze wie den IOSCO-Kodex und EU-Verordnungsvorschläge sowie die Vorstellung eines eigenen Konzepts zur Qualitätssicherung.
Die zentralen Begriffe sind Ratingagenturen, Corporate Governance, Finanzmarktkrise, Informationsintermediäre, Prinzipal-Agent-Theorie, Qualitätssicherungssystem und Marktversagen.
Da Wirtschaftsprüfer bereits erfolgreich als regulierte Informationsintermediäre in der Corporate Governance etabliert sind, dient deren System aus interner Qualitätssicherung, externer Kontrolle und Transparenzberichterstattung als praxiserprobte Vorlage für die Regulierung der bisher weniger streng regulierten Ratingagenturen.
Durch die Einführung eines internen Qualitätssicherungssystems, einer externen Qualitätskontrolle sowie strengerer Transparenz- und Unabhängigkeitsregeln soll das Ziel einer objektiven Bonitätsbeurteilung gestärkt und die Gefahr einseitiger Ratings minimiert werden.
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