Bachelorarbeit, 2008
132 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Erkenntnistheoretisches Interesse
1.2 Relevanz des Themas
1.3 Aktueller Forschungsstand
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Begriffserklärungen
2. 1 Kindheit
2.2 Theologie
3 Lebenssituation und Entwicklung der Kinder
3.1 Aufwachsen in pluralen postmodernen Zusammenhängen
3.2 Entwicklungspsychologische Aspekte
3.2.1 Die Bedeutung frühkindlicher Wurzeln der religiösen Entwicklung des Menschen nach Erik H. Erikson
3.2.2 Die kognitive Entwicklung des Kindes nach Jean Piaget
3.2.3 Die Entwicklung des moralischen Urteils nach Lawrence Kohlberg
3.3 Religionspsychologische Aspekte
3.3.1 Die Entwicklung des Glaubens nach James Fowler
3.3.2 Die Entwicklung der Stufen des religiösen Urteils nach Fritz Oser und Paul Gmünder
3.4 Das Recht des Kindes auf Religion
3.5 Konsequenzen für den Kindergottesdienst aus den verschiedenen entwicklungs- und religionspsychologischen Modellen
3.5.1 Jean Piagets Theorie bezogen auf den Kindergottesdienst
3.5.2 Lawrence Kohlbergs Modell bezogen auf den Kindergottesdienst
3.5.3 James Fowlers Modell bezogen auf den Kindergottesdienst
3.5.4 Fritz Osers und Paul Gmünders Modell bezogen auf den Kindergottesdienst
3.6 Zwischenfazit
4 Kinderkirche
4.1 Was ist Kindergottesdienst?
4.2 Geschichtliche Entwicklung des Kindergottesdienstes
4.2.1 Das diakonisch und elementar-pädagogische Konzept der Sonntagsschule in England und seine Anfänge in Deutschland
4.2.2 Das gemeindemissionarische Konzept der Sonntagsschule aus den USA und seine Verbreitung in Deutschland
4.2.3 Die Entwicklung von der Sonntagschule zum Kindergottesdienst
4.2.4 Die Konzeptionsdebatte um den evangelischen Kindergottesdienst seit 1961
4.3 Leitziele in der Arbeit mit Kindern
4.4 Entwicklungen und Herausforderungen des 21. Jahrhundert im Kindergottesdienstes der badischen Landeskirche
4.4.1 Entwicklung der Zahlen
4.4.2 Formen und Rhythmen der Kindergottesdienste
4.5 Kinder im Kindergottesdienst
4.6 Mitarbeiter im Kindergottesdienst
4.6.1 Entwicklungen in der Landeskirche Baden
4.6.2 Schulungskonzepte
4.7 Exkurs: Stellung des Kindes in der Gemeinde
4.8 Zwischenfazit
5 Kindertheologie
5.1 Definition
5.2 Entstehung der Kindertheologie
5.2.1 Vorausgegangene Impulse der Kindertheologie
5.2.2 Entwicklungspsychologie
5.2.3 Kinderphilosophie
5.3 Theologieverständnis in der Kindertheologie
5.4 Legitimation der Kindertheologie
5.4.1 Pädagogische Legitimation
5.4.2 Theologische Legitimation
5.5 Grundsätze und Standards
5.5.1 Kinder als Subjekte des Glaubens
5.5.2 Kinder als Exegeten- kindertheologische Bibeldidaktik
5.6 Zwischenfazit
6 Kindertheologie im Kindergottesdienst
6.1 Kindertheologische Kriterien für einen subjektorientierten Kindergottesdienst
6.1.1 Theologie der Kinder wahrnehmen
6.1.2 Kindern Möglichkeiten verschaffen zu theologisieren
6.1.3 Mut Gewohntes zu verlassen
6.2 Konsequenzen für die Arbeit mit Kindern
6.2.1 Methoden der Kindertheologie
6.2.2 Kompetenzen der Mitarbeitenden
6.3 Exkurs: Kommunikationsprozesse
6.4 Grenzen der Kindertheologie im Kindergottesdienst
6.5 Zwischenfazit
7 Godly Play- ein religionspädagogisches Konzept zum Theologisieren mit Kindern?
7 .1 Ablauf des Konzepts
7. 2 Ziel des Konzepts
7. 3 Konzeptionelle Besonderheiten
7. 4 Chancen und Grenzen des "Godly Play"- Ansatzes
7. 5 "Godly Play" bezogen auf die Kindertheologie
7. 6 Zwischenfazit
8 Rolle der Mitarbeiter im Kindergottesdienst
8.1 Die Bedeutung Kindergottesdienstmitarbeiter zu sein
8.2 Qualifikationen der Mitarbeiter
8.3 Zwischenfazit
9 Materialentwurf für einen subjektorientierten Kindergottesdienst
9.1 Thema des Kindergottesdienstes
9.2 Sachanalyse
9.2.1 Kursexegese
9.2.2 Die Bedeutung der Parabel für die Lebenswelt der Kinder
9.2.3 Die Bedeutung der Parabel in Bezug auf die Mitarbeiter und die Relevanz des Themas für den Kindergottesdienst
9.3 Didaktisch-methodische Analyse
9.3.1 Bezug auf den "Plan für den Kindergottesdienst"
9.3.2 Einordnung der Kindergottesdienststunde in die Kindergottesdienst-einheit
9.3.3 Lernziel für die Kindergottesdienststunde
9.4 Materialverlauf und liturgische Phasen- didaktisch und methodisch analysiert
9.4.1 Zusammenkommen und Eröffnen
9.4.2 Hören und Antworten
9.4.3 Feiern
9.4.4 Sendung und Segen
9.5 Theologisieren mit Kindern am Beispiel der Parabel vom verlorenen Sohn
9.5.1 Das fiktive Theologisieren mit Kindern
9.5.2 Raum zur Vertiefung
9.6 Alternativen
9.7 Zwischenfazit
10 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Kindertheologie für den Kindergottesdienst, um Kriterien für eine subjektorientierte Gestaltung zu entwickeln, die Kinder als aktive Akteure in Glaubensprozessen begreift.
6.1.2 Kindern Möglichkeiten verschaffen zu theologisieren
Kinder merken es, wie authentisch ein Mitarbeiter ist. Wenn Kinder als Subjekte wahrgenommen werden und ihre Fragen, Sorgen und Deutungen ernst genommen werden, werden sich Kinder langsam den Mitarbeitern gegenüber öffnen. Im Kindergottesdienst kann ein geschützter Ort entstehen, wo Kinder sich trauen ihre Gedanken zu äußern. Dies kann einmal im theologischen Gespräch stattfinden. EBERHARD DIETRICH werte 1988 Gespräche nach Erzählungen ab. Es war für ihn ein Zeichen, dass der Erzähler nicht überzeugt von seiner Tätigkeit war und den Inhalt erneut vermitteln wollte. Heute werden Gespräche nach Erzählungen nicht mehr so negativ gedeutet. Dennoch kommen nicht selten Spiel- oder Bastelaktionen nach Geschichte. Sie können Gedanken der Geschichte aufgreifen, aber sie ersetzten nicht das Reflektieren der Geschichte. Mitarbeiter müssen in diesem Bereich dementsprechend kompetent sein, um Gespräche zu moderieren. Denn in Gesprächen können Kinder das Erlebte bei einer Geschichte aufarbeiten. Sie können auch ihre Fragen der Gruppe mitteilen. Am einfachsten fällt es Kindern sich zu öffnen, wenn die Gruppe nicht zu groß ist. Auch alters- und geschlechtsspezifische Gruppeneinteilungen können den Affekt verstärken.
Kinder lernen am Besten, wenn die verschiedenen Sinne angesprochen werden. So eignet sich auch die Methode des Malens, Spielens, Zeichnens oder des Rollenspiels, um Kindern weitere Möglichkeiten zu bieten, um ihre religiösen Gedanken auszudrücken. Genauso können Lieder und Gebete Gedanken der Kinder ausdrücken. Diese weiteren Gestaltungsmöglichkeiten bieten Kindern die Chance ihre eigenen Deutungen einzubringen, die für sie eventuell schwer in Worte zu fassen sind. Gerade Kinder, die sich in Gesprächen eher zurückhalten, können sich hier, m.E, wieder voll einbringen.
1 Einleitung: Die Einleitung legt das erkenntnistheoretische Interesse dar, begründet die Relevanz des Themas und beschreibt den aktuellen Forschungsstand der Kindertheologie sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Begriffserklärungen: Hier werden die zentralen Begriffe „Kindheit“ und „Theologie“ im Kontext dieser Arbeit definiert, um ein fundiertes Verständnis für die anschließenden Analysen zu schaffen.
3 Lebenssituation und Entwicklung der Kinder: Dieses Kapitel beleuchtet die Lebenswelt von Kindern in der Postmoderne und analysiert verschiedene entwicklungspsychologische Stufenmodelle, um deren Relevanz für den Kindergottesdienst abzuleiten.
4 Kinderkirche: Der Fokus liegt auf der Geschichte und den Herausforderungen des Kindergottesdienstes, wobei auch spezifische Entwicklungen der badischen Landeskirche und Leitziele für die Arbeit mit Kindern aufgezeigt werden.
5 Kindertheologie: Hier wird die Kindertheologie definiert, ihr Ursprung und ihre Legitimation beleuchtet sowie Standards für das Theologisieren mit Kindern erarbeitet.
6 Kindertheologie im Kindergottesdienst: Die Autorin leitet praxisbezogene Kriterien und Konsequenzen für einen subjektorientierten Kindergottesdienst ab und thematisiert notwendige Kompetenzen der Mitarbeitenden.
7 Godly Play- ein religionspädagogisches Konzept zum Theologisieren mit Kindern?: Es wird das Konzept „Godly Play“ vorgestellt, kritisch analysiert und auf seine Eignung für eine subjektorientierte Kindertheologie im Gottesdienst geprüft.
8 Rolle der Mitarbeiter im Kindergottesdienst: Dieser Abschnitt betont die entscheidende Rolle der Mitarbeitenden als Schlüssel für eine subjektorientierte Arbeit und erörtert deren notwendige Qualifikationen und Begleitung.
9 Materialentwurf für einen subjektorientierten Kindergottesdienst: Eine Theorie- und Praxisverknüpfung am Beispiel einer Unterrichtseinheit zum Gleichnis vom verlorenen Sohn.
10 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und ein Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Kindertheologie in der kirchlichen Praxis.
Kindertheologie, Kindergottesdienst, Subjektorientierung, Religionspädagogik, Entwicklungspsychologie, Gottesbild, Theologisieren, Godly Play, Mitarbeitende, Glaubensentwicklung, Religiöse Bildung, Subjekt des Glaubens, Hermeneutik, Didaktik, Kindheit
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der Kindertheologie für den Kindergottesdienst und untersucht, wie dieser stärker auf die religiösen Bedürfnisse und Denkweisen von Kindern ausgerichtet werden kann.
Zentrale Themen sind die Lebenswelt von Kindern in der Postmoderne, verschiedene entwicklungspsychologische Ansätze, die Geschichte und Praxis des Kindergottesdienstes sowie die Eignung kindertheologischer Konzepte wie "Godly Play".
Ziel der Arbeit ist es, Kriterien für einen subjektorientierten Kindergottesdienst herauszuarbeiten, in dem Kinder als Subjekte ihres Glaubens ernst genommen und in ihrem Theologisieren gefördert werden.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch entwicklungspsychologische und religionspädagogische Literatur sowie der Entwicklung eines eigenen Materialentwurfs, um Theorie und Praxis zu verknüpfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung (Psychologie, Kindertheologie), die Analyse der Praxis im Kindergottesdienst (inkl. Konzepte wie "Godly Play") und eine konkrete Praxisverknüpfung durch einen beispielhaften Materialentwurf.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Kindertheologie, Subjektorientierung, religiöse Bildung, Kind-Gott-Beziehung und pädagogische Kompetenz charakterisieren.
Die Mitarbeitenden werden als zentraler Schlüssel für eine erfolgreiche, subjektorientierte Arbeit angesehen; ihre Haltung, Wahrnehmungskompetenz und kontinuierliche Schulung sind entscheidend für den theologischen Dialog mit Kindern.
Der Materialentwurf zum Gleichnis vom verlorenen Sohn zeichnet sich durch eine ergebnisoffene Gestaltung aus, die es den Kindern ermöglichen soll, ihre eigenen Zugänge zur biblischen Geschichte zu finden, statt vorgefertigte Interpretationen zu übernehmen.
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