Examensarbeit, 2010
62 Seiten, Note: 1,7
1. Margaret Thatcher
1.1 Sozialer Aufstieg und beruflicher Werdegang
1.2 Der Weg in die Downing Street 10
2. Die wirtschaftliche Situation Großbritanniens im Vorfeld des Jahres 1979
3. Wirtschaftspolitik Margaret Thatchers
3.1 Grundlagen und Ziele der Thatcherschen Wirtschaftspolitik
3.2 Wirtschaftspolitische Praxis
3.2.1 Geldpolitik der Regierung Thatcher
3.2.1.1 Geldpolitische Maßnahmen
3.2.1.2 Fazit der Geldpolitik
3.2.2 Finanzpolitik der Regierung Thatcher
3.2.2.1 Finanzpolitische Maßnahmen
3.2.2.2 Fazit der Finanzpolitik
3.2.3 Privatisierungs- und Deregulierungspolitik der Regierung Thatcher
3.2.3.1 Maßnahmen der Privatisierungs- und Deregulierungspolitik
3.2.3.2 Fazit der Privatisierungs- und Deregulierungspolitik
3.2.4 Gewerkschaftspolitik der Regierung Thatcher
3.2.4.1 Gewerkschaftspolitische Maßnahmen
3.2.4.2 Fazit der Gewerkschaftspolitik
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirtschaftspolitik von Margaret Thatcher unter der Leitfrage, inwieweit diese als Erfolgsgeschichte zu bewerten ist. Dabei wird der Fokus auf den Übergang von einer keynesianisch geprägten Wirtschaftspolitik hin zum Monetarismus gelegt, um die Auswirkungen auf die britische Ökonomie kritisch zu analysieren.
3.1 Grundlagen und Ziele der Thatcherschen Wirtschaftspolitik
Bevor wir uns die einzelnen Aspekte der Thatcherschen Wirtschaftspolitik anschauen, ist es von großer Bedeutung die Grundlagen und Ziele näher zu behandeln. Während die Grundlagen dazu dienen, die späteren ökonomischen Entscheidungen der „Eisernen Lady“ einzuordnen, sind die vorher herausgegebenen Ziele für einen späteren Vergleich mit dem tatsächlich Erreichten höchst interessant.
Zunächst einmal gilt es zu sagen, dass alle britischen Nachkriegsregierungen vor Margaret Thatcher eine keynesianische Wirtschaftspolitik verfolgt hatten. Überhaupt war dieses wirtschaftspolitische Konzept international jahrzehntelang unbestritten und vorherrschend.
Aber was bedeutet Keynesianismus überhaupt? Der Grundgedanke des Keynesianismus besagt, dass der Markt an sich instabil ist, das heißt der Staat durch Eingriffe dessen Stabilität künstlich herstellen muss. Das ganze sieht folgendermaßen aus: Das Gesamteinkommen einer Volkswirtschaft wird kurzfristig vor allem durch die Ausgabenwünsche der Haushalte und Unternehmen sowie der des Staates bestimmt. Logischerweise ist es so, dass mit Anwachsen der geplanten Ausgaben auch mehr Waren und Dienstleistungen verkaufbar sind. Daraus wiederum folgt eine höhere Produktion, die mehr Arbeiter benötigt. Dieser Logik folgend hat der Staat in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Investitionen zu tätigen, um Rezessionen entgegen zu wirken. Man redet in diesem Zusammenhang auch von „deficit spending“. Um nun genügend Kapital für diese staatliche Intervention zur Verfügung zu haben, sollte der Staat in Zeiten des ökonomischen Aufschwungs Rücklagen tätigen. Die Verfolgung sozialer Ziele spielt beim Keynesianismus darüber hinaus eine zentrale Rolle.
1. Margaret Thatcher: Dieses Kapitel zeichnet den sozialen Aufstieg der Politikerin sowie ihren Weg an die Spitze der Conservative Party nach, um die persönlichen und ideologischen Hintergründe ihrer Politik verständlich zu machen.
2. Die wirtschaftliche Situation Großbritanniens im Vorfeld des Jahres 1979: Hier wird der ökonomische Niedergang Großbritanniens in der Nachkriegszeit beleuchtet, geprägt durch niedrige Produktivität, hohe Inflation und starke gewerkschaftliche Konflikte.
3. Wirtschaftspolitik Margaret Thatchers: Das Kernkapitel analysiert den Paradigmenwechsel vom Keynesianismus zum Monetarismus und untersucht detailliert die Praxis der Geld-, Finanz-, Privatisierungs- und Gewerkschaftspolitik.
4. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die ökonomischen Ergebnisse der Ära Thatcher zusammen und bewertet die Erfolge und Misserfolge unter Berücksichtigung der unterschiedlichen politischen Sichtweisen.
Margaret Thatcher, Monetarismus, Keynesianismus, Wirtschaftspolitik, Großbritannien, Inflation, Privatisierung, Deregulierung, Gewerkschaften, Arbeitslosigkeit, Haushaltskonsolidierung, Steuersystem, Eiserne Lady, Wirtschaftsreform, Staatsverschuldung
Die Arbeit analysiert die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der britischen Regierung unter Margaret Thatcher in den 1980er Jahren und deren Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Zu den zentralen Bereichen zählen die Geldpolitik, die Finanzpolitik, der Prozess der Privatisierung und Deregulierung sowie die Neugestaltung der Gewerkschaftsgesetzgebung.
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob die Wirtschaftspolitik Thatchers als eine Erfolgsgeschichte bezeichnet werden kann oder ob die Erfolge von erheblichen Fehltritten und sozialen Härten überschattet wurden.
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Untersuchung der wirtschaftspolitischen Konzepte, basierend auf einer fundierten Literatur- und Quellenrecherche zur Ära Thatcher.
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des Monetarismus im Gegensatz zum Keynesianismus erläutert und deren praktische Umsetzung durch Reformen in den Bereichen Steuern, Staatsbetriebe und Tarifverhandlungen detailliert analysiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Monetarismus, Privatisierung, Inflationsbekämpfung, Gewerkschaftsschwächung und den Strukturwandel der britischen Wirtschaft geprägt.
Der "Winter des Unmuts" (1978/79) war eine Phase massiver Streiks, die die Unfähigkeit der Labour-Regierung zur Kontrolle der Wirtschaft und Gewerkschaften aufzeigte und den politischen Boden für den Amtsantritt Margaret Thatchers bereitete.
Der Autor bewertet die Privatisierung als eines der Markenzeichen der Regierung Thatcher, die zur Effizienzsteigerung und zur breiteren Streuung von Aktienbesitz beitrug, auch wenn die kurzfristige Umsetzung teils kritisch hinterfragt wird.
Unter Thatcher wurden die Gewerkschaften durch verschiedene Gesetze (Employment Acts) demokratisiert, in ihrer rechtlichen Immunität eingeschränkt und in ihrer Macht, Tarifverhandlungen zu dominieren, geschwächt.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Begriff "Erfolgsgeschichte" vermessen ist, da signifikante Fehltritte, insbesondere in der Geldpolitik, auftraten, man jedoch objektiv von einer insgesamt erfolgreicheren Wirtschaftspolitik als zu Beginn sprechen kann.
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