Bachelorarbeit, 2009
30 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Frömmigkeitslehren im Fließenden Licht der Gottheit
2.1 Zu den Umständen der Entstehung
2.1.1 Gesellschaftlicher Rahmen/Lebensumstände/ Auffassungen über Leben und Tod
2.1.2 Das Leben als Begine
2.1.3 Adressaten/potentielle Leserschaft
2.1.4 Der Begriff Frömmigkeit im Mittelalter
2.2 Die Anleitungen zu einem frommen Leben im Werk
2.2.1 Gestaltung des irdischen Lebens
2.2.1.1 – in Bezug auf die eigene Person
2.2.1.1.1 Weisheit
2.2.1.1.2 Erkenntnis
2.2.1.1.3 Demut
2.2.1.1.4 Leiden
2.2.1.1.5 Tugendhaftes Leben
2.2.1.1.6 Guter Wille/gutes Werk
2.2.1.1.7 Reue/Buße
2.2.1.1.8 Freiwillige Entäußerung
2.2.1.1.9 Jungfräulichkeit/Keuschheit
2.2.1.2 – in Bezug auf andere
2.2.1.2.1 Fürbittendes Gebet
2.2.1.2.2 Unterweisung und Missionierung
2.2.1.3 – in Bezug auf Gott
2.2.1.3.1 Gebet
2.2.1.3.2 Treue
2.2.2 Der Weg zur Unio Mystica
3. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Werk "Das fließende Licht der Gottheit" von Mechthild von Magdeburg unter der Fragestellung, inwiefern es als Anleitung zu einem frommen, gottgefälligen Leben gelesen werden kann und welche konkreten Regeln zur Lebensführung sowie Wege zur mystischen Vereinigung mit Gott darin aufgezeigt werden.
2.2.1.1.1 Weisheit
Mechthild warnt davor, der Sinnenweisheit zu trauen, die den Menschen schnell verblenden und in die Irre führen kann. „Leicht steht man vor den Menschen gut da und genießt ein Ansehen, dem das innere Bild der Seele keineswegs entspricht.“ (Heimbach, 1989, S.21)
Nach Mechthilds Ansicht kann der Mensch die göttliche Gabe mit seinen menschlichen Sinnen nicht begreifen. Dies hält sie auch ihren Kritikern entgegen, die zu ihrer Vision von Johannes dem Täufer entgegneten, dass dieser die Messe nicht hätte lesen dürfen, da er ein Laie war. Sie beschreibt, dass der Mensch die Wahrheit weder mit seinen Augen sehen, noch mit seinen Ohren hören oder mit seinem Mund aussprechen kann. (Wer dies versucht, versündigt sich schon!) Um die unsichtbare Wahrheit, die offen vor jeder liebenden Seele liegt, zu erkennen, müsse der Mensch seinen Geist öffnen.
Oft erwähnt Mechthild im Zusammenhang mit Weisheit auch die helige einvaltekeit.
„Die einvaltekliche minnen und cleine bekennen, die werdent grosser dinge inne. Die helige einvaltekeit ist ein arzatinne aller wisheit. Si machet den wisen, das er sich bekennet vúr einen tumben. Das die einvaltekeit des herzen wonet in der wisheit der sinnen, da von kumt manig helikeit an des menschen sele.“ (FL VII, XLIII, Z. 3-9)
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die These auf, dass Mechthilds Werk als bewusste Anleitung zu einer tugendhaften Lebensführung und zur Vereinigung mit Gott gelesen werden kann.
2. Frömmigkeitslehren im Fließenden Licht der Gottheit: Dieser Hauptteil analysiert die historischen Entstehungsumstände sowie konkrete Verhaltensanweisungen für den religiösen Menschen.
2.1 Zu den Umständen der Entstehung: Dieses Kapitel beleuchtet den gesellschaftlichen Rahmen, das Beginen-Dasein, die Leserschaft und das mittelalterliche Verständnis von Frömmigkeit.
2.2 Die Anleitungen zu einem frommen Leben im Werk: Hier werden die praktischen Anweisungen des Werkes in eine Dreiteilung (Bezug auf Selbst, Andere, Gott) gegliedert und erläutert.
3. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bestätigt die These, dass Mechthilds Schrift eine fundierte Anleitung für ein frommes Leben im Mittelalter darstellt, die den Gläubigen zur spirituellen Reife führen kann.
Mechthild von Magdeburg, Das fließende Licht der Gottheit, Frömmigkeitslehre, Mittelalter, Mystik, Unio Mystica, Tugendhaftigkeit, Beginen, Minne, Gebet, Fürbitte, Askese, Heilsgeschichte, Seelenleben, Lebensführung.
Die Arbeit analysiert Mechthild von Magdeburgs "Das fließende Licht der Gottheit" hinsichtlich seiner Funktion als Anleitung für ein frommes, tugendhaftes Leben im 13. Jahrhundert.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Gestaltung des irdischen Lebens, das Verständnis von Tugenden und die theoretischen sowie praktischen Wege zur mystischen Vereinigung mit Gott.
Das Ziel ist der Nachweis, dass das Werk bewusst als Anleitung zur Lebensführung verfasst wurde, um dem Einzelnen ein sündenfreies Leben und den Weg zu Gott zu ermöglichen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des Originaltextes in Verbindung mit relevanter Fachliteratur zur mittelalterlichen Mystik und Frömmigkeitsgeschichte.
Der Hauptteil ist in drei Ebenen gegliedert: die Lebensgestaltung in Bezug auf die eigene Person, auf den Mitmenschen und auf Gott.
Neben dem zentralen Begriff der "Minne" spielen Tugenden wie Demut, freiwillige Entäußerung, Gehorsam und der Begriff der Unio Mystica eine entscheidende Rolle.
Die sinkende Demut ist eine Funktion der Minne, die die Seele sowohl in die Höhe zu Gott als auch tief in die Erniedrigung der Kreaturen führt.
Das Leiden wird als notwendiger Teil der Passionsfrömmigkeit gesehen, um die Heilsgeschichte Christi subjektiv nachzuvollziehen und sich dem Göttlichen anzunähern.
Jungfrauen erhalten bei Mechthild eine besondere Vorrangstellung und höchste Ehre, da sie als einzige in die "allernotlichsten stat" bei Gott gelangen.
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