Bachelorarbeit, 2010
49 Seiten
1 Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Vorgehensweise
2 Terminologischer Bezugsrahmen
2.1 Kreditrationierung
3 Theorien der Kreditrationierung
3.1 Erklärungsansatz nach Jaffee/Russell (1976)
3.2. Erklärungsansatz nach Stiglitz/Weiss (1981)
3.3 Weitere Erklärungsansätze
4 Angebotsseitige Faktoren
4.1 Finanzierungsinstrumente der Banken
4.2 Verfassung der einzelnen Märkte im Verlauf der Krise
4.3 Maßnahmen der Zentralbanken
4.4 Kreditvolumen der Banken
4.5 Kreditvergabeverhalten der Banken an den privaten Sektor
5 Nachfrageseitige Faktoren
6. Schlussbetrachtung und Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht das Phänomen der Kreditrationierung während der Wirtschafts- und Finanzkrise 2007–2010 und analysiert, ob eine restriktive Kreditvergabepolitik der Banken gegenüber Unternehmen tatsächlich vorlag oder ob andere Faktoren für die beobachtete Situation ausschlaggebend waren.
4.2.2 LIBOR
Der LIBOR war aufgrund der Liquiditätsklemme der Banken und deren zunehmender Unsicherheit in Bezug auf Gegenparteirisiken in sehr hohem Maße von der Wirtschaftskrise betroffen. Um die einzelnen Geschehnisse auf dem Markt im Verlauf dieser Wirtschaftskrise transparenter zu veranschaulichen, wird in der nachstehenden Abbildung 4 die Differenz zwischen dem 3-Monats U.S. LIBOR und dem Overnight Index Swap (OIS) dargestellt. Wie bereits beschrieben wurde, stehen einem Finanzinstitut mehrere Möglichkeiten offen, auf dem Interbankenmarkt zu operieren. Beispielsweise könnte eine Bank einen Kredit über einen Zeitraum von 30 Tagen zu den Konditionen des 1-Monats USD LIBOR-Zinssatzes vergeben.
Alternativ steht es den Banken aber ebenso frei, den Kredit auf Grundlage des OIS über einen Zeitraum von nur einem Tag zu vergeben, und zwar zu den Zinskonditionen des gegenwärtigen Federal Funds Rate. Diese Art der Kreditvergabe kann ferner über einen Zeitraum von 30 Tagen praktiziert werden. Dabei muss beachtet werden, dass der Vertrag im OIS Markt täglich kündbar ist und der Kreditgeber sowohl volle Kontrolle als auch einen täglichen Anspruch auf das zur Verfügung gestellte Kapital besitzt, wohingegen beim 1-Monats USD LIBOR der Kredit tatsächlich für die vollen 30 Tage im Umlauf ist. Während dieser Dauer hat der Kreditgeber nur sehr wenig Kontrolle über das von ihm verliehene Kapital. Der USD LIBOR-OIS spread kann demnach als der spread zwischen dem LIBOR-Zinssatz und dem Zins, den die Notenbank verlang, betrachtet werden. Ein hoher spread signalisiert traditionell eine sinkende Bereitschaft der Banken, überhaupt Kredite zu vergeben. Im Gegensatz dazu ist ein niedriger spread ein Indikator für eine gute Verfügbarkeit von Liquidität auf dem Interbankenmarkt.
1 Einleitung: Stellt das Thema der Kreditrationierung vor dem Hintergrund der Finanzkrise vor und definiert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2 Terminologischer Bezugsrahmen: Definiert den Begriff Kreditrationierung und grenzt diesen von marktüblichen Mechanismen auf Gütermärkten ab.
3 Theorien der Kreditrationierung: Erläutert wissenschaftliche Basismodelle, insbesondere Jaffee/Russell und Stiglitz/Weiss, zur Erklärung von Kreditrationierung bei asymmetrischen Informationen.
4 Angebotsseitige Faktoren: Analysiert die Liquiditätskrise der Banken, die Rolle des Interbankenmarktes und die Interventionen der Zentralbanken während der Krise.
5 Nachfrageseitige Faktoren: Untersucht die Kreditnachfrage der Unternehmen und kommt zu dem Schluss, dass der Rückgang der Kreditvergabe primär auf konjunkturelle Unsicherheit zurückzuführen ist.
6. Schlussbetrachtung und Fazit: Führt die Analyseergebnisse zusammen und verneint das Vorliegen einer flächendeckenden Kreditklemme für Investitionskredite in Deutschland.
Kreditrationierung, Finanzkrise, Interbankenmarkt, Informationsasymmetrie, Adverse Selection, Moral Hazard, Kreditangebot, Kreditnachfrage, Zentralbanken, Liquiditätsklemme, Investitionsbereitschaft, Bank Lending Survey, LIBOR-OIS Spread, Kreditklemme, Subprime-Krise.
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Kreditrationierung und prüft, ob die Wirtschafts- und Finanzkrise 2007–2010 zu einer restriktiven Kreditvergabe gegenüber Unternehmen geführt hat.
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Kreditvergabe, die Liquiditätsprobleme der Banken auf dem Interbankenmarkt sowie das Kreditnachfrageverhalten der Unternehmen.
Ziel ist es zu klären, ob international agierende Banken während der Krise Kredite rationierten und inwieweit dieses Verhalten Unternehmen beeinträchtigte.
Die Arbeit nutzt eine theoretische fundierte Literaturanalyse in Kombination mit einer empirischen Auswertung von Daten und Umfragen (z.B. KfW-Mittelstandspanel, Bundesbank-Daten).
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Kreditrationierung und eine detaillierte Analyse angebots- sowie nachfrageseitiger Faktoren im Verlauf der Krise.
Kreditrationierung, Finanzkrise, Interbankenmarkt, Informationsasymmetrie, Adverse Selection und Kreditklemme sind zentrale Begriffe.
Da die Krise ihren Ursprung in der Liquiditätsknappheit zwischen Banken hatte, ist die Analyse des Interbankenmarktes essenziell, um die Ursachen für die zögerliche Kreditvergabe zu verstehen.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass keine flächendeckende Kreditklemme für Investitionskredite existierte; vielmehr war eine gesunkene Investitionsnachfrage der Unternehmen ausschlaggebend für die geringere Kreditvergabe.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

