Examensarbeit, 2019
53 Seiten, Note: 2,0
1. Lesen lernt man durch Lesen – Der PISA-Schock und das Lesen als relevantes Thema am Gymnasium
2. Theoretische Vorüberlegungen
2.1 Darlegung grundlegender Begriffe: Lesen und Lesekompetenz (Das Mehrebenenmodell des Lesens nach Rosebrock und Nix)
2.2 Methoden zur Leseförderung: Vielleseverfahren
2.2.1 Prinzipien der Vielleseverfahren
2.2.2 Die Leseolympiade nach Bamberger
3. Verankerung der Thematik im Lehrplan
4. Unterrichtspraktische Umsetzung
4.1 Beschreibung der Klasse 7c
4.2 Didaktische Begründung
4.2.1 Die Auswahl der Texte: Die Klassenbücherei
4.2.2 Das Leseplakat
4.2.3 Das Lesejournal: Bearbeitung handlungs- und produktionsorientierter Aufgaben
4.3 Darstellung der Durchführung der Leseolympiade
5. Reflexion des Projekts und der Durchführung
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von Leseolympiaden als Vielleseverfahren zur Steigerung der Lesemotivation und -kompetenz in der siebten Jahrgangsstufe eines Gymnasiums. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Erprobung und Evaluation eines modifizierten, durch ein Lesejournal begleiteten Konzepts, das durch einen Wettbewerbscharakter und eine differenzierte Textauswahl die Leselust der Jugendlichen nachhaltig fördern soll.
2.2 Methoden zur Leseförderung: Vielleseverfahren
„Lesen lernt man durch Lesen“ – dieser Ansicht begegnet man in der Lesepädagogik, sowohl im englischsprachigen Raum18 als auch in der deutschsprachigen Didaktik19, immer wieder. Diese These ist der Grundstein der sogenannten Vielleseverfahren, welche eine Methode der Leseförderung darstellen. Wie der Name bereits verrät, liegt die Quintessenz der Vielleseverfahren darin, dass in einer bestimmten Zeitspanne möglichst viel gelesen wird; sie sind also „zunächst Projekte, bei denen die Lesemenge radikal gesteigert wird.“20 „Dem liegt die Vorstellung zugrunde, unabhängig von der Qualität des Textes übe der Lesevorgang an sich Trainingseffekte auf die Lesekompetenz aus.“21 Vielleseverfahren basieren also auf dem Ansatz, dass Lesen selbst einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Lesekompetenz hat, da die Leseflüssigkeit vor allem durch Lese-Übung gefördert wird. Der Kern dieses Ansatzes besteht darin, dass das individuelle Lesepensum erhöht wird, indem im Unterricht ein Zeitkontingent für die Lektüre von selbst gewählten Texten zur Verfügung gestellt wird.22
Die primären Ziele von Vielleseverfahren sind die Förderung der Lesekompetenz mit all ihren Teilkompetenzen sowie der Lesemotivation: Die Verfahren des extensiven Lesens „zielen global auf Steigerung der Leseleistungen auf allen Prozessebenen und auf die Steigerung der Motivation.“23 Betrachtet man die Ergebnisse der PISA-Tests, die anfangs angesprochen wurden, so ist genau der zweite Aspekt, die Förderung der Lesebegeisterung, ein besonders ausschlaggebender Punkt, der bei der Leseförderung nicht zu vernachlässigen ist.24
1. Lesen lernt man durch Lesen – Der PISA-Schock und das Lesen als relevantes Thema am Gymnasium: Dieses Kapitel thematisiert den durch PISA ausgelösten Reformbedarf der Leseförderung und betont die Notwendigkeit, Lesemotivation in der gymnasialen Unterstufe zu festigen.
2. Theoretische Vorüberlegungen: Hier werden das Mehrebenenmodell des Lesens als theoretisches Fundament und die wissenschaftlichen Prinzipien von Vielleseverfahren detailliert hergeleitet.
3. Verankerung der Thematik im Lehrplan: Das Kapitel erläutert die curriculare Legitimation des Projekts im Fach Deutsch und zeigt die Verbindung zu den Bildungszielen der Jahrgangsstufe 7 auf.
4. Unterrichtspraktische Umsetzung: Dieser Abschnitt beschreibt die konkrete Planung der Leseolympiade, von der heterogenen Lerngruppenanalyse über die Einrichtung einer Klassenbücherei bis zur Ausgestaltung des Lesejournals.
5. Reflexion des Projekts und der Durchführung: Es erfolgt eine Auswertung der anonymen Evaluation, die den Projekterfolg anhand der geäußerten Lesemotivation und -einstellungen der Schüler belegt.
6. Fazit: Das Fazit resümiert die Leseolympiade als gewinnbringende Alternative zur klassischen Lektürearbeit und betont das Potenzial für eine nachhaltige Etablierung im Unterrichtsalltag.
Leseförderung, Vielleseverfahren, Leseolympiade, Lesekompetenz, Lesemotivation, Lesejournal, Deutschunterricht, Gymnasiale Unterstufe, Lesehabitus, Klassenbücherei, Leseflüssigkeit, Binnendifferenzierung, Handlungs- und produktionsorientierter Unterricht.
Die Arbeit befasst sich mit der Konzipierung und praktischen Erprobung einer Leseolympiade als Vielleseverfahren, um die Leselust und Lesekompetenz von Schülern in der 7. Klasse einer weiterführenden Schule zu steigern.
Die zentralen Pfeiler sind die theoretische Herleitung von Lesekompetenz durch das Mehrebenenmodell, die methodische Ausgestaltung von extensiven Leseformaten sowie die schulpraktische Umsetzung unter Berücksichtigung von Differenzierungsmaßen.
Das Hauptziel liegt in der Motivationssteigerung und der Ausbildung eines positiven Leseselbstkonzepts, um dem Leistungsabfall und dem Motivationsverlust bei Jugendlichen in der Leseentwicklung entgegenzuwirken.
Neben einer fundierten Literaturrecherche und deren Anwendung auf den Kontext des gymnasialen Deutschunterrichts kommen qualitative Evaluationsmethoden wie eine klasseninterne, anonyme Umfrage zur Anwendung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einleitung, die methodische Einbettung in den Lehrplan und eine detaillierte Dokumentation der unterrichtspraktischen Durchführung der Leseolympiade und der begleitenden Arbeit mit dem Lesejournal.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Konzepte wie „Lesemotivation“, „Vielleseverfahren“, „Interaktiver Leseprozess“ und „Handlungsorientierung im Deutschunterricht“ definiert.
Die Anpassung war notwendig, da keine obligatorische Leseverpflichtung mit Leistungsdruck durch Tests erfolgen sollte, um stattdessen ein positives Genusslesen zu fördern, das den individuellen Fähigkeiten der heterogenen Lerngruppe gerechter wird.
Das Lesejournal fungiert als Bindeglied zwischen Lesen und Reflexion. Es verhindert ein oberflächliches Lesen und ermöglicht den Schülern durch handlungs- und produktionsorientierte Aufgaben eine tiefere, gestaltende Auseinandersetzung mit dem gelesenen Text.
Die Evaluation, sowohl aus Schüler- als auch aus Lehrerperspektive, fällt positiv aus: Das Projekt steigerte das Lesevolumen signifikant und die Schüler empfanden die Eigenverantwortlichkeit und die Auswahlmöglichkeiten der Klassenbücherei als stark motivierend.
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