Bachelorarbeit, 2022
46 Seiten, Note: 2,1
I. Einleitung
II. Theoretische Grundlagen
II.1 Zweisprachigkeit
II.2 Arten sprachlicher Entlehnung im Sprachkontakt
II.2.1 Transferenz und Interferenz
II.2.2 Code-Switching
II.2.2.1 Morphologische Aspekte
II.2.2.2 Grammatikalische Unterscheidung: Syntax
II.2.2.3 Diskursmarker
II.3 Sprachkontakt Englisch – Spanisch
III. Aktueller Forschungsstand
IV. Analytischer Teil
IV.1 Darstellung Korpus
IV.2 Analyse
IV.2.1 Transferenz und Interferenz
IV.2.1.1 Lexikalisch-semantische Phänomene
IV.2.1.2 Grammatikalische Phänomene
IV.2.2 Sprachliche Aspekte des Code-Switching
V. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die sprachlichen Phänomene des Einflusses des Englischen auf den spanischen Sprachgebrauch bei Künstlern mit lateinamerikanischem Hintergrund, den sogenannten „artistas latinos“. Ziel ist es, anhand von Interviews der US-amerikanischen Sängerin Camila Cabello aufzuzeigen, wie Sprachkontaktprozesse bei zweisprachig aufgewachsenen Sprechern der ersten Generation ablaufen und welche spezifischen Mechanismen wie Transferenz, Interferenz und Code-Switching dabei zum Tragen kommen.
II.2.1 Transferenz und Interferenz
Die sprachliche Interferenz ist ein zentrales Konzept der Kontaktlinguistik, welches sich mit den linguistischen Auswirkungen von Sprachkontakt befasst und bei dem nach dem Prinzip des Borrowing Wörter aus der anderen Sprache ausgeliehen werden (vgl. Kabatek, 1997). Weinreich definiert sprachliche Interferenz klassisch wie folgt:
„Diejenigen Fälle der Abweichung von den Normen einer wie der anderen Sprache, die in der Rede von Zweisprachigen als Ergebnis ihrer Vertrautheit mit mehr als einer Sprache [sic!], d.h. als Ergebnis des Sprachkontaktes vorkommen, werden als Interferenzerscheinungen verzeichnet. (Weinreich 1953/1976, 15)“ (Kabatek, 1997, S. 234).
Demnach geht es um sprachliche Abweichungen in der Rede, aber auch in der Sprache allgemein. Weinreich unterscheidet daher zwischen Interferenzen in der parole (Rede) und in der langue (Sprache). „Damit wird als Interferenz einerseits ein auf sprachlichem Kontakt im Individuum beruhendes Redephänomen, andererseits die die auf Sprachkontakt beruhende fremdsprachliche Entlehnung einer Sprache bezeichnet.“ (Kabatek, 1997, S. 234-235). Im Gegensatz zu Weinreich definiert Kabatek (1997, S. 232) den Interferenzbegriff wie folgt:
„wenn Sprachen als Kommunikationssysteme von Gemeinschaften oder Gruppen verstanden werden, die im Sprechen der Individuen zum Ausdruck kommen, und wenn sich über die sprachliche Interferenz die Position des Individuums manifestiert, das im Spannungsfeld zwischen verschiedenen Gemeinschaften steht, so mü[ss]ten die Interferenzen [...] ein Bild abgeben von der Position im sozialen Raum, das Individuum bei der Produktion innegehabt oder eingenommen hat.“
Ein Problem hinsichtlich der Interferenz ist die "Abgrenzung gegenüber anderen Termini [...]: „The reason for much of the debate about it has to do with definition and identification and the extent to which it is distinct from other phenomena of language contact such as borrowing, transfer, convergence and code-switching“ (Romaine 1995, 51)“ (Kabatek, 1997, S. 233).
I. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Relevanz des Sprachkontakts zwischen Englisch und Spanisch in den USA sowie der spezifischen Fragestellung zur Untersuchung von Camila Cabello.
II. Theoretische Grundlagen: Erläuterung zentraler kontaktlinguistischer Konzepte wie Zweisprachigkeit, Interferenz und der verschiedenen Strategien und Ausprägungen des Code-Switching.
III. Aktueller Forschungsstand: Überblick über die linguistische Literatur zum Thema Sprachkontakt und die Einordnung der spezifischen Gruppe der „artistas latinos“.
IV. Analytischer Teil: Durchführung der empirischen Analyse des Korpus, unterteilt in die Untersuchung von Transferenz, Interferenz und verschiedenen Code-Switching-Mustern.
V. Fazit und Ausblick: Synthese der Analyseergebnisse, die den Einfluss des Englischen auf den spanischen Sprachgebrauch der Sängerin sowie ihre bewusste Sprachwahl bestätigen.
Sprachkontakt, Zweisprachigkeit, Interferenz, Transferenz, Code-Switching, Spanish, English, Spanglish, Borrowing, Diskursmarker, Kontaktlinguistik, Artistas Latinos, Camila Cabello, Intra-sentential, Sprachhybridität.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Sprachkontaktprozessen zwischen dem Englischen und dem Spanischen im Kontext der USA, illustriert am Beispiel von Interviews der lateinamerikanischen Künstlerin Camila Cabello.
Die zentralen Themen umfassen die linguistische Untersuchung von Hybridisierung, Entlehnungsphänomenen, der Dynamik von Zweisprachigkeit sowie der situativen Sprachverwendung im öffentlichen Diskurs.
Das Hauptziel ist es, die spezifischen sprachlichen Phänomene des kontaktierten Spanischen bei US-amerikanischen Künstlern der ersten Generation zu identifizieren und zu typologisieren.
Es handelt sich um eine korpusbasierte Analyse, wobei mündliche Transkripte von Interviews der Sängerin Camila Cabello aus dem Jahr 2021 hinsichtlich ihrer linguistischen Merkmale qualitativ ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Zweisprachigkeit und Code-Switching sowie die praktische Anwendung dieser Theorie auf das Transkript-Korpus, wobei insbesondere Transferenz und Interferenz analysiert werden.
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Kontaktlinguistik, Code-Switching, Transferenz, Interferenz und Soziolinguistik geprägt.
Die Biografie ist essenziell, da Cabellos hybrider kultureller Hintergrund als Kubanerin, Mexikanerin und US-Einwohnerin ihren spezifischen Sprachgebrauch und ihre Identitätsbildung maßgeblich beeinflusst.
Ja, ein Schwerpunkt liegt auf der sehr häufigen Verwendung des englischen Diskursmarkers „you know“ im spanischen Sprachfluss der Sängerin, was als typisches Merkmal für Sprecher der ersten Generation interpretiert wird.
Die Analyse hebt hervor, dass die Sängerin sich der teilweise fehlerhaften Übertragungen zwischen den Sprachen bewusst ist und häufig spontane Selbstkorrekturen vornimmt, um dem angestrebten sprachlichen Standard näherzukommen.
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