Magisterarbeit, 2001
107 Seiten, Note: 1
Vorwort
1. Die Voraussetzungen der Vernetzung. Der Computer als digitales Schriftmedium
1.1. Die relevanten medientheoretischen Konzeptionen
1.1.1. Die medientheoretische Konzeption von Michael Heim
1.1.2. Die medientheoretische Konzeption von Friedrich Kittler
1.1.3. Die medientheoretische Konzeption von Michael Giesecke
1.2. Die Vernetzung der Texte. Die digitale Schriftlichkeit von Hypertext
1.2.1. Die theoretische Konzeption von Hypertextsystemen
1.2.2. Die technische Konzeption von Hypertextsystemen
2. Die Vernetzung als Kunst. Der fiktionale Hypertext
2.1. Der fiktionale Hypertext in der Theorie
2.1.1. Die Hypertextualität des Palimpsestes
2.1.2. Das Lesen und Schreiben von Hypertext
2.2. Der fiktionale Hypertext in der Praxis
2.2.1. Die „imaginäre Bibliothek“ von Heiko Idensen und Matthias Krohn
2.2.2. Die Abhängigkeit des Hypertexts von der Buchkultur
2.3. Die konzeptionellen Probleme des fiktionalen Hypertexts
3. Die Internetliteratur. Die Entstehung einer Literatur der Vernetzung.
3.1. Literaturwettbewerbe
4. Modell einer Ästhetik der Internetliteratur. Die medieninhärenten Wechselwirkungen
5. Ästhetik und Technik. Literaturprojekte der Semiosphäre
5.1. Theorie
5.2. Multimediale Internetliteratur
5.2.1. Die Kombination aus Text und Bild
5.2.1.1. „Die Aaleskorte der Ölig“ von Dirk Günther und Frank Klötgen
5.2.1.2. „Trost der Bilder“ von Jürgen Daiber und Jochen Metzger
5.2.2. Die Kombination aus Text und Ton
5.2.2.1. „Looppool“ von Bastian Boettcher
5.2.3. Die Projektion sprachlicher Strukturen auf die technische Ebene des Hypertexts
5.2.3.1. „Zeit für die Bombe“ von Susanne Berkenheger
5.2.3.2. „Hilfe“ von Susanne Berkenheger
5.2.4. Schlussfolgerungen
5.3. Computerheuristik als Objekt der Kunst
6. Kommunikation und Technik. Literaturprojekte der Kommunikationssphäre
6.1. Theorie
6.1.1. Psychotechnologie
6.1.2. Kognitive Wechselwirkungen
6.2. Mitschreibeprojekte
6.2.1. Thematisch ungebundene Mitschreibeprojekte
6.2.1.1. „Baal lebt“
6.2.1.2. „Assoziationsblaster“ von Dragan Espenschied und Alvar Freude
6.2.1.3. „Beim Bäcker“
6.2.2. Thematisch gebundene Mitschreibeprojekte
6.2.2.1. „TanGo“ von Martina Kieninger
6.2.2.2. „23:40“ von Guido Grigat
6.2.2.3. „Generationenprojekt” von Jan Ulrich Hasecke
6.2.3. Schlussfolgerungen
6.3. Die Visualisierung der Vernetzung
6.3.1. „IO_lavoro immateriale“
6.3.2. Schlussfolgerungen
7. Kreativität im virtuellen Raum
Ziel der Arbeit ist es, ein wissenschaftliches Modell zur Ästhetik der Internetliteratur zu entwickeln, um die mediale Transformation des Schreibens und Lesens im digitalen Zeitalter zu analysieren. Die Autorin untersucht dabei, wie sich Literatur von einem abgeschlossenen, statischen Werkbegriff hin zu prozessualen, vernetzten und interaktiven Formen wandelt.
Die Voraussetzungen der Vernetzung. Der Computer als digitales Schriftmedium
Der Computer ist das Gerät der elektronischen Datenverarbeitung. Er ist eine Maschine, die Informationen verarbeitet. Allein hierdurch wird schon ein grundlegendes, theoretisches Problem aufgeworfen, das sich wohl am einfachsten anhand traditioneller Technik verdeutlichen lässt: Sind die Erhebungen auf der Walze einer Drehorgel die Zeichen einer Schrift, deren Bedeutung dem Musikstück gleichkommt, oder sind sie lediglich Bestandteile der Mechanik des Geräts, das die Musik ertönen lässt? Beide Betrachtungsweisen sind berechtigt und richtig. Signifikant und Signifikat scheinen am Computer eins zu werden.
Zu einem technischen Medium wird der Computer dadurch, dass ein Computerprogramm Prozesse definiert, die durch den materiellen Rechner ausgeführt werden. Die Computerprogramme formalisieren Wege, bestimmte Aufgaben oder Probleme zu lösen. Diese Formalisierung durch das Programmieren erfüllt laut Krämer „die Bedingung des schriftlichen Symbolgebrauches, die Bedingung des schematischen Symbolgebrauches und die Bedingung des interpretationsfreien Symbolgebrauches“.
Tatsächlich steht die Schriftlichkeit des Computerprogramms für Schemata, für wiederholt abzuwickelnde Rechnerprozesse. Bedeutung erhält der Programmcode erst in dem Ausführen dieser Prozesse. Das Ausführen eines Prozesses ist als Tatbestand per se eindeutig. In dem Ausführen der Rechnerprozesse kann der Programmcode also nur eine einzige Bedeutung erhalten. Die Symbole des Programmcodes lassen keine Interpretationsfreiheit. Für das Ausführen des Programms muss der Programmcode digital, also in Form von 0/1-Informationen vorliegen. Das Digitalspeichern macht die Information zu einem physischen Zustand. Beim Magnetspeicher sind das die beiden remanenten Zustände bistabiler magnetischer Elemente. Spätestens hier ist eine vom Zeichen selbst unterschiedene Bedeutungsebene des Zeichens wohl kaum mehr auszumachen. Die symbolische Qualität der Programmiersprache geht in der Physis, also dem Erfahrbaren auf; sie diente nur dem Verstehen des menschlichen Programmierers.
1. Die Voraussetzungen der Vernetzung. Der Computer als digitales Schriftmedium: Untersucht den Computer als technisches und mediales Werkzeug, das Schriftlichkeit grundlegend verändert, indem es statische Zeichen in dynamische, prozesshafte elektrische Impulse überführt.
2. Die Vernetzung als Kunst. Der fiktionale Hypertext: Analysiert, wie Konzepte des Hypertextes, die ursprünglich für die Informationsorganisation gedacht waren, als literarische Experimente eingesetzt werden, um die Rolle des Autors und Lesers neu zu definieren.
3. Die Internetliteratur. Die Entstehung einer Literatur der Vernetzung.: Zeichnet die Anfänge der Netzliteratur in den 90er Jahren nach und beleuchtet die Rolle von Literaturwettbewerben für die mediale Aufmerksamkeit.
4. Modell einer Ästhetik der Internetliteratur. Die medieninhärenten Wechselwirkungen: Stellt ein Modell vor, das Internetliteratur als Resultat von Oszillationen und Wechselwirkungen zwischen technischer, ästhetischer und kommunikativer Ebene begreift.
5. Ästhetik und Technik. Literaturprojekte der Semiosphäre: Untersucht Projekte, die den Fokus auf die Kombination verschiedener Medien (Text, Bild, Ton) legen und wie diese die Wahrnehmungsmodi der Rezipienten beeinflussen.
6. Kommunikation und Technik. Literaturprojekte der Kommunikationssphäre: Analysiert kooperative Schreibprojekte wie Mitschreibeprojekte, bei denen die Vernetzung und der soziale Austausch der Teilnehmer im Mittelpunkt stehen.
7. Kreativität im virtuellen Raum: Reflektiert über die Möglichkeiten kreativer Partizipation in virtuellen Welten und deren Potenzial für ein neues Verständnis zwischenmenschlicher Kommunikation.
Internetliteratur, Hypertext, Digitalisierung, Medientheorie, Semiosphäre, Multimedialität, Interaktivität, Mitschreibeprojekte, Netzliteratur, Ästhetik des Digitalen, elektronische Medien, Literaturwissenschaft, Computerkultur, Hyperfiction
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Literatur und neuen elektronischen Medien. Sie analysiert, wie sich die Bedingungen für die Produktion, Rezeption und Form von Texten durch Computer und Internet verändern und welche ästhetischen Konsequenzen dies hat.
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Voraussetzungen durch Medientheorien (z.B. Heim, Kittler, Giesecke), die Entwicklung des Hypertexts, die Ästhetik der Internetliteratur sowie die sozialen Aspekte von Mitschreibeprojekten.
Das Ziel ist die Erstellung eines Erklärungsmodells für eine "Ästhetik der Internetliteratur", das eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der literarischen Praxis am Computer ermöglicht.
Die Arbeit stützt sich primär auf medientheoretische Konzepte, die systemtheoretische Ansätze mit einer kulturwissenschaftlichen Betrachtung verknüpfen, um konkrete Literaturprojekte im Internet zu analysieren.
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Sphären, wie die "Semiosphäre" (Fokus auf Multimedialität und Ästhetik) und die "Kommunikationssphäre" (Fokus auf Interaktivität und kooperatives Schreiben), anhand derer konkrete Projekte wie "Die Aaleskorte der Ölig" oder "Beim Bäcker" bewertet werden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Hypertext", "Netzliteratur", "Oszillation", "Multimedialität" und "Selbstreferentialität".
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die theoretisch postulierte Autonomie und kreative Freiheit des Lesers durch Hypertexte oft technisch eingeschränkt oder vom Zufall bestimmt wird, wodurch der Leser hinter seinen Erwartungen zurückbleiben kann.
Mitschreibeprojekte werden als Ausdruck eines sozialen Experiments gewertet. Die Autorin kritisiert jedoch, dass diese oft auf eine Restauration des traditionellen Autorengenies zulaufen, anstatt dieses radikal zu demontieren.
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