Masterarbeit, 2024
119 Seiten, Note: 2,3
I. Einleitung
II. Theoretische Grundlagen
II.1 Zweisprachigkeit
II.2 Sprachkontakt Englisch – Spanisch
II.3 Heritage Language Speaker
II.4 Phänomene des Sprachkontakts
II.4.1 Transferenz und Interferenz
II.4.2 Code-Switching
II.4.2.1 Morphologische Aspekte
II.4.2.2 Typologie syntaktischer Phänomene
II.4.2.3 Diskursmarker
II.5 Unterscheidung der sprachlichen Phänomene
III. Aktueller Forschungsstand
IV. Methodisches Vorgehen
V. Analytischer Teil
V.1 Das Korpus
V.2 Analyse
V.2.1 Transferenz und Interferenz
V.2.1.1 Lexikalisch-semantische Phänomene
V.2.1.2 Grammatikalische Phänomene
V.2. 2 Code-Switching
V.3 Vergleichende Analyse
VI. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht sprachliche Phänomene des Sprachkontakts zwischen Englisch und Spanisch bei US-amerikanischen Künstlern mit spanischer Muttersprache. Das zentrale Ziel ist es, unter der Forschungsfrage „Welche Phänomene des Sprachkontaktes sind bei US-Amerikanischen Sängerinnen und Sängern mit Spanisch als Muttersprache zu finden?“ die sprachlichen Einflüsse des Englischen auf den spanischen Sprachgebrauch der sogenannten Artistas Latinos zu identifizieren und zu klassifizieren.
II.4.1 Transferenz und Interferenz
In der spanischen Sprachwissenschaft wie auch in der allgemeinen Linguistik sind die Begriffe Interferenz und Transferenz zentral, wenn es um die Beschreibung sprachlicher Phänomene geht. Diese Konzepte sind besonders in der Untersuchung bilingualer Sprecher oder von Sprachkontaktsituationen relevant.
Sprachliche Interferenz stellt ein zentrales Konzept der Kontaktlinguistik dar, welches die linguistischen Auswirkungen von Sprachkontakt behandelt und bei dem, nach dem Prinzip des Borrowing, Lexeme aus einer anderen Sprache entliehen werden (vgl. Kabatek 1997). Weinreich definiert sprachliche Interferenz klassischerweise wie folgt:
„Diejenigen Fälle der Abweichung von den Normen der einen wie der anderen Sprache, die in der Rede von Zweisprachigen als Ergebnis ihrer Vertrautheit mit mehr als einer Spache [sic!], d. h. als Ergebnis des Sprachkontaktes vorkommen, werden als I n t e r f e r e n z erscheinungen verzeichnet. (Weinreich 1953/1976, 15)“ (Kabatek 1997: 234).
Demnach geht es um sprachliche Abweichungen in der Rede, aber auch in der Sprache allgemein. Weinreich unterscheidet daher zwischen Interferenzen in der parole (Rede) und in der langue (Sprache). „Damit wird als Interferenz einerseits ein auf sprachlichem Kontakt im Individuum beruhendes Redephänomen, andererseits die auf Sprachkontakt beruhende fremdsprachliche Entlehnung einer Sprache bezeichnet.“ (Kabatek 1997: 234f).
Im Gegensatz zu Weinreich definiert Kabatek (1997) den Interferenzbegriff wie folgt:
„wenn Sprachen als Kommunikationssysteme von Gemeinschaften oder Gruppen verstanden werden, die im Sprechen der Individuen zum Ausdruck kommen, und wenn sich über die sprachliche Interferenz die Position des Individuums manifestiert, das im Spannungsfeld zwischen verschiedenen Gemeinschaften steht, so mü[ss]ten die Interferenzen […] ein Bild abgeben von der Position im sozialen Raum, die das Individuum bei der Produktion innegehabt oder eingenommen hat.“ (1997:232)
I. Einleitung: Einführung in die Thematik der Migration und des Sprachkontakts zwischen Englisch und Spanisch in den USA mit Fokus auf die Forschungsfrage.
II. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Grundlagen der Zweisprachigkeit, Heritage Language Speaker sowie verschiedener Phänomene des Sprachkontakts wie Transferenz, Interferenz und Code-Switching.
III. Aktueller Forschungsstand: Überblick über existierende linguistische Forschung zum Sprachkontakt und zur Mehrsprachigkeit.
IV. Methodisches Vorgehen: Beschreibung des angewandten gesprächsanalytischen Transkriptionssystems (GAT 2) zur Untersuchung der Interviews.
V. Analytischer Teil: Detaillierte Analyse der Interviews der vier Künstler hinsichtlich Transferenz, Interferenz und Code-Switching sowie eine vergleichende Analyse der Ergebnisse.
VI. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse über die spezifischen Sprachgebrauchsmuster der Artistas Latinos und Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
Sprachkontakt, Englisch, Spanisch, Bilingualismus, Artistas Latinos, Transferenz, Interferenz, Code-Switching, Borrowing, Heritage Language Speaker, Sprachliche Phänomene, Interviewanalyse, GAT 2, Transkription, Sprachwandel
Die Arbeit untersucht Sprachkontaktphänomene zwischen Englisch und Spanisch bei US-amerikanischen Künstlern, die mit Spanisch als Muttersprache aufgewachsen sind, jedoch in einer englischsprachigen Umgebung leben.
Zentrale Themen sind Bilingualismus, der Einfluss des Englischen auf das Spanische (Transferenz, Interferenz), lexikalische Entlehnungen (Borrowing) und das Phänomen des Code-Switching.
Das Ziel ist es, die spezifischen Phänomene des Sprachkontaktes zu identifizieren und zu klassifizieren, die bei US-amerikanischen Sängerinnen und Sängern mit Spanisch als Muttersprache in Interviews auftreten.
Es wird eine qualitative Interviewanalyse auf Basis des Gesprächsanalytischen Transkriptionssystems 2 (GAT 2) durchgeführt.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung, einen Überblick über den Forschungsstand, die methodische Vorgehensweise sowie eine detaillierte Analyse und einen Vergleich von Interviews mit Camila Cabello, Jennifer Lopez, Luis Fonsi und Romeo Santos.
Wichtige Begriffe sind Sprachkontakt, Code-Switching, Artistas Latinos, Bilingualismus und Transferphänomene.
Das Konzept ist zentral, da die untersuchten Künstler zwar Spanisch als Herkunftssprache ("Heritage Language") besitzen, jedoch aufgrund ihrer Biografie in den USA stark vom Englischen als Alltagssprache geprägt sind.
Die Analyse zeigt, dass Camila Cabello häufig zwischen Spanisch und Englisch wechselt, insbesondere bei Fachbegriffen und zur Vermeidung von Wortfindungsschwierigkeiten, wobei sie auch hybride Lexeme bildet.
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