Bachelorarbeit, 2009
33 Seiten, Note: 2,0
I. Einführung
II. Hauptteil
II.1.Simone de Beauvoir
II.1.1. Biographie
II.1.2. Das andere Geschlecht
II.2. Alice Schwarzer
II.2.1. Biographie
II.2.2. Paris – Zusammenarbeit mit Simone de Beauvoir
II.2.3. Der kleine Unterschied und seine groβen Folgen
II.2.4. Die Emma
II.3. Vergleich Beauvoir – Schwarzer
II.3.1. Abtreibung
II.4. Reputation
II.4.1. Simone de Beauvoir und Das andere Geschlecht
II.4.2. Alice Schwarzer und die Medien
II.4.3. Einordnung in die aktuelle Forschung
III. Resumée: Alice Schwarzer als Interpretin Simone de Beauvoirs?
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Simone de Beauvoirs theoretischen Thesen auf den Aktivismus von Alice Schwarzer. Im Fokus steht dabei die Gegenüberstellung der Ansichten beider Frauen zu zentralen gesellschaftlichen Themen, um aufzuzeigen, wie Schwarzer Beauvoirs Ideen adaptierte, weiterführte oder in der breiten Öffentlichkeit popularisierte.
II.1.2. Das andere Geschlecht
Nachdem sie bereits zehn Jahre als Philosophielehrerin gearbeitet und Romane veröffentlicht hatte, brachte Simone de Beauvoir 1949 Das andere Geschlecht heraus. In dem sehr umfangreichen Werk schilderte sie mit wissenschaftlicher Genauigkeit die gegenwärtige Situation der Frau, in ihrer historische Entwicklung und die Entwicklung zur Frau selbst. Sie untersuchte den Status der Frau durch ihre eigenen Beobachtungen und Lebenserfahrungen wie auch durch die Darstellung der Frau in der Belletristik, der Mythologie, der Geschichte, der Soziologie und besonders der Psychoanalyse.
In den Kapiteln zur Entwicklung beziehungsweise Prägung eines Kindes zur Frau benutzte sie viele ausführliche Lebensberichte als Beispiele. Sie erläutert eine Situation, in der ein Kind auf ein bestimmtes Verhalten geprägt wird und wie es dabei empfindet. Als Beleg fügt sie Beispiele an, dies kann unter anderem die Kindheitserfahrung einer nicht genauer benannten Person sein oder auch ein Bericht, den sie in einer nicht näher benannten Quelle gelesen hat.
Der Titel „Das andere Geschlecht“ zielt auf die Grundannahme ab, dass die Frau im Gegensatz zum Mann, als ‚das Andere‘ angesehen wird. Der Mann ist das Maß aller Dinge, die Frau weicht dem ab und muss sich an die Gegebenheiten -an das, was der Mann ihr lässt- anpassen. Sie ist passiv und abhängig. Die Frau ist das Geschlecht, während der Mann die Norm ist. Beauvoir zeigt auf, in wie vielen Lebensbereichen sich dies äußert, dessen sich weder Mann noch Frau sich bewusst sind.
I. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Frauenrechte und positioniert Simone de Beauvoirs Werk als zentralen Wendepunkt der feministischen Theoriebildung.
II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die Lebenswege, Werke und politischen Konzepte von Simone de Beauvoir und Alice Schwarzer sowie deren Verhältnis zueinander.
II.1.Simone de Beauvoir: Dieses Kapitel widmet sich der Biografie Beauvoirs und der wissenschaftlichen Fundierung ihres Hauptwerkes, das die Frau als das gesellschaftliche "Andere" definiert.
II.2. Alice Schwarzer: Es wird die Entwicklung Schwarzers von der jungen Aktivistin in Paris bis hin zur Herausgeberin der EMMA nachgezeichnet, wobei ihre methodische Herangehensweise an den Feminismus im Vordergrund steht.
II.3. Vergleich Beauvoir – Schwarzer: Hier werden die Positionen zu Abtreibung, Erwerbstätigkeit und gesellschaftlicher Stellung direkt gegenübergestellt und in den historischen Rechtskontext von Deutschland und Frankreich gesetzt.
II.4. Reputation: Das Kapitel untersucht die wissenschaftliche und öffentliche Rezeption der beiden Protagonistinnen und ordnet ihr Werk in den aktuellen Forschungsdiskurs ein.
III. Resumée: Alice Schwarzer als Interpretin Simone de Beauvoirs?: Das abschließende Resümee bewertet die Rolle Schwarzers als Vermittlerin und Modifikatorin der Thesen Beauvoirs für eine breitere Öffentlichkeit.
Feminismus, Simone de Beauvoir, Alice Schwarzer, Das andere Geschlecht, Der kleine Unterschied, Frauenbewegung, Emanzipation, Abtreibung, Patriarchat, Gender Studies, Erwerbstätigkeit, Mediale Rezeption, EMMA, Geschlechterrollen, Theorie und Aktivismus.
Die Arbeit analysiert das Verhältnis zwischen der feministischen Theoretikerin Simone de Beauvoir und der Aktivistin Alice Schwarzer, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrem Engagement für die Frauenrechte zu ergründen.
Die zentralen Themen umfassen den biographischen Hintergrund der Frauen, den Kampf um Abtreibungsrechte, die Bedeutung der Erwerbstätigkeit für die Unabhängigkeit und die mediale Darstellung feministischer Positionen.
Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Alice Schwarzer ihre aktivistische Arbeit direkt auf die Thesen Simone de Beauvoirs stützte und wie sie diese theoretischen Ansätze in der Praxis weiterentwickelte.
Die Arbeit nutzt eine vergleichende Literaturanalyse, bei der primäre Werke wie "Das andere Geschlecht" und "Der kleine Unterschied" mit sekundärer Forschungsliteratur und historischen Daten in Beziehung gesetzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die biografische Vorstellung beider Frauen, die vergleichende Analyse ihrer politischen Positionen zu gesellschaftlichen Schlüsselfragen und eine Untersuchung ihrer jeweiligen Reputation im akademischen und öffentlichen Raum.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Emanzipation, Feminismus, Patriarchat, Theorie-Praxis-Transfer und gesellschaftliche Gleichberechtigung beschreiben.
Während Beauvoirs Werk eine umfassende philosophische und intellektuelle Analyse liefert, zeichnet sich Schwarzers Buch durch eine alltagsnahe, provozierende Sprache aus, die direkt auf die Lebenswirklichkeit von Frauen abzielt.
Beide sehen in der Sexualität ein Instrument der Unterdrückung durch das Patriarchat. Schwarzer betont dabei jedoch stärker als Beauvoir die psychologischen Aspekte und die Notwendigkeit des aktiven, medialen Widerstandes.
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