Bachelorarbeit, 2020
55 Seiten, Note: 1
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
1 Einleitung
2 Fachwissenschaftliche Grundlagen
2.1 Begriffsabgrenzung ‚Migration‘ und ‚Integration‘
2.2 Entwicklung der österreichischen Migration seit 1995
2.3 Konzepte und Erscheinungsformen der Migration
2.4 Herkunft und Verteilung der in Österreich lebenden Bevölkerung mit Migrationshintergrund
3 Wirtschaftliche Situation der in Österreich lebenden Bevölkerung mit Migrationshintergrund
3.1 Bildungsstand
3.2 Erwerbsleben und Berufliche Stellung
3.3 Wohnen und räumlicher Kontext
4 Ökonomische Effekte der Migration nach Österreich
4.1 Beitrag der Gastarbeiterzuwanderung zum österreichischen Sozialsystem
4.2 Rolle der Migration hinsichtlich des demografischen Wandels
4.3 Beitrag hochqualifizierter migrantischer Arbeitskräfte zur österreichischen Innovationskraft
4.4 Einfluss der Migration auf das Wirtschaftswachstum
5 Fazit
8 Anhang
8.1 Bevölkerung mit Migrationshintergrund 2019 nach Bundesländern
8.2 Leitfaden zum Interview
8.3 Transkription des Interviews
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Zuwanderung und der wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs. Dabei wird die wirtschaftliche Situation von Menschen mit Migrationshintergrund analysiert und die ökonomischen Auswirkungen von Migration auf das österreichische Sozialsystem, den demografischen Wandel, die Innovationskraft sowie das Wirtschaftswachstum kritisch beleuchtet.
4.1 Beitrag der Gastarbeiterzuwanderung zum österreichischen Sozialsystem
Dass ein gut funktionierendes Sozialsystem mit einer stabilen Wirtschaft einhergeht, welche das Ziel einer hohen Beschäftigungsanzahl verfolgt, da anderenfalls das Funktionieren des Sozialsystems bedroht wäre, überrascht wenig (Polipedia, 2013). Welchen Beitrag die Migration zum Aufbau und Erhalt des österreichischen Sozialsystems leistete, wird in diesem Abschnitt zum Thema gemacht. Eine mit der Migration nach Österreich einhergehende wirtschaftliche Auswirkung äußert sich in Anbetracht des heutigen österreichischen Sozialsystems. Diesbezüglich verweist XY zunächst auf die österreichische Migrationsgeschichte, im Zuge dessen sie die in den 1960er- und 1970er-Jahren gängige Gastarbeiterzuwanderung positiv hervorhebt. XY zufolge impliziere die Abwanderung österreichischer zum Teil hoch- und höchstqualifizierter Arbeitskräfte in den 1960er-Jahren und zu Beginn der 1970er-Jahre eine Arbeitskräfteknappheit, die mit dem zur Verfügung stehenden Arbeitskräftepotenzial nicht kompensiert werden konnte (IGB, 2020).
Demzufolge reichte die Zahl an arbeitslosen und unselbstständig beschäftigten Österreicherinnen und Österreichern nicht aus, um den damaligen Arbeitskräftemangel auszugleichen (Arbeitsmarktservice Österreich, 2020), weshalb Österreich auf die Ressource ‚Gastarbeiterzuwanderung‘ zurückgriff (IGB, 2020). Dabei verweist die 71-jährige Migrationsexpertin explizit auf den Beitrag zur Schaffung eines Sozialsystems, das sich nur entwickeln konnte, da „die Gastarbeiter hier [in das Sozialsystem, d. Verf.] hineingezahlt haben […], ohne etwas herauszuholen“ (ebd.). In einer Untersuchung des Europäischen Migrationsnetzwerkes mit dem Titel ‚The Impact of Immigration on Austria’s Society‘, in der sich Biffl (2004) mit den ökonomischen Auswirkungen der Zuwanderung nach Österreich auseinandersetzt, merkt die Migrationsforscherin an, dass die Ursache, weshalb die Betroffenen mehr in das Sozialsystem hineinzahlten als sie ausbezahlt bekamen, darin liege, da es sich überwiegend um Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter im ‚besten Alter‘ handle (S. 14).
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Migration in Österreich unter Berücksichtigung historischer und aktueller gesellschaftlicher sowie politischer Entwicklungen.
2 Fachwissenschaftliche Grundlagen: Definition der zentralen Begriffe Migration und Integration sowie Darstellung der historischen Entwicklung der österreichischen Migrationspolitik seit 1995 und relevanter Migrationskonzepte.
3 Wirtschaftliche Situation der in Österreich lebenden Bevölkerung mit Migrationshintergrund: Analyse der sozioökonomischen Lage von Migranten anhand der Indikatoren Bildungsstand, Erwerbsleben und Wohnsituation.
4 Ökonomische Effekte der Migration nach Österreich: Kernstück der Arbeit, welches auf Basis eines Experteninterviews ökonomische Auswirkungen auf Sozialsystem, Demografie, Innovationskraft und Bruttoinlandsprodukt diskutiert.
5 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Untersuchungsergebnisse und Bestätigung der Notwendigkeit weiterer Forschung zur ökonomischen Bedeutung von Migration für Österreich.
Migration, Integration, Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt, Sozialsystem, Gastarbeiter, Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Innovationskraft, BIP, Bildungsstand, Erwerbstätigkeit, Zuwanderung, Österreich, Qualitative Forschung
Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Analyse der Migration nach Österreich und untersucht, wie sich Zuwanderung auf die heimische Wirtschaft, Gesellschaft und das Sozialsystem auswirkt.
Zentrale Themen sind die wirtschaftliche Integration von Migranten, die Rolle der Zuwanderung für das Pensions- und Sozialsystem, der Umgang mit dem Fachkräftemangel sowie der Einfluss auf das Wirtschaftswachstum.
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welcher Zusammenhang zwischen Zuwanderung und der wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs besteht, gestützt durch Daten und ein Experteninterview.
Die Autorin kombiniert eine literaturgestützte Datenauswertung mit einem qualitativen, leitfadengestützten Experteninterview.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der fachwissenschaftlichen Grundlagen, eine Analyse der aktuellen Erwerbs- und Wohnsituation von Migranten sowie die Diskussion ökonomischer Effekte mit einer Migrationsexpertin.
Migration, Wirtschaftswachstum, Arbeitsmarkt, Demografischer Wandel und Sozialsystem sind die prägenden Begriffe.
Die Zuwanderung erwerbsfähiger Menschen erhöht die Erwerbsquote. Qualifizierte Arbeitskräfte können dazu beitragen, das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Leistungsempfängern in einem alternden System zu stabilisieren.
Während Migration das reine Wirtschaftswachstum (BIP) durch eine größere Bevölkerung erhöhen kann, hängt die Produktivität (BIP pro Kopf) stark davon ab, ob die Qualifikationen der Migranten dem Bedarf des Arbeitsmarktes entsprechen.
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