Masterarbeit, 2024
94 Seiten, Note: 2,0
1. Einführung
1.1 Fragestellung, Relevanz und Forschungsstand
1.2 Zielsetzung und Forschungsfragen
1.3 Methodik und Vorgehensweise
2. Zentrale Begriffe
2.1 Demokratie
2.2 Autokratie
3. Theoretische Konzeption
3.1 Das Konzept der „Embedded Democracy“
3.2 Defekte Demokratie
3.3 Democratic Backsliding
3.3.1 Promissory Coups
3.3.2 Erweiterung der Exekutive
3.3.3 Strategische Manipulation der Wahlen
4. Empirische Analyse der Demokratieentwicklung in der Türkei
4.1 Einzelne Indikatoren des BTI
4.1.1 Transformationsverlauf der Türkei 2003-2022
4.2 Kategorienbildung
4.3 Phase I: Die Türkei als eine Defekte Demokratie 2004-2008
4.3.1 Staatlichkeit
4.3.2 Politische Partizipation
4.3.3 Rechtsstaatlichkeit
4.3.4 Stabilität demokratischer Institutionen
4.3.5 Politische und gesellschaftliche Integration
4.4 Phase II: Die Türkei als eine defekte – fast konsolidierte – Demokratie 2010-2016
4.4.1 Staatlichkeit
4.4.2 Politische Partizipation
4.4.3 Rechtsstaatlichkeit
4.4.4 Stabilität demokratischer Institutionen
4.4.5 Politische und gesellschaftliche Integration
4.5 Phase III: Die Türkei als eine stark defekte Demokratie 2016-2018
4.5.1 Staatlichkeit
4.5.2 Politische Partizipation
4.5.3 Rechtsstaatlichkeit
4.5.4 Stabilität demokratischer Institutionen
4.5.5 Politische und gesellschaftliche Integration
4.6 Phase IV: Die Türkei als eine Autokratie 2020-2022
4.6.1 Staatlichkeit
4.6.2 Politische Partizipation
4.6.3 Rechtsstaatlichkeit
4.6.4 Stabilität demokratischer Institutionen
4.6.5 Politische und gesellschaftliche Integration
4.7 Democratic Backsliding in der Türkei: Ursachen
4.7.1 Militärputsch in der Türkei
4.7.2 Erweiterung der Exekutive in der Türkei
4.7.3 Strategische Wahlmanipulation in der Türkei
5. Ergebnisse und Fazit
Diese Arbeit untersucht den Prozess des Demokratieabbaus („democratic backsliding“) in der Türkei im Zeitraum von 2002 bis 2022. Das primäre Ziel ist es, die Transformation des politischen Systems von einer defekten Demokratie hin zu einer autokratischen Herrschaftsform anhand der Kategorien des Bertelsmann Transformationsindex (BTI) zu analysieren und die ursächlichen Mechanismen dieses Wandels aufzudecken.
1. Einführung
Die Demokratie hat eine lange Geschichte, die sich jedoch nicht immer geradlinig vollzogen hat, sondern immer wieder schwere Krisen, Gefährdungen und Rückgänge bewältigen musste. Abgesehen davon, dass Demokratie, laut kontemporärer Wissenschaftler, heute als die beste Regierungsform gilt, und auf eine starke, positive Resonanz in weiten Teilen der Bevölkerung stößt, befindet sie sich in vielen Ländern, verursacht durch gegenwärtige Veränderungen in Wirtschaft und Weltpolitik, erneut in einer Krise (vgl. World Values Survey 2010-2014, zit. in Mannewitz 2018: 17). Ein weiteres Indiz für eine schrumpfende Erfolgsbilanz der Demokratisierung im 20 Jahrhundert ist, laut Wolfgang Merkel et al., das Auftreten der „grauen Zonen“ auf der politischen Weltkarte (vgl. 2003: 43), also Regimen in der Grauzone zwischen Demokratie und Autokratie. Obwohl die politische Weltkarte so viele demokratische Staaten wie nie zuvor aufweist, haben die „grauen Zonen“ dabei jedoch stark zugenommen, sodass die Grenzen zwischen ‚eindeutig‘ demokratischen und ‚eindeutig‘ autokratischen Staaten diffuser geworden sind (ebd.: 12). Insofern spricht man in der Fachliteratur und in Fachkreisen von einer „dritten Welle“ der Demokratisierung, die demzufolge die „Erfolgsgeschichte einer ‚defekten‘ Variante – einer ‚illiberalen Demokratie‘ darstellt (Merkel/Croissant 2000: 4). Daraus kann man aus heutiger Sicht ableiten, dass viele Länder, die den Übergang zur Demokratie geschafft hatten, nicht in der Lage waren, ihn aufrechtzuerhalten (vgl. Haggard/ Kaufman 2021). Der Grund dessen liegt daran, dass sich die Qualität der demokratischen Regierungsform, auch in vermeintlich konsolidierten Demokratien, verschlechtert hat. Dies hat zur Folge, dass die letzten 20 Jahren von Begriffen wie „Rückzug der Demokratie“, „demokratische Regression „„democratic backsliding“, „electoral authoritarianism“, „illiberal Democracy“ oder Populismus geprägt sind (vgl. Schäfer/ Zürn 2021:12; Bermeo 2016; Diamond 2002; Zakaria 1997).
1. Einführung: Das Kapitel führt in die Problematik des demokratischen Rückzugs (Democratic Backsliding) ein und begründet die Relevanz der Untersuchung des Falls Türkei.
2. Zentrale Begriffe: Hier werden die Kerndefinitionen von Demokratie und Autokratie als theoretische Ausgangspunkte für die weitere Analyse festgelegt.
3. Theoretische Konzeption: Dieser Abschnitt erläutert die Modelle der „Embedded Democracy“ sowie das Konzept des „Democratic Backsliding“ nach Bermeo als Analyserahmen.
4. Empirische Analyse der Demokratieentwicklung in der Türkei: Hier erfolgt die detaillierte Untersuchung der Türkei mittels BTI-Daten in vier Phasen, unterteilt nach den Teilregimen der Demokratie.
5. Ergebnisse und Fazit: Das Abschlusskapitel fasst die Transformationsschritte zusammen und beantwortet die zentralen Forschungsfragen zur Qualität der türkischen Demokratie.
Türkei, Demokratie, Autokratie, Democratic Backsliding, Embedded Democracy, AKP, BTI, Rechtsstaatlichkeit, Staatskrise, Transformationsindex, Politische Partizipation, Machtkonzentration, Autoritarismus, Reformprozess, Wahlen.
Die Arbeit analysiert den Prozess des Demokratieabbaus in der Türkei zwischen 2002 und 2022 und untersucht, wie sich das Land von einer defekten Demokratie in eine Autokratie entwickelte.
Zentrale Themen sind die Transformation des türkischen politischen Systems, die Rolle der AKP-Regierung, die Erosion rechtsstaatlicher Prinzipien und die Strategien des Machterhalts durch die Exekutive.
Das Ziel ist es, die Entwicklung der türkischen Demokratiequalität im Zeitverlauf zu messen und aufzuklären, welche kausalen Mechanismen zum demokratischen Rückzug führten.
Die Studie nutzt einen prozessanalytischen Ansatz („Causal Process Tracking“) und stützt sich methodisch auf die Bewertungskategorien des Bertelsmann Transformationsindex (BTI).
Der Hauptteil bietet eine empirische Analyse der Demokratiequalität in vier Phasen (2004-2008, 2010-2016, 2016-2018, 2020-2022) anhand von BTI-Indikatoren, ergänzt durch eine Untersuchung der spezifischen Backsliding-Ursachen.
Wichtige Begriffe sind Demokratie, Autokratie, Backsliding, Türkei, AKP, Rechtsstaatlichkeit, BTI und Transformation.
Der Putschversuch wird als entscheidender Wendepunkt gewertet, der den Umbau in eine Präsidialrepublik und die massive Einschränkung von Grundrechten unter dem Deckmantel des Ausnahmezustands legitimierte.
Die Daten zeigen eine kontinuierliche Verschlechterung, insbesondere durch die politische Einflussnahme auf Richter und die Schwächung der Unabhängigkeit nach 2013-2016.
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